Posts Tagged ‘Crossover’

Fischmob – Power (1998)

Die Gunst der Stunde hatte es so gewollt, dass mir für beschränkte Zeit ein Automobil zur Verfügung stand, welches an jenem Tag benutzt werden wollte. Denn so hatte es der Wettergott beschlossen, goß es an jenem Morgen doch wie aus Eimern. So fand ich mich dann im morgendlichen Ich-muss-zur-Arbeit-Stau wieder. Der große Unterschied zu den anderen Robotern war der, dasss ich ein breites Grinsen im Gesicht hatte. Grund dafür war Power. Das zweite, letzte und so andere Album der Hamburger Fischmob. Das Motto der Platte heißt: “Diese Platte eröffnet das Zeitalter des Allround-Styles! Digital oder analog. Schrammel oder Beats. Alles wird gut. Denn die Mutter von alledem heißt Musik. Und Mutter hat immer Recht.” Und es wurde alles gut…zumindest an diesem Tag.
Fischmob spielten in Bezug auf Beklopptheit und absoluter Textkreativität in der gleichen Liga wie Der Tobi und das Bo/5 Sterne Deluxe.
Wie herrlich dieses alte Zeug wieder zu hören. Angefangen mit “Susanne zur Freiheit”, gefolgt von “Johnny”, “Du (äh, du)”…ach wie sinnlos, da kann ich ja gleich die ganze Titelliste runterschreiben!

“Fischmob verpestet den Hamburger Luftraum, lass mal stecken den Duftbaum er kann dich nicht retten, denn schon mein Mundgeruch is Grund genuch für Zaaahnpastareeiim…Wooohaaa”.

Ach ich will hier auch garnicht so viel darüber reden. Ich wollte mal wieder an ein Meisterwerk erinnern.

Fischmob power

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05 2011

Tao of the One Inch Punch

Wir schreiben das Jahr 1996 und mir kommt über eine der damaligen Visions Compilations der Song “The Bu” der amerikanischen Band One Inch Punch zu Ohren. Absolut überwältigt ob des neuartigen Sounds, halte ich nur wenige Tage später das Album Tao of the One Inch Punch in den Händen. Diese einzige LP der Band aus L.A. – bestehend aus Justin Warfield (heute bei der Darkwave-Band “She Wands Revenge”) und Gianni Garofalo – begeistert noch heute, 15 Jahre nach Erscheinen durch eine spannende Mischung aus industriellen trockenen Sounds und Samples, reduzierten Gitarrenriffs, entspannten Raps und Gesangseinlagen. Bis heute ist mir nichts vergleichbares zu Ohren gekommen weswegen ich die Scheibe regelmäßig wiederentdecke und begeistert in sie eintauche.

One Inch Punch

Bereits der erste Song “Just Enaugh” beinhaltet alles, was den Sound der Band so einzigartig macht und gibt die Marschrichtung für das vor, was in den nächsten 36 Minuten verteilt auf 10 Anspielstationen passieren soll. Der zweite Track “Gemini” sollte einigen aus dem Film “Die Fetten Jahre sind vorbei” bekannt sein. Es folgen Schmuckstück um Schmuckstück, mal raplastiger, mal “grungiger” [sic!]. Dem Album folgte noch die “Angela Davis EP” (1997) und mit “Pretty Piece of Flesh” ein Beitrag zum “Romeo+Juliet”- Soundtrack , der zumindest auf dem Album nicht zu finden ist. Sehr schade, dass es danach bereits wieder vorbei war und es kein weiteres One Inche Punch Album gab. Bei amazon findet man das Album zumindest gebraucht auch heute noch (obgleich ich nicht verstehe, wie man so einen Schatz wieder hergeben kann). Alltime Favorite! Absolute Kaufempfehlung!

One Inch Punch – “Tao of the One Inch Punch” hier bestellen oder downloaden!

PS: Es gibt inzwischen eine US Punkband gleichen Namens –> Nicht verwechseln!

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01 2011

Street Sweeper Social Club – No Rage but Against the Machine

Hinter dem Street Sweeper Social Club verbergen sich Tom Morello, Rage Against The Machine’s und Audioslave’s Gitarrenmagier und bekennender Sozialist und Boots Riley seines Zeichens Kommunist und The Coup – MC. Zusammen schicken sie sich an Ihre politischen Überzeugungen in Musik zu gießen. Entsprechend drehen sich die Songs des Mitte 2009 erschienenen selbstbetitelten Debutalbums des Projekts textlich ausnahmslos um Themen wie soziale Ungerechtigkeit, verantwortungslose Politik und ein korruptes Finanzsystem. Musikalisch groovt sich das alles in bester Rage Against The Machine – Manier in Ohr und Nacken und macht erneut deutliche welch riesigen Einfluss Tom Morello anscheinend auf den Sound von RATM und Audioslave hatte. Wo Morello draufsteht ist Morello drin.

Street-Sweeper-Social-club

Haben wir es also hier nur mit einer RATM – Platte ohne Zac De La Rocha zu tun? Mitnichten. Zwar ist das hier wie bereits gesagt der typischen Rage-Sound, gerappt wird auch, und hochpolitisch geht es auch die ganze Zeit zu. Jedoch unterscheidet sich Boots Riley in 2 Punkten signifikant von Zac De La Rocha. Zum einen kann er wirklich gut rappen, etwas das man De La Rocha bei allem Respekt nie wirklich attestieren konnte. Zum anderen klingt er weit weniger wütend als Morello‘s früherer Wortführer. Boots Riley schreit nicht, wie es Zac De La Rocha tat, er bleibt immer in erster Linie MC. Ein zweischneidiges Schwert wie ich finde, denn so wird die Platte nie anstrengend, jedoch bleibt beim kompletten Durchlauf auch recht wenig im Gedächtnis hängen. Erst beim punktuellen Entdecken der Scheibe findet sich die eine oder andere Perle.

Crossover weiss auch mit dem Street Sweeper Social Club nicht auf Albumlänge zu fesseln. Aber in kleineren Dosen genossen (hin und wieder mal 1-2 Songs) weiß das Ganze sehr zu gefallen, zur Aufwertung der nächsten Party-Playlist ist’s ob des großen Kopfnick- und Arschwackel-Faktors ohnehin mehr als geeignet! Kaufen, Dosierungshinweise beachten und Spass haben!

Street Sweeper Social Club – “Street Sweeper Social Club” hier bestellen!

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05 2010

Beastie Boys – Check Your Head

Der erste Kontakt mit den Beastie Boys wurde über MTV hergestellt. “No Sleep till Brooklyn” und natürlich “You Gotta Fight For Your Right” haben schön losgefetzt und Geschmack auf mehr gemacht. Und dann hörte man, als Lückenfüller, die ersten 3 oder 4 Stücke von Check Your Head auf einer Kassette eines Kumpels und war wie vor den Kopf gestoßen. Bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit stieg man dann in den Bus und fuhr in die Stadt, um die CD zu kaufen und das Ganze sein Eigen zu nennen.

beastieboys-checkyourhead

Das war schon überwältigend was man da zu hören bekam. Diese unglaublich kompakte und wuchtige Musik, die irgendwie alles miteinander verband was es an Stilen gab. So etwas hatte das blutjunge und ungeschulte Ohr noch nie in seinem Leben wahrgenommen. Da hört man Orgeln, klirrende Weingläser, knarrende Türen, wildes Plattengekratze, Schlagzeug, Saxophon, Gitarren und Sprechgesang. Das wird dann alles so miteinander kombiniert, dass man Bauklötzer staunt. Das muss man erstmal verarbeiten können. Das wurde dann auch gemacht, indem die gute Scheibe auf absoluter Hochrotation lief. Irgendwann verstand man dann auch die Texte und alles wurde nur noch besser.
Check Your Head ist das stärkste Album der Beastie Boys. Ein absolutes All-Time-Favorite!

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05 2010

Who’s the King?

Ich hab zu meinem Geburtstag eine CD geschenkt bekommen mit der die Aufgabe verbunden wurde, etwas über “…diesen Trash…” auf hoerboten zu schreiben. Ich war schockiert und entsetzt! Nachdem ich mich für dieses wunderbare Geschenk bedankt hatte, verpasste ich dem Schenkenden sogleich eine verbale Ohrfeige, mit der ich kund tat, dass das sooo nicht geht: die All Boro Kings Dog eat Dog sind doch kein Trash! Wurden doch gleich wieder die Erinnerungen an das With Full Force III wach. Erinnerungen als das Saxophon die Hymne Who’s the King intonierte und grob geschätzt 1 Million Menschen – es können auch weniger gewesen sein – ausrasteten.
Natürlich habe ich mir die CD gleich wieder zu Gemüte geführt und mir wurde klar, warum Dog eat Dog kein Trash sind: es ist das verdammte Saxophon, dass sooo geil mit Punk, Rock und Rap korpuliert hat. Heraus kam verdammt smooth groovende Gute-Laune-Musik, die einen zugleich in den pogenden Mob zog und einen abgehen lies, als gäb es keinen Morgen.
Und auch heute noch bekomme ich gute Laune wenn ich die CD höre und mein CD-Player auch. Alles geil auf dem Teil! Nix da Trash! Von vorne bis hinten purer Spaß an der Musik. Nur reduziert sich das pogen heute bei “No Fronts” aufs Fusswippen und Kopfnicken…das Ding mit der Zeit ist halt so eine Sache.

Dog Eat Dog - All Boro Kings

Es sei nur noch so viel gesagt, das zweite Album “Play Games” ist genauso geil. Hat nur kaum jemand mitbekommen. Allerdings haben die Jungs danach nur noch abgebaut. Schade.

P.S.: Was das Thema Trash betrifft, sei nur soviel gesagt: H-Blockx und Guano Apes.

Dog Eat Dog – “All Boro Kings” hier bestellen!

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08 2009