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Wieso gibt es solche Rap-Texte heut nicht mehr?

Ich geb’ dem Lexikon das Wissen, nehm’ dem Nichts das Sein, ich red’ der Stimme ins Gewissen, geb’ dem Ja das Nein.
Beschütz’ die Security, bring’ Panik in die Hysterie und entzieh’ Deinem Album seine Poesie.
Durchschaue Deine Scheiben, geb’ der Schönheit ihren Reiz, das Vorbild für Idole legt die Arktis auf ’s Eis.
Führ’ die Sonne hinter ’s Licht, überschatte die Nacht, geben dem Sein das Ich, haben die Phantasie erdacht.
Beraub’ die Blindheit des Augenlichts, bewunder’ Taten des Taugenichts, sag’ den Atheisten: Ich glaub’ Euch nichts!
Lehr’ der Angst das Fürchten, der Wüste das Dürsten, erteilen selbsternannten Fürsten Lizenzen zum Dürfen.
Bis die Einheit entzweit, mehr Geleit als die Einsamkeit, unfair zur Gemeinheit ohne trittfeste Beinarbeit.
Feindbilder vereint, Freiheit von ganz allein befreit, ohne Uniformen und Normen, und trotzdem eingereiht.

Einserseits gleich, völlig verschieden, zweideutig geschrieben, weil wir eindeutig hassen, was wir lieben.
Unzufrieden, wollen nicht oben unterliegen, geben mehr als wir nehmen, nehmen mehr als wir kriegen.
Einserseits gleich, völlig verschieden, zweideutig geschrieben, weil wir eindeutig hassen, was wir lieben.
Unzufrieden, wollen nicht oben unterliegen, geben mehr als wir nehmen, nehmen mehr als wir kriegen.

Ich bereue gar nichts, tut mir leid, verfall der Haltbarkeit, denn nichts ist so bestaendig wie Vergaenglichkeit.
Entbinde Endlosschleifen der Unendlichkeit, hier bricht, was es verspricht, in Lichtgeschwindigkeit.
Versenge Fegefeuer, feuerfest, vergiss’ Asbest, nehm dem Gestern das Vorher, vesetz’ das Nun in’s Jetzt.

Ersetz’ Eure Isolation durch Hausarrest, hauch’ Leben in die Legende und geb’ dem Ende den Rest.
Fundamente untermauern, malen Tristes in Grau an, Zeitloses überdauern und dem Hinterhalt auflauern.
Hört Euch genau an, wie wir an zu Süssem versauern. Leg Euch nichts als die blossen Strassen zu Füssen,
lass’ die allergrössten Strafen büssen und die wirklich grossen Grössen Grüssen, in höchsten Massen, Flussläufe mit Nervengasen verwüsten.
Leg’ Deine Scheinheiligkeit auf ’s Kreuz, Du liegst verkehrt, falscher Stolz wird entehrt, rechter Glaube bekehrt.
Blindgänger, Scheintot, liegen lebendig begraben, zahme schwarze Tauben jagen weisse wilde Raben.
Eure Werke sind gegen unsere Stärke nur milde Gaben, aber Autorität Untergraben hat nun mal das Sagen.

Einserseits gleich, völlig verschieden, zweideutig geschrieben, weil wir eindeutig hassen, was wir lieben.
Unzufrieden, wollen nicht oben unterliegen, geben mehr als wir nehmen, nehmen mehr als wir kriegen.
Einserseits gleich, völlig verschieden, zweideutig geschrieben, weil wir eindeutig hassen, was wir lieben.
Unzufrieden, wollen nicht oben unterliegen, geben mehr als wir nehmen, nehmen mehr als wir kriegen.

Ich mach’ Drogen süchtig und die Pest krank, weil ’s schon immer feststand, erober’ überflüssig Euer Festland.
Verminter Sandstrand, Angstschweiss, kalter Schauer. Ziele ohne Ankunft, Ihr verfehlt noch genauer.
Präzisiere Infrarot Visiere, zentriere den Mittelpunkt, bring’ mich nach vorn, wie mehr Wissen über den Hintergrund.
Besiegter Sieger, geliebter Feind, stell’ Deine Antwort in Frage, der Nomade bleibt.
Dein Schuss geht nach hinten los, Treffen begegnungslos, Du schöpfst aus dem Vollen, Doch Deine Schöpfung ist seelenlos.
Dein Wahnsinn ist sinnlos, Interviews ohne Infos, Du hast Dich bloss geschnitten beim Entschärfen dieser Ginsuis.
Zerlegen Deine Stücke in tausend Einzelteile, verknüpfen Knotenpunkte, hängen Dein Wrack in die Seile.
Verteilen Tiefschläge, Kids, schützt Euern Kopf, geben Eurer Paranoia Rückendeckung als Heckler und Koch.

Einserseits gleich, völlig verschieden, zweideutig geschrieben, weil wir eindeutig hassen, was wir lieben.
Unzufrieden, wollen nicht oben unterliegen, geben mehr als wir nehmen, nehmen mehr als wir kriegen.
Einserseits gleich, völlig verschieden, zweideutig geschrieben, weil wir eindeutig hassen, was wir lieben.
Unzufrieden, wollen nicht oben unterliegen, geben mehr als wir nehmen, nehmen mehr als wir kriegen.

zu finden auf dem RAG-Album “Unter Tage”

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09

04 2010

Kool Savas – John Bello III – Don’t believe the Hype entirely!

Zugegeben: Kool Savas‘ John Bello 2 hat mir sowohl in der normalen als auch in der Brainwash Edition echt Spass gemacht. Witzige Texte, jede Menge Energie, feine Produktionen, dass er rappen kann bezweifelt ja ohnehin niemand. Nun also der dritte und nach eigenem Bekunden letzte Teil. Wenn man der einschlägigen Fachpresse (On- wie Offline) Glauben schenken wollte ist das hier also das ganz große Ding im deutschen Rap. Nach mehrmaligem Durchhören kann ich mit Überzeugung sagen: Stimmt definitiv nicht! Klar das hier ist oft sehr solide und wie immer absolut großartig gerappt aber das Ganze krankt an genau 2 Faktoren ganz gewaltig. Zum einen ist es die Produktion, die bisweilen reichlich langweilig ist und zum anderen sind es die Hooks von Moe Mitchell. Ob dieser nun singen kann oder nicht mag ich zum einen nicht beurteilen, zum anderen ist es mir schlichtweg egal (ich stehe gesungenen Hooks im Rap ohnehin recht Kritisch gegenüber), Textlich bewegt er sich allerdings grundsätzlich auf LaFee-Niveau (man höre nur den Chorus von „MySpace“). Damit schwanken viele der Tracks zwischen wirklich guten Strophen und Rap-Parts und eben jenen unerträglichen Fremdschäm-Hooklines.

Kool Savas - John Bello 3

Nichtsdestotrotz gibt es Songs die verdammt gut sind. So findet das fantastische „Rapshit“ von der Brainwash Edition der zweiten Bello Story sein Pendant in „Mach doch deinen Scheiss“ auf Bello 3, die Rap-Zitate werden hier jedoch durch Klaus Kinski-Zitate ersetzt. „Boojaka Shot“ mit einem echt guten Caput-Feature ist auch ein echtes Highlight. Überhaupt wimmelt es hier wieder nur so von Gastauftritten von den üblichen Verdächtigen (Amar, Ercandize, Moe Mitchell) über Olli Banjo bis Curse (der famoserweise auf „Immer Das Schlechte (Stop Stop)“ genauso Rappt, wie vor 12 Jahren auf „1000 MCs“ vom Stieber Twins Klassiker „Fenster zum Hof), Frankie Kubrik (ganz groß) und vielen Anderen. Frankie Kubrik darf dann auch im wirklich bewegenden „Die John Bello Story“ das bisherige Leben des Savas Yurderi Revue passieren lassen – ein Highlight!

Was John Bello 3 aber wirklich hörenswert macht ist die Bonus CD der limitierten Essah Edition. Diese ist nämlich im Gegensatz zur Hauptscheibe genau das, was man nach Bello 2 erwartet hatte. Rap auf Deutsch, der großartig unterhält, weil man ihm anmerkt, dass hier jemand einfach ins Studio gegangen ist um eine gute Zeit zu haben. „30 Sekunden“ (ft. Olli Banjo und Mo Trip) und „Wand“ gehen so kompromisslos nach vorne, wie es schon „Charisma“ auf Bello 2 tat.

Insgesamt also nicht die Offenbarung die man nach dem Hype erwarten würde aber trotzdem eine unterhaltsame Kool Savas Scheibe. Warte auf eine „Ohne Moe-Edition“!

Kool Savas – “John Bello Story 3″ hier bestellen!

14

03 2010

Neuer Dendemann Clip – Stumpf ist Trumpf

Der Clip zu Stumpf ist Trumpf, der ersten Single aus dem bald erscheinenden neuen Dendemann-Album “Vom Vintage verweht” ist da. Herrliche Reminiszenz an so wundervolle TV-Serien aus den 80ern. Dende als MacGyver, Colt Seavers, und und und!

http://myspacetv.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=103482345

Vorfreude aufs Album!!!

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03 2010

Marteria 2010 … da kommt was Wunderschönes für’s Ohr!

http://www.vimeo.com/8313828

Sensationeller Marteria Clip, der eines zeigt. Guter Typ, Gute Musik, Gute Texte, Vorfreude aufs neue Album!

Wenns doch nur schon eher käme!

20

01 2010

Kinderzimmer Productions – Over and Out

Anfang Dezember erschien “Over and Out”, das auf 1000 Stück limitierte Abschieds-Live-Album der Kizis. Stattgefunden hatte das Konzert bereits im April 2008 in Dortmund. Im September 2009 kam die Verlautbarung, das der Entschluss gefasst wurde, ausgewählte Stücke des Konzertes auf Vinyl zu veröffentlichen. Für Sentimentalisten wurde auch noch eine CD beigelegt – für an die Wand nageln oder auch abspielen.

Kinderzimmer Productions Over and Out

Das Konzert sollte als besonderes Schmankerl so unplugged wie möglich gespielt werden. Hinbekommen haben die Jungs das zu 92%. Ein HipHop Konzert ohne 1210er geht nu mal nicht! Um Drummaschine, Sampler und Rechner zu ersetzten, haben sie sich ordentlich ins Zeug gelegt. Wie immer live dabei am Schlagzeug: Jürgen Schlachter “Das Tier”. Textor am Kontrabass und Quasimodo am Plattenspieler und Ghettoblaster. Aber damit nicht genug: Klavier, Vibraphon, Cembalo, Melodica, Marimbaphon, eine CHIPSTÜTE(!), Gitarre, Bass und zwei famose Hintergrundvokalisten, die für Sprachsamples verantwortlich sind. Und so werden die komplizierten Songstrukturen aufgebrochen und durch diese Vielzahl an Instrumenten herrlich neu inszeniert.
Über die Auswahl der Titel kann man sich beim besten Willen nicht beschweren, eine schöne durchdachte Sache diese. Auf der Seite A stellen sich Textor und Quasimodo mit “Das T” und “Quasi Modo lost Contral” vor und spielen dann “Lights! Camera! Action!” als Ansage für den weiteren Verlauf.  Die Seite B bringt einen dann “Back” über “Mehr oder weniger” zu “Doobie”. C und D präsentieren einen schönen Mix von den Alben “Wir sind da wo oben ist”, “Irgendjemand muss doch” und der Über-Ep “Ich bin, du nicht sicher”. Das macht alles Spaß und weckt Erinnerungen an das eine Konzert, bei dem man war. Wehmut macht sich mit dem letzten Titel dann doch breit. “Kippen” heißt das gute Stück und kommt vom Album “Die hohe Kunst der tiefen Schläge”. Kein anderer Titel hätte es sein dürfen! Schnief und Schneuz!

“Heinrich, der Wagen bricht!”
“Nein, Herr, der Wagen nicht,
Es ist ein Band von meinem Herzen,
Das da lag in großen Schmerzen…”

So tragisch der Anlass für diese Besprechung auch ist, liefert der Titel des Albums auch gleich die Möglichkeit für die Hörboten sich vom Jahr 2009 und der treuen Leserschaft zu verabschieden, einen guten Rutsch und ein erfolgreiches 2010 zu wünschen. Over and out.

Euer Cazmo

Kinderzimmer Productions – “Over and Out – Live aus dem Konzerthaus Dortmund” hier bestellen! (aber schnell sein!)

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12 2009

Eins Zwo – Gefährliches Halbwissen

Gelegentlich zelebriere ich diese Perle des deutschen Hip Hop stilgerecht analog mit Vinyl, Metallnadel und Phonoeingang. Dann heißt es wieder die schönsten “Cuts und Breaks und Raps mit Wortwitz” genießen, die so angenehm und wehmütig an damals (1999) erinnern lassen.

eins-zwo-gh

DJ Rabauke als famoser Beatbauer/Plattenkratzer und Regelschieber und Dendemann, der derbste Reimschmied Deutschlands, formierten Ende der 1990er das wichtigste Duo des Hip Hop in Mitteleuropa. Klassisch besetzt mit einem DJ und einem MC haben die beiden den wohl größten Konsens dieses Genres geschaffen, den selbst die Fantastischen 4 nicht hinbekommen haben. Ich wage zu behaupten, dass es keinen gibt, der sich mit dieser Musik auseinandersetzt, der diese Platte nicht mag. Außer die “harten Kameraden”, die es schon immer gab und die bei jedem auch noch so kleinen Erfolg Sell out schrien.
Die Produktion ist grandios. Die Cuts sitzen und kommen scharf wie ein Katana und der Kopf nickt permanent wie bei einem Wackeldackel. Die Instrumentals klingen heute noch so verdammt frisch, das mehr als nur eine Krokodilsträne aus dem Knopfloch gepresst wird.
Und an diese schönen Beats schmiegen sich mit eleganter Harmonie die wunderbaren Reimpassagen von Dendemann. Wie herrlich tragisch-komisch ist doch die Geschichte von der Omi aus dem 1. Stock. Mein Lieblingstitel ist “Vogelperspektive”. Herrlich schwer schleppender Beat und Battlereime, die ganz geschickt mit ordentlich Witz verpackt sind. Auf die anderen Granaten gehe ich nicht weiter ein, wer das Album kennt, weiß wovon ich rede. Wer es nicht kennt und guten deutschen Rap hören möchte, ist verpflichtet diese Platte zu kaufen.

Ein Artikel voller Superlative. Aber was bleibt einem übrig, wenn man über Legenden schreibt?!

Eins Zwo – “Gefährliches Halbwissen” hier bestellen!

19

11 2009

Marteria/Marsimoto live im Puschkin (Dresden) – Die zweite Meinung…

…ähnelt der ersten Meinung zum Marteria Konzert frappierend. Das Publikum war in der Tat äußerst überschaubar, was echt traurig ist. Da kommt ein großartiger und wirklich innovativer Künstler in die Stadt, einer der wenigen, die noch für Spannung im deutschen Rap sorgen und niemand geht hin. Schieben wir’s mal auf den eher ungünstigen Termin und die fehlende PR, d.h. hoffen wir, dass dies die Gründe waren. Nichtsdestotrotz war das Gebotene wirklich absolut großartig und sehr unterhaltsam. Aber fangen wir von Vorne an. Die Support Acts lassen wir jetzt mal unbeachtet. Zum einen, weil wir deren Auftritt nicht komplett gesehen haben, zum anderen war das was wir gesehen haben wirklich nicht der Rede wert.

Danach hieß es “Classics mit Marteria’s Tour-DJ”. KRS-One, Quasimoto, House Of Pain, Cypress Hill, Gravediggaz, und, und, und. Fantastisch!

Dann Marteria selbst. Wie besprochen mit einigen neuen Stücken und einigen Neuinterpretationen auf Instrumentals von RichBoy (Drop), Lil‘ Wayne (A Milli), The Prodigy (Spitfire) – wunderbar verstärkt durch die Band of Brothers, bestehend aus Live-Schlagzeuger, Live-Didgeridoo-Spieler, Live-DJ, Live Computerbediener und Live-Keyboarder. Toll zu sehen, dass es noch Künstler gibt, die sichtlich Spass an Ihrer Musik und am Live-Auftritt haben und es somit schaffen diese Euphorie auch auf’s Publikum zu übertragen, egal, wie klein dieses Publikum ist. Schön war auch, dass Marteria beim großen “Aus Dem Häuschen” vom Harris Mixtape “Ab in Club”, dessen Part mit charakteristischer Harris Stimme gleich mit übernahm.

Nach 45 Minuten dann Tschüss Dresden, Schock im Publikum, Entrollen eines Marsimoto-Banners auf der Bühne, erleichtertes “aaaahhhh” im Publikum, eine frisch in Grün gekleidete Band Of Brothers und ein Marteria, der in 80er-Jahre Space Sonnenbrille (die an Geordi La Forge aus Star Trek – The next Generation erinnerte) nun sein Alter Ego Marsimoto gab. Jetzt wurde das Puschkin endgültig abgerissen. “Modern Stalking”, “Der Nazi und das Gras”, “Cash dein Sound” … Alles Live wesentlich energetischer und druckvoller als auf Konserve! Abschließend gab es dann noch eine Coverversion von Deichkinds Gassenhauer “RemmiDemmi”, ein würdiger Abschluss, wenn auch nicht ganz so gut wie die eigenen Sachen!

Kleine Anekdote am Rande: Die ebenfalls famose Miss Platnum ward im Publikum gesehen und half später noch am Merchandise-Stand aus. Sehr sympathisch!

Fazit: Marteria/Marsimoto Live = absolut zu empfehlen! Beim nächsten mal gerne wieder!

16

11 2009

Marteria & The Band of Brothers live in Dresden

Am 29.10.2009 startete Marteria seine “Allein auf weiter Tour” im Dresdner Puschkin. Das Negativste will ich gleich vorweg nehmen: es war verdammt traurig, dass vielleicht gerade einmal zwischen 100 und 120 Leute bei dem Konzert waren! Wer weiß woran das gelegen hat, ich vermute hier einfach zu wenig Werbung und mit Donnerstag einen relativ schlecht gewählten Wochentag, andere Gründe fallen mir nicht ein. Denn so unbekannt und “Underground” ist er nun ja auch nicht mehr.
Auf jeden Fall haben sich Marteria und The Band of Brothers von der geringen Publikumszahl wenig negativ beeindruckt gezeigt. Es schien eher fast das Gegenteil bewirkt zu haben. Denn was die Jungs an Energie und Spiellust losgelassen haben war sehr sehr beeindruckend. Meine Fresse was haben die losgelegt. Marteria hatte so viel Spaß zu feiern, dass es einem gar nicht einfiel irgendetwas anderes zu machen als zu feiern.
Das Konzert war schön durchdacht und wurde mit Schlagzeug, Didgeridoo, nem Plattenkratzer und Keyboarder präsentiert. Im ersten Teil gab es 4 neue Songs vom kommenden Album vorgestellt: Neue Nikes, Moskau an der Spree, Du willst streiten und Marteria Girl. Davon ausgehend wird das eine Bombe. Nach ein zwei weiteren Titeln waren 45 Minuten um und der Schock groß als er sich und die Band of Brothers bedankten und verabschiedeten. Sowas kommt für gewöhnlich nicht so gut an. Als dann aber der Lichtmann seine spektakuläre Show startete – er schmiss die grünen Funzeln an und beließ es dann dabei für den Rest des Konzerts – kam Marterias Feature für die Tour auf die Bühne: Marsimoto. Und spätestens hier war einfach kein Halten mehr. Die Jungs auf der Bühne alle in grünen Zoo York Kapus gekleidet haben dann das Puschkin auseinander genommen, holla die Waldfee.
Marteria ist live ein ganz großes Muss.

02

11 2009

Fünf Sterne Deluxe – NeoNow – Dumm aber schlau

Der Titel des aktuellen und in höchstem Maße streitbaren „Das Bo“ – Albums ist sehr bezeichnend dafür, was Bo mit seiner „alten“ Band Fünf Sterne Deluxe geschaffen hat. Zumindest, wenn man dumm mit albern gleichsetzt, denn albern war vieles, was sich auf Fünf Sterne Platten findet und das sei hier durchaus als Kompliment gemeint denn gleichzeitig waren die Texte so unglaublich smart, wie man es auf heutigen Produktionen nur selten geboten bekommt. Wenn die (gottseidank an Bedeutung verlierende) Gangster- und StreetRap Fraktion gegen solche Inhalte schoss, dann nur, weil sie’s einfach nicht kapiert hat. Doch während das Gros der Bushido Fans nicht mit seiner Musik altert und irgendwann (zurecht) das Interesse an ihr verliert, kann ich die Fünf Sterne Platten auch heute nach über 11 Jahren noch genauso oder sogar noch mehr feiern als zu Zeiten der Veröffentlichung. Besonders auf das Zweitwerk „NeoNow“ der Hamburger soll hier etwas eingegangen werden. Erschienen im Jahr 2000, klingt die Produktion des Ganzen herrlich organisch und noch heute keinesfalls veraltet. Beispielhaft sei hier „Champagneros“, das schlauste und beste Trinklied aller Zeiten, genannt. Abseits des großartigen Texts bekommt man eine absolut phantastische Produktion DJ Coolmanns unter Tobi Tonic‘s und Bo‘s Weisheiten gelegt. Hört man sich dagegen den Synthi-80s-Schrott vieler heutiger Rap-Produktionen an versteht man, was ich meine.
Neo_Now
Wie beim Erstling gibt es auf „NeoNow“ wieder den vertonten Drogentrip („Auf Der Yacht Nach Dr. Hossa“) und den leicht nervenden Discoreisser („Stop Talking Bull“). Dankbarerweise verzichteten Toby, Bo, Marcnesium und DJ Coolmann auf „Neo Now“ auf den Skit-Wahnsinn des Vorgängers, was die gefühlte Dichte an Bomben extrem erhöht. „Dreh Auf den Scheiss“, „Wir Ham’s Drauf” und das bereits erwähnte „Champagneros” seien hier beispielhaft genannt. Die Vorab-Single „Ja Ja … deine Mudder” findet sich lediglich als Remix wieder, der nicht ganz an die Singleversion heranreicht.
Nach Neo Now erschienen lediglich noch einige WhiteLabels und eine Single (die dann bereits ohne DJ Coolmann) von ebenfalls sehr hoher Qualität. Schade, dass es das dann war.

Comeback ausdrücklich erwünscht!

Fünf Sterne Deluxe – “Neo.Now” hier bestellen!

22

10 2009

Creutzfeld & Jakob – Gottes Werk und Creutzfelds Beitrag

Beim Renovieren meines Zimmers, musste so einiges aus- und rumgeräumt, entstaubt und auch weggeschmissen werden. So stand ich dann auch bald vor dem CD-Regal. Hier musste auch mal ausgemistet werden. Bei solch einer Gelegenheit tritt dann die ganze Zimmer-umstalt-Aktion in den Hintergrund, fängt man dann an sich alte CDs anzuhören und dabei nostalgisch in Gedanken zu schwelgen. Und so kam mir auch das famose Debut-Album von Creutzfeld & Jakob unter die Ohren.
Das Intro kommt schön düster im Stile von RAG und Toostrong. Und dann fetzen mit “Anfangsstadium” diese derben trockenen und absolut fetten Beats los, dass der Kopf einfach nicht  mehr kann – KopfnickenKopfnicken bis zum Genickbruch. Ganz gefährlich beim Autofahren!
creutzfeld
Textlich ist alles wunderbarer Battle-Rap. Herrlich lustige Wortspielereien: “…passepartout in keine Rahmen”. Raptechnisch flowt das alles wunderbar, schön schnell und trotzdem verständlich, v.a. Flipstar hat es richtig gut drauf. Der Flow der Reime zusammen mit den Ruhrpott-Beats macht das Album zu etwas Besonderen – einen Klassiker nicht nur für HipHop-Nostalgiker!
Die CD bleibt im Regal.

Creutzfeld & Jakob – “Gottes Werk und Creutzfeld’s Beitrag” hier bestellen!

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10 2009