Posts Tagged ‘Indie’

Pinback – Autumn of the Seraphs

Pinback - Autumn of the SeraphsHeute soll weniger ein Album besprochen werden. Vielmehr soll eine Band vorgestellt werden. Pinback sind eine dreiköpfige Band aus San Diego und machen herrlich schöne und angenehme Indie-Pop-Rock Musik. Wer Built to Spill, Nada Surf, Modest Mouse und/oder Death Cab for Cutie mag, der wird auch Pinback mögen. Wobei gleich vorneweg zu sagen ist, das sie nicht ganz so weichgespült wie Death Cab for Cutie sind.

Als Referenz für die Musik soll das letzte Album Autumn of the Seraphs empfohlen werden. Mit hervorragenden Melodien vom ersten bis letzten Song wird eine der Witterung entsprechende Stimmung transportiert. Schöne Musik mit einem melancholischen Touch, ohne Kitsch oder affektiert zu wirken. Und hier kann man ruhig das Wort “schön” verwenden. Denn wenn Musik als “schön” bezeichnet ist das immer eine schwierige Sache. Schöne Musik ist nämlich in den meisten Fällen langweilig und ohne Belang. Hier definitiv nicht! Das gilt für sämtliche Alben von Pinback.
Für den Herbst und Winter genau die richtige Musik.

Um sich eine Eindruck zu verschaffen hier mein favorisiertes Lied:

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11 2011

Telekinesis – 12 desperate straight lines

Eine herrliche leichte und unterhaltsame halbe Stunde bieten Telekinesis mit dem zweiten Studioalbum 12 desperate straight lines. Eigentlich sind Telekinesis ja nur ein Mann namens Michael Benjamin Lerner, welcher aus Seattle stammt und möglicherweise nach dem Konzept arbeitet: “wenn man nicht alles selber macht”…
Auch sein zweites Album hat er zusammen mit Chris Walla (Death Cab For Cutie, The Decemberists) analog eingespielt und alle Instrumente alleine. Respekt dafür!
So kurzweilig wie das Album ist, will ich auch meine Äußerungen dazu kurz halten. Hier leigt ein gutes Indie-Pop-Rock-Album vor. Das treibende Thema ist Trennung. Und Micheal scheint ganz schön daran geknabbert zu haben, wie man einigen Textzeilen entnehmen kann (”Please ask for Help”). Auch musikalisch hat er das Thema sehr überzeugend dargestellt. Teilweise wird man an den Bass von The Cure erinnert, was die ungefähre Stimmung widergibt. An anderer Stelle lassen die brachialen Gitarreneinsätze für sich sprechen (”50 Ways”). Ein gelungenes Album mit einigen Ohrwürmern.

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08

03 2011

Justus Parker – Exil oder Disko

Das hat lange gedauert, ja ich weiß. Deswegen erst einmal ein dickes SORRY an Justus Parker und gleich weiter zum Wesentlichen.

Ich hab so meine Probleme mit handegemachter deutschsprachiger Musik. Da gibt es nur wenige die zu überzeugen wissen. In den meisten anderen, überwiegenden Fällen, ist doch extremes Kopfschütteln und Fremdschämen angesagt. Deshalb war auch die Skepsis groß als der Silberling im Briefkasten und noch größer als er dann im CD-Fach lag. Tja und was soll ich sagen: ich war ganz schön überrascht und das auch noch positiv. Ich hab nicht schlecht gehört bei dem was mir da entgegenschallte. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hab das Album sogleich durchgehört ohne einmal “Skip” zu betätigen. Das wirkte aus einem Guß und hat sehr viel Spaß gemacht. Nochmal – Feinhören diesmal!

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Nach dem zweiten Hören war klar das Justus Parker auf jeden Fall Potential haben. Sie haben es sich verdient gehört zu werden. Das ist sehr gelungene handgemachte Musik. Die Texte sind durchdacht, engagiert und gerne auch mal poetisch-romantisch. Kein Popgeheule. Musikalisch gehts ordentlich nach vorne. Justus Parker wollen getanzt werden und das nicht zu knapp. Live ist das bestimmt ein Erlebnis.
Eins möchte ich noch loswerden: Die Band macht keine Hamburger Schule, weil es die nämlich niemals gab. Und ob das nu Post-Punk ist, mag sein. Für mich ist das IndiePopRock aus Wuppertal der überzeugt. So etwas fehlt in der deutschen Musiklandschaft. Danke

Zum Reinhören: Justus Parker – München Anna

Justus Parker – “Exil Oder Disko” hier bestellen!

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13

01 2011

The Thermals – Personal Life

Bis zum 10. September ist nicht mehr allzu lange hin, aber für alle Ungeduldigen sei hier der Link angepriesen, welcher das neue Album Personal Life der The Thermals bereithält.

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Die Hoerboten wünschen viel Spaß beim Vorhören.

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08 2010

Scumbucket – Sarsaparilla

Wenn man über die neue die Scheibe von Scumbucket Sarsaparilla schreibt, kommt man an Blackmail nicht vorbei. Ich will es kurz machen. Das es Blackmail nicht mehr gibt ist sehr schade und ein herber Verlust für den deutschen Indierock. Getrennt haben sie sich, weil Aydo Abay sich von Kurt Ebelhäuser in seinem künstlerischen Spielraum nicht mehr unterdrücken lassen wollte, sagt er. So kann er sich nun mit Ken richtig austoben. Das Ergebnis der diesjährigen Erscheinung ist eher ernüchternd. Und so kann man fast schon froh sein, dass Aydo nicht mehr Einfluss auf den Klang von Blackmail hatte.

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Und nun zu Sarsaparilla: Beim ersten Durchhören war ich zunächst entäuscht. Irgendwie wollte sich mir dieses Album nicht erschließen. Im Vergleich zum Vorgänger-Überalbum Kiss than Kind wirkte es sperriger, weniger zugänglich. Es hat nicht diesen leicht poppigen Hauch und auch nicht diesen Mitsing-Hymnen-Charakter. Aber nach mehrmaligen Hören entpuppt sich Sarsaparilla als eines jener Alben, dass mit jedem weiteren Hören wächst und wächst.
Es ist bestimmt und kommt mit dem ersten Titel Starring ar open Skies sofort auf den Punkt: absolut bombastischer und ein alles überrollender Titel. Es gibt dann im Verlauf des Albums einen Chor (”Fear falls on Deaf Ears”) und auch einen Chor zusammen mit Bläsern (”Call me Anyone”), die dann sehr an Blackmail erinnern. Allerdings lässt sich bei diesen beiden Titeln erkennen, dass Scumbucket die besseren Blackmail waren und sind.
Scumbucket haben ein Album veröffentlicht, welches sich immer wieder in unregelmäßigen Abständen durch seinen eigenen Charakter in Erinnerung bringt, wieder einmal gehört werden zu wollen, um dem geneigten Hörer wissen zu lassen: so wird das gemacht.

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26

07 2010

Animal Collective – Merriweather Post Pavillion & Caribou – Swim

Ein Gastbeitrag

Über Musik zu schreiben ist für mich wie über Philospohie zu schwimmen. Das Angebot der HOERBOTEN.DE, einen Gastbeitrag über drei Bahnen im 25 Meter-Becken zu verfassen, will ich trotzdem dankend annehmen. Wir tauchen in die aktuellen Platten von Animal Collective und Caribou ein. Stücke beider Alben im Wechsel zu hören mag daneben gehen; ein gemeinsamer Textbeitrag hingegen passt wunderbar – denn der kleinste gemeinsame Nenner dieses ungleichen Paares beschränkt sich darauf: Es sind psychoaktive Meisterwerke.
Das Atmen nicht vergessen. Die AC Scheibe wird zum Klassiker und von den Meisten in 15 Jahren vielleicht besser verstanden als gegenwärtig. “Merriweather Post Pavillion” ist eine Gehirnschnecke. Das zeichnet sich erst nach mehrmaligem Hören ab und dann ist es auch schon zu spät. Jedoch hätte man es wissen müssen – die Gestaltung des Albumcovers warnt vor. Damit sind wir an der ersten Wende, wechseln von Freistil auf Brust. Das Wasser wird flacher und fühlt sich auf einmal um 5 Kelvin wärmer an – “Swim” von Caribou will man draussen an den Elbwiesen hören, Caipirinha trinkend im knietiefen beleuchteten Pool in einer lauen Nacht. Falls das nicht geht, tun es auch Kopfhörer, die Heim-Stereo oder das VW Soundsystem. Vielleicht ist das die Platte, die man von den Chemical Brothers erwartet hätte? Schon schlägt man zur letzten Wende an und wird die verbleibenden 25 Meter von einem Torrent abwärts mitgerissen, daher kann man sich entspannt in die tote-Mann-Position begeben und einfach mit der Strömung treiben lassen. Aus den Felsspalten ranken links und rechts Songs, Geschichten und Szenerien in die Höhe, wiegen sich im Wind und du bist ganz nah dran zu verstehen, was Animal Collective in “Guys Eyes” mit “I really want to do just what my body wants to, I really want to do just what my body needs to” meinen.

Caribou - Swim & Animal Collective - Merriweather Post Pavillion

Caribou - Swim & Animal Collective - Merriweather Post Pavillion

Caribou “Swim” erschien offizell im April 2010 bei city slang, Animal Collective “Merriweather Post Pavillion” wurde im Januar 2009 von domino veröffentlicht.

Caribou – “Swim” hier bestellen!

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04 2010

Danger Mouse und James Mercer sind Broken Bells

Nach Danger Doom, den beiden Gnarls Barkley Platten und dem zweiten Gorillaz Album bin ich gewillt alles zu kaufen, wo der Name Danger Mouse drauf steht. Brian Burton sorgt, seitdem er mit dem Beatles-Jay-Z-Mashup-Album „The Grey Album“ auf der Bildfläche erschien, für absolut zeitlose und unendlich coole Produktionen. Nun also Broken Bells, das gemeinsame Projekt mit The Shins-Sänger James Mercer und wieder werde ich nicht enttäuscht. Was auf dem selbstbetitelten ersten Album der beiden mit der famosen Single „The High Road“ beginnt und auf 9 weiteren Songs seinen Lauf nimmt ist mal wieder so unglaublich liebevoll und perfekt produziert und bietet somit die ideale Umrahmung für Mercers Gesang. Das hier ist eine wirklich schöne Melange aus smarten Produktionen, die nur noch entfernt an die Hip Hop – Herkunft des Urhebers erinnern und verträumtem Folkpop.

Broken Bells

Gern verlieren sich die zwei in tollen Sixties-Arrangements und geben diesen einen modernen und entspannten Anstrich. So entsteht eine Platte, die an lauen Sommerabenden genauso funktioniert wie an kalten Wintertagen (Gottseidank haben einem die vergangenen Wochen die Möglichkeit gegeben beides auszuprobieren). Zugegebenermaßen hatte ich nach den ersten Durchläufen das Gefühl, dass hier außer der Single nichts hängenbleibt. Aber das als Langeweile abzutun wäre töricht denn die Platte wächst mit jedem Hören. Auch nach Broken Bells sage ich: Wo Danger Mouse drauf steht steckt gute Musik drin!

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28

03 2010

Gorillaz – Plastic Beach – Die zweite Meinung

Nun höre ich das neue Album der Gorillaz bereits zum dritten Mal und so richtig haut mich das nicht vom Hocker.
Ich finde die komplette Produktion, im Vergleich zu den Vorgängeralben, uninspiriert, teilweise kitischig und vor allem wenig kreativ. Frei nach dem Motto: Wir sind die Gorillaz und egal was wir veröffentlichen, ihr findet es sowieso gut.
In einem Punkt widerspreche ich meinem werten Kollegen ganz entschieden: innovativ ist das Album nicht. Vor allem dann nicht, wenn ich bei “Empire Ants” die ganze Zeit an Jean Michel Jarre denken muss. Das Snoop Feature hätten sie sich sparen können. Auch sonst bin ich von den ganzen Gastauftritten nicht überzeugt. In diesem Fall wäre weniger eindeutig mehr gewesen.
Abschließend halte ich fest: an das tatsächlich famose Demon Days können sie nicht anknüpfen. Der große Wurf ist ihnen nicht gelungen. Alles in Allem ein solides Album, mehr nicht.

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03 2010

Gorillaz – Plastic Beach

Hin und wieder kommt es vor, dass ein Album zum absolut richtigen Zeitpunkt erscheint. Plastic Beach, das dritte Gorillaz – Album erschien dieser Tage, als die Anzeichen auf ein baldiges Ende eines viel zu langen Winters stärker wurden und bietet somit den perfekten Soundtrack zum Frühling. Die von Blur-Frontmann Damon Albarn und Comic Ikone Jamie Hewlett ins Leben gerufene virtuelle Band bestehend aus Sänger 2D, Bassist Murdoc Niccals, Gitarristin Noodle und Drummer Russel Hobbs hat mit Album Nummer 3 im 12. Jahr des Bandbestehens wieder mal einen ganz großen Wurf gelandet. Auch Plastic Beach ist wie seine Vorgänger ein innovatives, zeitloses(!) und verdammt cooles Stück Gute-Laune- Musik.

Gorillaz - Plastic Beach

Nach dem orchestralen Intro gibt das von Snoop Dogg bereicherte „Welcome to the World of the Plastic Beach“ gleich einen famosen Einstieg auch und gerade weil sich Snoop angenehm zurücknimmt. Im weiteren Verlauf der Platte geben sich dann Mos Def, De La Soul, Mark E. Smith, Lou Reed und weitere illustre Gäste die Ehre. Musikalisch ist das ganze entspannt und detailverliebt produziert wie eh und je. Meine Sorge, dass Über-Produzent Danger Mouse nach dem großen Demon Days (hat einen Platz in meiner Alltime-Fav-Lise) dieses mal nicht mit an Bord ist war komplett unbegründet. Auch ohne ihn groovt, dubt und kickt das ganze extrem ordentlich zwischen live eingespielter Orchestierung, traditionellen “World Music”-Anleihen und verspielter Hip Hop Produktion. Das das Artwork wie immer zauberhaft ist muss ich nicht genauso wenig erwähnen, wie die Tatsache, dass das Video zur ersten Single “Stylo” nebst Bruce Willis Auftritt sehr cool ist! Bleibt zu hoffen, dass es nicht das letzte Album der Gorillaz bleibt, nachdem ja eigentlich bereits nach Demon Days schluss sein sollte. Kaufbefehl. Hallo Frühling. What took you so long?

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07

03 2010

Rain Machine – Kyp Malone auf vertrackten Solopfaden

Das ist sie nun also, die erste Platte von Rain Machine, dem Soloprojekt von Kyp Malone, seines Zeichens Sänger und Gitarrist der New Yorker Soul-Prog-Art-Rock-Spezis TV On The Radio. Sperrig ist Sie geworden, schwer und sehr viel weniger zugänglich als die Platten von Malone‘s Hauptband. Intro und Einstiegstrack lassen noch einige Parallelen (abseits der Stimme) zu TV On The Radio erkennen, doch gerade ab dem zweiten Drittel verliert sich Kyp Malone oft in seinen Songs. Er wimmert, leidet, schreit, flüstert, singt zu spärlicher aber sehr stimmungsvoller Instrumentierung. Auf den Einsatz einer klassischen Rhythmussektion wird in der Regel komplett verzichtet, Rhythmus bedeutet hier Schellenkranz und Händeklatschen. Auch die restliche Instrumentierung beschränkt sich meist auf eine Akustik-Gitarre. Vieles gleicht eher einer Jam-Session als einem klassischen Song auch weil die Instrumentalpassagen zuweilen kein Ende zu finden scheinen. So geht Malone hier Wegen, die seine Hauptband nicht geht.

Rain Machine

Keine leichte Kost, aber eine unkonventionelle, intelligente Platte voller Spannung, Reibung und vieler wunderschöner Momente. Anders als TV On The Radio aber keinesfalls weniger großartig!

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01 2010