WOLFMAN – mal wieder auf den Wolf gekommen.

Der Schwolf – halb Schwein, halb Wolf
Ach waren das noch Zeiten, als sich Kinobesucher von dem knarrenden Geräusch eines sich langsam öffnenden Sarges haben erschrecken lassen. Als es reichte eine Gummifledermaus durch die Luft zu werfen um einen Schauer zu erzeugen und weibliche Hauptdarsteller in einer Mischung aus Angst und sexueller Erregung in Ohnmacht fielen bevor sie vom Pappmasche-Monster verschleppt wurden. Heute fliest das Blut in Bächen. Es wird gefoltert, gehackt und geschlachtet und was in den Anfängen des Kinos noch vorsichtig angedeutet wurde, wird heute in Nahaufnahme in allen Detail ausgiebig zelebriert. So zeigt die Entwicklung des Horrorfilms am deutlichsten, wie sich die Sehgewohnheiten des Publikums in nur wenigen Jahrzehnten verändert haben und die Ekelgrenze Schritt für Schritt nach oben gesetzt wird.
Schön wenn es dann und wann die Neuauflage eines Klassikers schafft, den Spagat zwischen einer zeitgemäßen Umsetzung und dem Geist des Originals zu meistern. Und die Erwartungen waren hoch, gehört „Wolf Man“ neben Dracula, Frankenstein und der Mumie doch zu den großen Universal-Horror-Klassikern. Aber überzeugende Schauspieler, eine opulente Ausstattung und die konsequente Erzählweise, machen die uralte Parabel über Segen und Fluch der Möglichkeit dem Tier im Manne freien Lauf lassen zu können zu einem vergnüglich-schaurigen Kinoabend. Natürlich geht es auch in Wolfman hin und wieder blutrünstig zur Sache, doch neben hirnlosem Folter-Franchise á la SAW oder Hostel, wirkt dieser lediglich wie eine Tierdoku über ein tollwütiges Wildschwein.
Wer also auf schön altmodischen Horror steht, bei dem die Effekte fast alle noch per Hand gemacht sind, ist mit diesem düsteren, spannenden Gruselfilm gut beraten.

