Berlin im November 2011: Es ist kalt, neblig, ungemütlich, grau. Gute Voraussetzungen also, Elbow – die großartige Band aus Manchester – endlich einmal Live zu erleben. Ort des Geschehens ist das Huxley‘s in Berlin, eine wunderbare und mit seinen tollen, barocken Verzierungen dem Anlass mehr als würdige Location.
Eröffnen darf die australische, in England lebende Band Howling Bells, die ich allerdings (absichtlich) verpasst habe. Pünktlich zur Umbaupause geht es also in den Saal. Gin Tonic gekauft und los geht es. Der Saal verdunkelt sich. Ein Streichquartett betritt die Bühne, gefolgt von Pete Turner, Mark und Craig Potter, Richard Jupp und Guy Garvey. Letzterer prostet dem Publikum zu, das Publikum prostet zurück.
Ein kurzes „…Good evening Berlin…“, dann „The Birds“, der grandiose Opener des aktuellen Albums Build A Rocket Boys.
Guy Garvey ist ein grundsympathischer Mensch mit einem herrlich kantigen, britischen Charme und weiß auch zwischen den Songs wunderbar zu unterhalten. So stimmt er auf Grund des Vollmondes immer wieder pseudosakrale Mantra-Luna-Gesänge an, um das Ganze abschließend mit einem trockenen „…I don’t believe in this crap…“ abzuschließen. Laute Zwischenrufe werden entweder freundlich beantwortet oder in einem Fall mit den Worten „…No Manchester-shit. You are guests, behave like guests…“ quittiert.

„Grounds For Divorce“, „The Loneliness Of A Tower Crane Driver“, „Weather To Fly“, „Lippy Kids”, „Mirrorball”, … die Playlist läßt keine Wünsche übrig und füttert sich dabei hauptsächlich zu nahezu gleichen Teilen aus dem 2008er Album The Seldom Seen Kid und aus dem aktuellen.
Mittendrin stößt die Band auf ihr 20jähriges Bandjubiläum an (in gleicher Besetzung wohlgemerkt), welches just auf den heutigen tag fällt.
Gänsehautmomente gibt es bei „The Night Will Always Win“, welches Garvey allein vom Piano begleitet zum Besten gibt. Nach zwei Stunden inklusive Zugabe endet ein Abend, der einen buchstäblich alle Sorgen vergessen ließ.
Sound: Perfekt.
Stimmung: Toll.
Guy Garvey: ein guter Typ.
Band: Elbow – die beste Band der Welt!
Hoffentlich nicht zum letzten Mal.