Nada Surf live in Dresden – 29.07.2010
Am Donnerstag habe ich zum ersten Mal Nada Surf live gesehen. Ich nehme es gleich vorne weg: ich bin ein wenig entäuscht. Es war kein schlechtes Konzert, nein, es war gut. Leider nur gut, mehr aber auch nicht. Selbst das Gut tendiert zu einem guten Befriedigend. Es waren wenige kleine Dinge die nicht gepasst haben, um aus dem Abend ein hammermäßiges Erlebnis werden zu lassen.
Das fing schon beim Publikum an. Man sah sich von Kleinfamilien umgeben, Introlesenden Indie-und Alternativeintellektuellen, teilweise Nerds und noch andere Personen, die man so nicht unbedingt auf einem Konzert vermutet. Mir haben sie den Eindruck vermittelt, dass man sich zu einem riesigen Sonntagsbrunch verabredet hat und man sich dabei über schöne Musik unterhält. Ich hab ein Bild von How i met your mother einfach nicht aus dem Kopf bekommen. Keine Ahnung wie das zustande kam.
Die Band wirkte dem Publikum gegenüber kühl und distanziert. Der Eindruck eines Arbeitskonzerts stellte sich ein. Die veruchte wenige Kommunikation seitens Matthew Caws kam sehr aufgesetzt rüber. Dann war da noch der vierte Mann. Martin Wenk, seineszeichens bei Calexico für Trompete, Vibraphon, Gitarre, Akkordeon und Flügelhorn verantwortlich. Als er zum ersten Mal die Trompete einsetzte hörte man fast kein anderes Instrument mehr. Das geschah bei drei Liedern. Drei zuviel. Der Mann am Mischpult hat zudem eher schlechte als rechte Arbeit geleistet. Zu aufdringliche Becken und die Gitarre war auch zu laut, der Gesang war zu leise und den Bass hat man auch nur gehört, weil man einen Mann den Bass hat spielen sehen.
Von ihrem aktuellen Coveralbum haben sie insgesamt drei Titel gespielt. Seltsam wenig für eine Promotour. Das hat aber auch wenig gestört. Der Rest war ein schöner Mix aus altem Material. Wobei sie sich Popular hätten sparen können. Die Lieder haben alle Spaß gemacht, aber der Funke, der einen hätte wirklich mal abgehen lassen, ist nie gezündet worden. Der krönende Abschluss war dann ein Mix aus dem letztem Titel des Zugabearbeitssets Blankest Year, eines “Fuck it” grölendem Auditorium, nachdem sie von Matthew dazu aufgefordert wurden, und von modebewussten Verrückten, die ganz mutig auf die Bühne gekrochen sind und dort wild getanzt haben. Das wirkte gestellt, passte aber zum ganzen Abend.
Nun hab ich endlich Nada Surf live gesehen und muss es nicht noch einmal. Vorerst nicht.


Nada Surf kann man auch nicht nur einmal sehen und urteilen, das Publikum von oben herab beschreiben und meinen, man hätte einmal Nada Surf und gleich die ganze Welt gesehen. Kann doch jeder hören was er mag, modebewusst hin oder her, wen interessierts. Zudem sind die Dresdner doch als ein verhaltenens Publikum bekannt. Und wenn Nada Surf gut ist, dann sind sie schon besser als alle anderen. Es ist immer zum weinen und gleichzeitig ein großes GLücksgefühl wenn Nada Surf spielt.
Es geht hier um einen subjektiven Konzertbericht. Da kann ich über die Band sehr wohl urteilen. Und die Leistung die sie mir vermittelt haben war halt ne drei. Punkt.