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John Niven – Kill your Friends

Wer schon immer das Gefühl hatte, dass die Musikbranche nicht richtig ticken kann, bei all den Sachen die da auf einen losgelassen werden, bekommt mit dem Buch Kill your Friends von John Niven die wohl härteste Bestätigung und noch ein wenig mehr.
Der Autor erzählt die Geschichte vom A&R (Artist & Repertoire) Steven Stelfox, der seinen Job wiefolgt vorstellt:

“Ich höre mir Musik an [...] und entscheide, welche eine reelle Chance auf kommerziellen Erfolg haben. Dann kümmere ich mich darum, dass ihre Musik angemessen aufgenommen wird, und wir, die Plattenfirma, verkaufen sie schließlich an euch, die Öffentlichkeit.[...]Nicht, dass ich eine fehlerlose Erfolgsbilanz vorweisen könnte. Niemand kann das. Aber ich bin verdammt nochmal gut. Im Schnitt liege ich nur in acht oder neun von zehn Fällen falsch.”

Beware of Friends

Beware of Friends

Steven Stellkox braucht so einen oder idealerweise zwei Fälle, sonst ist er die längste Zeit A&R gewesen. So einfach ist das aber nicht. Da gibt es Kollegen die einem in die Quere kommen oder aber die eigene Meinung. Kollegen kann man schnell kaltstellen, ein bischen hier intrigieren und dort ein wenig morden, was man halt so macht, um zu seinem Erfolg zu kommen. Schwieriger ist es aber mit der eigenen Meinung. Vor allem dann, wenn man auf alles, wirklich ALLES, einen Dreck gibt. Dann kommt noch hinzu, dass der Protagonist ALLEN erhältlichen Beteubungsmitteln gegenüber alles andere als abgeneigt ist. Und so begleitet man im Grunde einen Junkie, der krampfhaft versucht den nie versiegenden Quell für Geld, Sex und Drogen aufzuspüren.

John Niven erzählt die Geschichte mit dem bittersten schwarzen Humor. Dabei ist alles extrem hart und brutal beschrieben, stellenweise ist es eklig und pervers. Mit der Zeit gehen einem die permanenten Rauschausflüge auf den Zeiger. Aber das kann man verkraften, gehören sie doch zum Akteur wie das Atmen.

Am Ende kann man wieder einmal nur munkeln, was sich seit dem Ende der 90er verändert hat. Aber nach dem Buch sei so viel gesagt: es kann nicht allzuviel sein. Vor allem dann nicht, wenn Mr. Stellkox zu einem Polizisten ungefähr folgendes sagt: Früher, in den 80er war es schon so, dass man Nutten auf die Spesenrechnung geschrieben hat und im Büro Koks konsumiert wurde. Aber heute machen wir das nicht. Da kommt vielleicht mal ein Bier auf die Rechnung, aber ansonsten arbeiten wir hart….

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04 2010