SHUTTER ISLAND – Leo und der Inselkoller

Elitäres Ferienparadies – Shutter Island!

Elitäres Ferienparadies – Shutter Island!

Die Nachricht über einen neuen Scorsese-Film erweckte in mir sofort Glücksgefühle – unabhängig von dem gut gemachten, aber völlig irreführenden Trailer. Dieser suggerierte dem Zuschauer nämlich einen harter, nervenaufreibenden Psychoschocker, der an die Grenzen des ertragbaren zu gehen schien. Pustekuchen, ganz so schaurig wie versprochen war es dann doch nicht, was aber natürlich auch nicht der Grund dafür war, sich diesen Film möglichst zeitnah zum Kinostart anzuschauen. Die damit angesprochene Zielgruppe hatte man aber erreicht, wie ein schweifender Blick durch den Zuschauerraum verriet.

Zum Film. Scorsese hat einmal mehr bewiesen, dass er zu den großen Regisseuren seiner Zeit gehört, obwohl “Shutter Island” definitiv nicht zu seinen besten Filmen gezählt werden kann – aber das war “Departed” ja auch nicht und hat ihm trotzdem nach sechs erfolglosen Nominierungen einen Oscar eingebracht – vermutlich dem unerwarteten Erfolg des Films geschuldet und ein wenig aus Mitleid. So hat er aus dem begehrten Stoff zwar einen soliden und spannender Film gezaubert, die Genialität, beziehungsweise besondere Handschrift eines Martin Scorsese, die Filme wie “Casino”, “Good Fellas”, “Wie ein wilder Stier” oder selbst “Aviator” so unverwechselbar gemacht hat, kommt hier leider nur vereinzelt durch. Hinzu kommt, dass der Film letztendlich etwas lang geraten ist, und man zwischenzeitlich das Gefühl hat, endlich mal zum Punkt kommen zu müssen. Ihn also um ein halbes Stündchen zu straffen, wäre sicherlich von Vorteil gewesen – und das sagt jemand der lange Filme mag und immer noch auf einen Directors Cut von “Gangs of New York” hofft. Großes Lob gilt allerdings wieder einmal Leonardo DiCaprio, der einmal mehr in jeder Sekunde des Films glänzt und die gesamte Bandbreite seines Könnens ausspielen darf.

Alles in allem ist “Shutter Island” sicherlich eine sehenswerter Film, der lediglich nur deshalb ein wenig enttäuscht, da man zu hohe Erwartungen hatte. Aber auffällig ist schon, dass die größten Erfolge Scorseses autobiografische Erzählungen sind – vielleicht liegen ihm solche Stoffe einfach mehr.

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26

02 2010

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