Posts Tagged ‘Indie’

Gorillaz 2010 – erste Single online

Das neue Jahrzehnt könnte tatsächlich ein gutes werden, zumindest musikalisch. Was wird da nicht alles angekündigt…meine Herren. Es bleibt dann bloß noch abzuwarten, wann wirklich und ob überhaupt – Stichwort Dr. Dre – die Alben erscheinen.
Nachdem das letzte Album der Gorillaz aus total unerklärlichen Gründen in den Medien untergegangen bzw. kein besonderes Feedback bekommen hat, soll am 05. März das dritte Album namens “Plastic Beach” erscheinen. Um die Wartezeit auf das Album zu verkürzen, darf man sich auf www.gorillaz.com die Vorabsingle “Stylo” feat. Bobby Womack & Mos Def anhören. Diese darf man sich dann ab 26. Januar auch kaufen.

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01 2010

The Herbaliser – Same as it never was

Wie tanzbar HipHop Musik sein kann ohne einen nervenden MC der darauf hinweisen muss, dass dieser Tune in den Club gehört und dazu am besten gleich noch der Maserati und die Fly-Girls sowieso, beweisen The Herbaliser mit ihrem 2008 unter !2K veröffentlichten Album “Same as it never was”.

Herbaliser

The Herbaliser haben stets HipHop, Jazz, Funk und Soul vermischt und verwurschtelt und daraus wunderbar abgehangene und super entspannte Alben gemacht. Dabei viel die Gewichtung der einzelnen Stile immer unterschiedlich aus. Immer von allem etwas, aber mal mehr HipHop/Rap oder mehr Jazz oder Soul.
Bei “Same as it never was” fühlt man sich automatisch an Tom Jones und Las Vegas erinnert. Es geht hier mit in die Richtung Disco/Funk. Sämtliche Titel sind herrlich leicht und beschwingt komponiert. Richtige Raps gibt es nur in 2 Liedern, was aber auch gar nicht schlimm ist. Der Rest ist entweder instrumental oder wird von der stimmgewaltigen Jessica Darling famos unterstüzt. Alles treibt nach vorne und will betanzt werden.
So herrlich kann HipHop sein.

The Herbaliser – “Same As It Never Was” hier bestellen!

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01 2010

Kid Koala + Ex- Wolfmother = The Slew

Der kanadische Okto-DJ Kid Koala hat sich für das neue Projekt The Slew mit den ehemaligen Wolfmother-Mitgliedern Chris Ross und Myles Heskett zusammengetan. Was dabei herauskommt ist etwas recht eigenständiges zwischen Groove, Rock, Psychedelic und Scratchwahnsinn. Kid Koala lässt es dabei etwas ruhiger angehen und bearbeitet lediglich 6 anstelle von 8 Plattenspielern, wie bei früheren Auftritten. Auf Albumlänge gibt es das Ganze an sofort unter dem Namen „100%“ zu bewundern. Das Video „It’s All Over“ soll einen kleinen Vorgeschmack bieten und macht tatsächlich Lust auf mehr! Ich bin gespannt!

YouTube Preview Image

The Slew – “100%” hier bestellen!

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11 2009

Sigur Rós – Antidepressiva für Auge und Ohr

Nun wo die Tage sukzessive kürzer und schlagartig kälter und Niederschlagsreicher werden bemerke ich mal wieder, dass meine Hörgewohnheiten zu einem gewissen Grad saisonal variieren. Während mir in der warmen Jahreszeit Dancehall und Rootsraggae-Platten den Tag versüßen gibt es diverse Künstler und Platten, die es schaffen, selbst an vernieselregneten Novembertagen eine versöhnliche und positive Stimmung zu verbreiten. Für den Selbstversuch empfehle ich an dieser Stelle das Album „Takk“ der Band Sigur Rós. Takk, erschienen im September 2005, ist das vierte von bisher 5 Alben der Isländer (den großartigen quasi-Soundtrack „Hvarf/Heim“ mal nicht mitgerechnet). In meinen Augen ist es Ihr bisher stärkstes akustisches (!) Werk, was keinesfalls bedeuten soll, dass die anderen Veröffentlichungen durchschnittlich oder gar schlecht sind. Jedoch haben allein die Songs „Sæglópur“ und „Gong“ eine dermaßen große emotionale Strahlkraft, dass sie auch bei ungemütlichstem Wetter eine Gemütlichkeit verströmen, wie es sonst kaum ein anderes Lied schafft. Sigur Rós, als Hardcore Band (!) gestartet, sind eine der wenigen Künstler, die es geschafft haben einen Sound zu kreieren, der absolut einzigartig ist. Dies liegt sicher zum einen an der bisweilen recht ungewöhnlichen Instrumentierung der Stücke (hier wird schon mal die elektrische Gitarre mit dem Geigenbogen bespielt), zum anderen an der sehr speziellen Art des Gesangs. Dabei wird die menschliche Stimme als zusätzliches Instrument verstanden. Der Text rückt in den Hintergrund, was soweit führt, dass man -nach anfänglichen Texten in isländischer Sprache- ab Album 2 (Ágætis Byrjun) zu einer Fantasiesprache griff, die sich lediglich in Versatzstücken aus dem Isländischen und Englischen bediente. Erst auf „Med Sud I Eyrum Vid Spilum Endalust“, dem aktuellen Album der Band findet sich ein Song in englischer Sprache.
Sigur Rós verzichten vollkommen auf gängige Songstrukturen. Eine klassische Aufteilung der Stücke in Strophe, Bridge und Chorus sucht man vergebens. Stattdessen bekommt man Spannungsbögen, wie man Sie aus der klassischen Musik kennt. Die Songs beginnen meist ruhig, bauen langsam eine Stimmung, eine Energie auf, die sich dann in einem leider oft zu kurzen Moment auf absolut grandiose Art und Weise entlädt. Nachzuhören ist das ganze beispielhaft in den bereits erwähnten Songs „Gong“ ab Minute 4:06, bzw. „Sæglópur“ ab Minute 3:38. Gänsehaut garantiert! So sehr ich die inflationäre Verwendung des Begriffs „genial“ verabscheue, in diesen Momenten ist Sie absolut legitim!

Takk

Artwork, Ausstattung und Verpackung, gerade der Sammlereditionen der Platten, tun neben den äußerst ästhetischen Videoclips der Band Ihr übriges (doch dazu an anderer Stelle mehr).
Ich persönlich freue mich schon auf den verregneten, kalten Herbst- oder Wintertag an dem ich die „Heima-DVD“ einlege und mich bei einem Glas Rotwein über den Konzertfilm freue, den die Landesregierung Islands als Werbematerial für den einheimischen Tourismusverband lizensieren sollte.

Danke Scheisswetter, Danke Sigur Rós!

Sigur Rós – “Takk” hier bestellen!

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10 2009

N.A.S.A. – The Spirit of Apollo

N.A.S.A. (North America South America) wollen die Menschen der Welt durch Musik und Kunst zusammenbringen. Die Absicht ist edel, klingt aber zu sehr nach Blumenkind und Friede Freude Eierkuchen…aber die kriegen das hin.
Als erstes fällt die unglaublich lange Gästeliste auf . Ich wollt nicht zählen, hab es dann aber doch gemacht und bin doch tatsächlich mal so eben auf 39 Musiker gekommen. Wer jetzt rumlamentiert von wegen viele Köche und so, der sollte lieber mal die Ohren spitzen und seine Backen gaaaanz ruhig halten. Denn plötzlich liest man Tom Wait feat. Kool Keith oder Nina Persson feat. RZA oder etwa David Byrne feat. Chuck D. Das liest sich nicht nur staunend, sondern das hört sich auch so an. Die vielen unterschiedlichen Gäste der unterschiedlichen Genres vertragen sich miteinander. Es gibt keinen negativen Ausreißer, bei dem man sich denkt: na, den/die hät ich weggelassen – außer Kanye natürlich.

Doch so spektakulär sich die Gästeliste auch liest, sie kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Grunde nichts richtig “freshes” präsentiert wird, dafür das es “ein Plädoyer für den Hip Hop” sein soll. Das fetzt schon alles und macht auch Spaß und das Motto: “There’s a party and you are all invited” funzt ohne Frage.  Aber je öfter ich die Scheibe gehört habe, desto beliebiger klang sie. Zudem fing ich dann doch an gezielt Lieder auszuwählen. Das geilste Ding ist “Spacious Thoughts feat. Kool Keith & Tom Waits”. Dann sind noch “Way down feat. RZA, Barbie & John Frusciante”, “Gifted feat. Kanye West, Santogold & Lykke Li” ziemlich geil. Der Rest plätschert dann eher beiläufig durch die Boxen.  Tja und das ist bei 17 Titeln eine eher schwache Ausbeute.

NASA

Ich befürchte hier ein One Hit Wonder. Wiederholen werden die Jungs das definitiv nicht. Da müssen sie schon tief in die musikalische Trickkiste greifen, klingt die Scheibe in ihrer Gesamtheit für meinen Geschmack zu popig. Wöllte ich eine Schulnote geben, dann wäre es so etwas gemeines wie eine 1 minus oder doch eher eine 2 plus.
Empfehlen kann ich die Scheibe aber trotzdem. Die macht schon Spaß und ist auf jeden Fall eine gute Laune CD.

N.A.S.A – “The Spirit of Apollo” hier bestellen!

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09 2009

Beta Satan

Der Name ist schon mal amtlich. So auch die Debutscheibe der Dänen von 2008. Über die Band gibt es nicht viel zu erzählen. Wie auch, werden doch Informationen zur Band von der Band unter Verschluss gehalten. ’s geht nu mal nur um die Musik haben sich die Jungs bestimmt gedacht. Besteht die CD doch lediglich aus einem lustigen Cover. Kein Booklet, nüschts.

Beta_satan

Was den Augen fehlt, kriegen dafür die Ohren um so gewaltiger reingeblasen.  12 Bretter werden hier vor den Latz geknallt. Ordentliche Gitarren zwischen herrlich fröhlichen Indiemelodeien und kleinen, aber feinen Hardcore-Salven.
Das Schlagzeug kommt mit ordentlich Druck. Dazu schrillen immer mal wieder echt lustige Keyboardlinien durch, die nie nerven.
Bei Beta Satan geht es ohne Verschnaufpause ordentlich nach vorne. Fast schon so, als ob hier etwas ganz kurz vor der Explosion steht. Macht einen heiden Spaß die Scheibe. Man darf auf den Nachfolger gespannt sein.

Beta Satan – “Girls” hier bestellen!

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09 2009

Elbow – The Seldom Seen Kid – Abbey Road Live Version: Kaufbefehl

So viele Ideen hatte ich – Ideen für Platten, die Gegenstand meines ersten Blogposts hier auf hörboten.de sein sollten. “…Doch es kam alles ganz anders…” (um mal ein Sample zu samplen). Kennt Ihr folgende Situation? Man hört eine Platte im Auto und merkt, dass die Gefahr besteht, das Ende der Fahrt vor dem Ende der Platte zu erreichen. So weit so gewöhnlich, nur ist die Platte so großartig, dass man bewusst vom Gas geht, längere Alternativstrecken wählt oder vor dem entgültigen Stop noch einige Male um den Häuserblock fährt. Selbiges passierte mir heute und sorgte dafür, dass meine erste zu beprechende Platte gleich ein absoluter Kaufbefehl (im diktatorischsten Sinne) ist. Aber von vorne. Seit Samstag morgen lag das Paket mit dem Corpus Delicti auf dem Tisch, nämliches Paket beinhaltete die Live-Version einer der Platten die ich nennen würde, sollte mich jemand Ende kommenden Jahres nach meinen Platten der Dekade befragen: The Seldom Seen Kid” von Elbow. In der Live Version heisst das ganze dann sehr bezeichend “The Seldom Seen Kid – Live at Abbey Road”, wo die Britische Band das Album am 17. Januar 2009 gemeinsam mit dem 52 köpfigen BBC Concert Orchestra und Chantage (Radio 3’s 20 köpfiger Chor des Jahres 2008) neu einspielten. Mit Live-Platten ist das ja immer so eine Sache. Auf Grund der fehlenden optischen Eindrücke und der tendenziell schlechteren Aufnahmen wird die Stimmung der entsprechenden Veranstaltung in den seltensten Fällen eingefangen. Elbow sind erfreulicherweise was Soundqualität und Interpretation der Songs angeht erstaunlich nah an den Studioaufnahmen. Wenn man die DVD zur Platte sieht weiss man auch sofort wieso. Da das Konzert in einem Aufnahmestudio – DEM Aufnahmestudio – stattfand waren die Voraussetzungen für eine adäquate Konservierung des Ganzen mehr als optimal. Alle Beteiligten, inklusive des kompletten Chors und eines Großteils des Orchesters, tragen Studiokopfhörer. Das Riesen Mischpult ist des Öfteren zu sehen. Kurzum, man wird den Eindruck nicht los, dass hier bewusst die Konservierung des Ereignisses im Vordergrund stand. Zu Recht denn das Ergebnis ist so ziemlich das Großartigste, was mir in diesem Jahr zu Ohren gekommen ist.
Elbow
So saß ich also am Abend eines wunderbar hochsommerigen Sonntags am Ende eines ereignisreichen und rundum gelungenen Wochenendes im Auto, fuhr dem Sonnengang endgegen in Richtung Hauptstadt und hörte Elbow’s “The Seldom Seen Kid – Live at Abbey Road”
, eine Platte, deren Studio-Version ich ob Ihrer Famosität fast in- und auswändig kenne und war trotzdem wie weggeblasen. Sonnenuntergang, Stimmung und Musik in absoluter Harmonie und obgleich der Live-Mitschnitt wie gesagt recht nah an der Studioaufnahme ist reiht sich ein aha-Moment an den nächsten. Wenn beispielsweise das Orchester, insbesondere der Mann an der Trompete, am Ende des sensationellen “The Bones of You” beginnt “Summertime” zu intonieren oder das komplette Orchester in vollem Bombast in der Mitte von “The Loneliness of a Tower Crane Driver” einsetzt dann ist das so perfekt, dass einem bewusst wird, dass hier etwas ganz Großes geschaffen wurde. “Grounds for Divorce”, “Weather to Fly”, “One Day like This”…einfach alle Songs des großartigen “Orginals” gewinnen durch die “Neuinterpretation”. Das ganze wird im schicken Pappkarton mit CD, DVD, Booklet und Fotos der Aufnahmesession sehr liebevoll und hochwertig präsentiert. Wer sich hier ausschließlich mit der reinen MP3-Version zufrieden gibt, hat absolut gar nichts begriffen. Platte des Jahres (Album des Jahres war’s ja letztes Jahr)! Punkt.

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08 2009