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The Dillinger Escape Plan – Live in Berlin 08.10.2010 – Die zweite Meinung

Rettungsbote, Sturzhelme, Sicherheitsgurte, Airbags, Knautschzone, Schwimmweste oder jedes andere beliebige Sicherheitsutensil hätten dem nicht standhalten können, was The Dillinger Escape Plan am Freitag Abend vom Stapel gelassen haben. Es war nicht so, dass man nicht wusste auf was man sich da eingelassen hat. Man ist ihnen bereits als Vorband von System of a Down begegnet und hat voller Entsetzen den Kopf geschüttelt. Aber dennoch war man wie erschlagen und überrollt von den 5 Humano-Emotionsvulkanen und den von ihnen ausgelösten Geräuschtsunamis. Alter Falter! Das war unglaublich heftig und intensiv. Man bekam es schon ein wenig mit der Angst zu tun, als sich die Herren auf der Bühne platzierten. Die Oberkörper leicht nach vorne geneigt, wippten und wogten sie hin und her. Und dann brachen sie mit einem Mal los. Absolut gestörte Jungs! Das Motto des Abends schien zu heißen: Abriss und Zerstörung sämtlicher im Saal befindlichen Trommelfelle und den Saal gleich noch mit dazu. Was die über die Bühne gehirscht sind, absolut wahnsinnig! Noch wahnsinniger aber war die Darbietung der Lieder. Die haben jede Note absolut sauber getroffen. Und das trotz von Lautsprechern runterspringen und Gitarre rumschleudern. Keine Ahnung wie die das machen. Ich mein Ben Weinman hat sogar angefangen das auf Rollen drapierte Keyboard extatisch über die Bühne zu schieben. Und der Sound war absolute Sahne, nichts zu leise, nichts zu laut – relativ gesprochen, Ohropax waren sinnlos – alle Instrumente kamen sehr deutlich rüber.
Das Publikum findet eine eigene Widmung. Die waren zum Teil noch irrer unterwegs als die Band. Was jener sehr gefallen hat. Bereits nach dem zweiten Titel erklommen die ersten Stagediver die Bühne. Bis dahin nichts ungewöhnliches. Aber als diese Jungspunte, lass sie 17 oder 18 gewesen sein, sich dann auch noch absolut textsicher das Mikrofon mit Greg Puciato teilten, war ich vollends baff. Das andere Feierextrem war zum Beispiel eine junge Dame, die ihren Kopf ganz verliebt zur Seite neigte und wie in Trance dahinwogte. Herrlich. Abschließend bleibt zu sagen, dass dieses Konzert das krasseste und intensivste Livererlebnis war, was ich bisher erlebt hab. Ich hab keine Ahnung wie ich da lebend raus gekommen bin!

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10

10 2010

The Dillinger Escape Plan, 8.10.2010, C-Club, Berlin

Mal wieder hieß das Ziel des Abends C-Club in Berlin, denn The Dillinger Escape Plan machten hier am Freitag den 08.10.2010 halt, um im Rahmen ihrer Tour zum neuen, großartigen Album „Option Paralysis“, selbiges Live auf die Bühne zu bringen.
Unterstützt wurden die 5 aus New Jersey dabei von den, in die Schweiz ausgewanderten „Lokalmatadoren“ von The Ocean und den aus Kanada stammenden Cancer Bats, um Ex-At-The-Gates-Gitarrist Scott Middleton.
The Ocean bekamen wir leider nur noch in den letzten Zügen mit. Während die Exilschweizer durchaus zu gefallen wussten, langweilten die Kanadier um den exaltierten Sänger Liam Cormier, was in einer blasphemisch zu nennenden Coverversion des Beastie-Boys-Klassikers „Sabotage“ gipfelte.
Was folgte war eine sehr lange Umbaupause, da die Bühnencrew augenscheinlich Schwierigkeiten damit hatte, die Lichtanlage für den Hauptact des Abends in Stellung zu bringen. Vermutungen seitens der Hoerboten brachten das exzessive „Rumgerotze“ der Cancer Bats in Zusammenhang mit der nicht funktionierenden Bühnen-Technik aber das ist rein spekulativ.

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Dann betraten The Dillinger Escape Plan die Bühne und zeigten mit „Farewell, Mona Lisa“ direkt, wo der Abend hingehen sollte. Leider beschlich einem bereits hier das Gefühl, dass die Lichttechnik tatsächlich nicht komplett zum Laufen gebracht wurde. Egal. Denn das, was auf der Bühne passierte war mit destruktiv-energetisch noch sehr zurückhaltend beschrieben. Sänger Greg Puciato schrie sich erwartungsgemäß die Seele aus dem Leib, stattete dem Publikum mehr als einmal einen Besuch ab und erkletterte so ziemlich alles an Bühnenaufbauten und Amps was der C-Club so hergab. Die Gitarristen Jeff Tuttle und Ben Weinman taten es Ihm gleich, was dazu führte, dass der Verantwortlich des Clubs der Band drohten, die Show zu beenden aus Angst, die Deckenanbauten (Amps und Licht) würden dem nicht standhalten. Die Aufforderung der Band an die Fans, doch gerne auf die Bühne zu kommen wurde dankend angenommen und so waren selten weniger als 7 Leute auf der recht kleinen Bühne des C-Clubs. Zum Finale des regulären Sets waren es gar über 50(!).
Musikalisch wurde wie zu erwarten einiges geboten und auch der Sound war der hochkomplexen Musik der Band gewachsen. Für einige Songs wie das fantastische „Widower“ griff Ben Weinman kurzum zum Piano (das eigentlich ein Keyboard war). Nicht nur in diesen Momenten zeigte sich, was für versierte Musiker hier auf der Bühne standen. War es hektisch? Ja, war es schnell? Ja. War es chaotisch? Zumindest wirkte es bisweilen so. Trotzdem stimmten Timing, Tempowechsel, Übergänge stets perfekt. Beeindruckend, laut und zu jeder Zeit überaus intensiv. Tolles Konzert.

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09

10 2010

The Thermals – Personal Life

Bis zum 10. September ist nicht mehr allzu lange hin, aber für alle Ungeduldigen sei hier der Link angepriesen, welcher das neue Album Personal Life der The Thermals bereithält.

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Die Hoerboten wünschen viel Spaß beim Vorhören.

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31

08 2010

Scumbucket – Sarsaparilla

Wenn man über die neue die Scheibe von Scumbucket Sarsaparilla schreibt, kommt man an Blackmail nicht vorbei. Ich will es kurz machen. Das es Blackmail nicht mehr gibt ist sehr schade und ein herber Verlust für den deutschen Indierock. Getrennt haben sie sich, weil Aydo Abay sich von Kurt Ebelhäuser in seinem künstlerischen Spielraum nicht mehr unterdrücken lassen wollte, sagt er. So kann er sich nun mit Ken richtig austoben. Das Ergebnis der diesjährigen Erscheinung ist eher ernüchternd. Und so kann man fast schon froh sein, dass Aydo nicht mehr Einfluss auf den Klang von Blackmail hatte.

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Und nun zu Sarsaparilla: Beim ersten Durchhören war ich zunächst entäuscht. Irgendwie wollte sich mir dieses Album nicht erschließen. Im Vergleich zum Vorgänger-Überalbum Kiss than Kind wirkte es sperriger, weniger zugänglich. Es hat nicht diesen leicht poppigen Hauch und auch nicht diesen Mitsing-Hymnen-Charakter. Aber nach mehrmaligen Hören entpuppt sich Sarsaparilla als eines jener Alben, dass mit jedem weiteren Hören wächst und wächst.
Es ist bestimmt und kommt mit dem ersten Titel Starring ar open Skies sofort auf den Punkt: absolut bombastischer und ein alles überrollender Titel. Es gibt dann im Verlauf des Albums einen Chor (”Fear falls on Deaf Ears”) und auch einen Chor zusammen mit Bläsern (”Call me Anyone”), die dann sehr an Blackmail erinnern. Allerdings lässt sich bei diesen beiden Titeln erkennen, dass Scumbucket die besseren Blackmail waren und sind.
Scumbucket haben ein Album veröffentlicht, welches sich immer wieder in unregelmäßigen Abständen durch seinen eigenen Charakter in Erinnerung bringt, wieder einmal gehört werden zu wollen, um dem geneigten Hörer wissen zu lassen: so wird das gemacht.

Scumbucket – “Sarsaparilla” hier bestellen!

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26

07 2010

Street Sweeper Social Club – No Rage but Against the Machine

Hinter dem Street Sweeper Social Club verbergen sich Tom Morello, Rage Against The Machine’s und Audioslave’s Gitarrenmagier und bekennender Sozialist und Boots Riley seines Zeichens Kommunist und The Coup – MC. Zusammen schicken sie sich an Ihre politischen Überzeugungen in Musik zu gießen. Entsprechend drehen sich die Songs des Mitte 2009 erschienenen selbstbetitelten Debutalbums des Projekts textlich ausnahmslos um Themen wie soziale Ungerechtigkeit, verantwortungslose Politik und ein korruptes Finanzsystem. Musikalisch groovt sich das alles in bester Rage Against The Machine – Manier in Ohr und Nacken und macht erneut deutliche welch riesigen Einfluss Tom Morello anscheinend auf den Sound von RATM und Audioslave hatte. Wo Morello draufsteht ist Morello drin.

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Haben wir es also hier nur mit einer RATM – Platte ohne Zac De La Rocha zu tun? Mitnichten. Zwar ist das hier wie bereits gesagt der typischen Rage-Sound, gerappt wird auch, und hochpolitisch geht es auch die ganze Zeit zu. Jedoch unterscheidet sich Boots Riley in 2 Punkten signifikant von Zac De La Rocha. Zum einen kann er wirklich gut rappen, etwas das man De La Rocha bei allem Respekt nie wirklich attestieren konnte. Zum anderen klingt er weit weniger wütend als Morello‘s früherer Wortführer. Boots Riley schreit nicht, wie es Zac De La Rocha tat, er bleibt immer in erster Linie MC. Ein zweischneidiges Schwert wie ich finde, denn so wird die Platte nie anstrengend, jedoch bleibt beim kompletten Durchlauf auch recht wenig im Gedächtnis hängen. Erst beim punktuellen Entdecken der Scheibe findet sich die eine oder andere Perle.

Crossover weiss auch mit dem Street Sweeper Social Club nicht auf Albumlänge zu fesseln. Aber in kleineren Dosen genossen (hin und wieder mal 1-2 Songs) weiß das Ganze sehr zu gefallen, zur Aufwertung der nächsten Party-Playlist ist’s ob des großen Kopfnick- und Arschwackel-Faktors ohnehin mehr als geeignet! Kaufen, Dosierungshinweise beachten und Spass haben!

Street Sweeper Social Club – “Street Sweeper Social Club” hier bestellen!

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24

05 2010

Was viele Jüngere gar nicht wissen…

…und viele Ältere bereits vergessen haben:

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Am Wochenende beim durchstöbern der Plattensammlung wiederentdeckt und für nach wie vor großartig und überraschend Authentisch befunden! Viel Spass beim Entdecken oder sich erinnern!

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24

05 2010

Deftones – Diamond Eyes – Die Zweite Meinung

So nun muss auch ich mal meinen Senf zum kürzlich erschienenen 6. Studioalbum der glorreichen 5 aus Sacramento abgeben. Aber zu allererst mal meine bescheidene Meinung zur oft geschriebenen Einschätzung die Deftones hätten sich „zum Glück“ auf Diamond Eyes wieder dem Sound des 2000er Meisterwerks White Pony angenähert. Dies, liebe Kollegen von der Schreibenden Zunft impliziert, dass die Alben Deftones (2003) und Saturday Night Wrist (2006) eher negativ aus dem Katalog der Band herausstechen, was definitiv nicht so ist. Auf dem Selbstbetitelten 03er Werk findet sich schließlich mit „Minerva“ der größte Song aller Zeiten und Saturday Night Wrist ist faktisch eine Sammlung von Hymnen.

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Aber zurück zum aktuellen Album, dem ersten Album nach dem tragischen Unfall von Bassist Chi Cheng. Und was für ein Album Diamond Eyes geworden ist… Was die beiden vorab veröffentlichten Songs „Rocket Skates“ und der Titeltrack „Diamond Eyes“ bereits erahnen und hoffen ließen wird hier noch bei weitem getoppt. Chino Moreno singt sich buchstäblich die Seele aus dem Leid und musikalisch geht es weit weniger experimentell zu als noch auf dem Vorgänger. Die Kalifornier schaffen es erneut Momente absoluter Erhabenheit zu kreieren, nachzuhören auf dem famosen „Beauty School“ oder dem übermächtigen „Royal“. Und so strotzt die Platte vor Momenten überwältigender Schönheit, verlangt allerdings im Gegenzug, dass man ihr genau zuhört und ein gehöriges Maß an Aufmerksamkeit schenkt. Das ist nichts für Nebenbei aber das sind Klassiker ja selten. Definitiv eine der Platten des Jahres und Stand Mai 2010 heißester Anwärter auf den alleinigen Titel.

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05 2010

Beastie Boys – Check Your Head

Der erste Kontakt mit den Beastie Boys wurde über MTV hergestellt. “No Sleep till Brooklyn” und natürlich “You Gotta Fight For Your Right” haben schön losgefetzt und Geschmack auf mehr gemacht. Und dann hörte man, als Lückenfüller, die ersten 3 oder 4 Stücke von Check Your Head auf einer Kassette eines Kumpels und war wie vor den Kopf gestoßen. Bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit stieg man dann in den Bus und fuhr in die Stadt, um die CD zu kaufen und das Ganze sein Eigen zu nennen.

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Das war schon überwältigend was man da zu hören bekam. Diese unglaublich kompakte und wuchtige Musik, die irgendwie alles miteinander verband was es an Stilen gab. So etwas hatte das blutjunge und ungeschulte Ohr noch nie in seinem Leben wahrgenommen. Da hört man Orgeln, klirrende Weingläser, knarrende Türen, wildes Plattengekratze, Schlagzeug, Saxophon, Gitarren und Sprechgesang. Das wird dann alles so miteinander kombiniert, dass man Bauklötzer staunt. Das muss man erstmal verarbeiten können. Das wurde dann auch gemacht, indem die gute Scheibe auf absoluter Hochrotation lief. Irgendwann verstand man dann auch die Texte und alles wurde nur noch besser.
Check Your Head ist das stärkste Album der Beastie Boys. Ein absolutes All-Time-Favorite!

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05 2010

Deftones – Diamond Eyes

Die Deftones legen mit “Diamond Eyes” ihr sechstes Studioalbum vor und beweisen wieder einmal ihre Sonderstellung im Bereich des Metal bzw. Rock. Chino schmachtet, leidet und kreischt vom Feinsten. Dazu moshen, grooven, klimpern und prügeln die Bandkollegen in absolut herrlichster Deftonesmanier.
Deftones - Diamond Eyes

Die Deftones haben ein wunderbar solides Stück Kohlenstoff mit der notwendigen Härte, Dichte, Dispersion, Refraktion und einer kleinen Unreinheit, zu einem wunderbaren Brillanten geschliffen.
Mehr gibt es dazu nicht zu sagen PUNKT!

Deftones – “Diamond Eyes” hier bestellen!

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05 2010

The Dillinger Escape Plan – Option Paralysis

Was ist den nur im harten Rock los? Nachdem im letzten Jahr die Alben von Mastodon, Baroness und Poison the Well für offene Münder sorgten kommen nun The Dillinger Escape Plan mit ihrem neuen Album „Option Paralysis“ um die Ecke und blasen einen förmlich um. Die 5-köpfige Band aus New Jersey zeigt auf ihrem 4. Album im 13. Jahr des Bestehens wie komplex harter Rock im Jahr 2010 sein kann. So folgen melodische und großartig arrangierte Passagen auf kompromisslose Mathcore / Chaoscore / Grindcore-Einlagen.

Dillinger Escape Plan - option paralysis

Diese ständige Achterbahnfahrt sorgt dafür, dass die Melodischen Passagen neben den Wasauchimmer-Core – Abschnitten noch raffinierter und erhabener wirken und umgekehrt die Hau-Drauf-Momente durch die sehr musikalischen Augenblicke an Kompromisslosigkeit und Aggressivität gewinnen. Bestes Beispiel hierfür ist das großartige „Widower“, welches als klavierinstrumentierte Ballade zu beginnen scheint, sukzessive an Härte gewinnt und schließlich in einem grandiosen Ausbruch gipfelt, um dann wieder langsam abzuklingen. Absolut majestätisch. Greg Puciato singt, schreit und wütet sich so vor atmosphärisch dichten Soundwänden durch die 10 neuen Songs um den Hörer am Ende sprachlos, erschöpft und begeistert zurückzulassen! Eine sehr atmosphärische, vielschichtige und einfach tolle Platte!

The Dillinger Escape Plan – “Option Paralysis” hier bestellen!

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15

04 2010