Massive Attack – Heligoland

Massive Attack sind nach 7 Jahren wieder da und die Skepsis ist groß. Nachdem ja das letzte Album “100th Windows” für mich in der Diskographie nicht existiert und der Standard auf jeden Fall “Mezzanine” ist, ist die Erwartungshaltung sehr hoch. Und was soll ich sagen? Ich bin positiv überrascht, sehr sogar. Damit hab ich nicht gerechnet, dass es Massive Attack noch einmal schaffen so ein famoses Album zu veröffentlichen.

Massive Attack - Heligoland

Das lässt sich vielleicht damit begründen, dass das vorliegende Werk nicht an den typischen Massive Attack TripHop Sound erinnert. Und doch ist das Album so wunderschön entspannt, chillig und “trippig” – wer es braucht.
Die Lieder sind alles kleine Meisterwerke, die sehr komplex und vielschichtig sind. Schon das Eröffnungslied mit Tunde Adebimpe, seines Zeichens Sänger von TV on the Radio, ist so überzeugend. Da stimmt einfach alles. Die dramatisch melancholische Stimme harmoniert wunderbar mit den herrlich organisch rollenden Drums, die zwar extrem an “Inertia Creeps” erinnern, was aber nicht weiter schwer wiegt. Und eben diese Harmonie ist maßgebend für jedes Lied auf dem Album. Die Produktionen mit den einzelnen Gesangseinlagen ergeben immer eine einhunderfünfzigprozentige Symbiose. Die absoluten Sahnestücke sind für mich, das bereits erwähnte Eröffnungslied “Pray for Rain” feat. Tunde Adebimpe, “Babel” und “Psyche” feat. Martina Topley-Bird und “Flat of the Blade” feat. Guy Garvey – Sänger von Elbow – ist das Sahnestück mit zusätzlich Schlagsahne und Kirsche oben drauf. Großartig!
Die Bezeichnung TripHop trifft auf das vorliegende Werk nicht mehr zu. Massive Attack sind einen riesigen Schritt weiter gegangen, auch wenn er so lange gedauert haut. Wenn der nächste wieder so groß und lang wird, dann warte ich auch gerne wieder 7 Jahre!

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15

02 2010

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