Marteria/Marsimoto live im Puschkin (Dresden) – Die zweite Meinung…
…ähnelt der ersten Meinung zum Marteria Konzert frappierend. Das Publikum war in der Tat äußerst überschaubar, was echt traurig ist. Da kommt ein großartiger und wirklich innovativer Künstler in die Stadt, einer der wenigen, die noch für Spannung im deutschen Rap sorgen und niemand geht hin. Schieben wir’s mal auf den eher ungünstigen Termin und die fehlende PR, d.h. hoffen wir, dass dies die Gründe waren. Nichtsdestotrotz war das Gebotene wirklich absolut großartig und sehr unterhaltsam. Aber fangen wir von Vorne an. Die Support Acts lassen wir jetzt mal unbeachtet. Zum einen, weil wir deren Auftritt nicht komplett gesehen haben, zum anderen war das was wir gesehen haben wirklich nicht der Rede wert.
Danach hieß es “Classics mit Marteria’s Tour-DJ”. KRS-One, Quasimoto, House Of Pain, Cypress Hill, Gravediggaz, und, und, und. Fantastisch!
Dann Marteria selbst. Wie besprochen mit einigen neuen Stücken und einigen Neuinterpretationen auf Instrumentals von RichBoy (Drop), Lil‘ Wayne (A Milli), The Prodigy (Spitfire) – wunderbar verstärkt durch die Band of Brothers, bestehend aus Live-Schlagzeuger, Live-Didgeridoo-Spieler, Live-DJ, Live Computerbediener und Live-Keyboarder. Toll zu sehen, dass es noch Künstler gibt, die sichtlich Spass an Ihrer Musik und am Live-Auftritt haben und es somit schaffen diese Euphorie auch auf’s Publikum zu übertragen, egal, wie klein dieses Publikum ist. Schön war auch, dass Marteria beim großen “Aus Dem Häuschen” vom Harris Mixtape “Ab in Club”, dessen Part mit charakteristischer Harris Stimme gleich mit übernahm.
Nach 45 Minuten dann Tschüss Dresden, Schock im Publikum, Entrollen eines Marsimoto-Banners auf der Bühne, erleichtertes “aaaahhhh” im Publikum, eine frisch in Grün gekleidete Band Of Brothers und ein Marteria, der in 80er-Jahre Space Sonnenbrille (die an Geordi La Forge aus Star Trek – The next Generation erinnerte) nun sein Alter Ego Marsimoto gab. Jetzt wurde das Puschkin endgültig abgerissen. “Modern Stalking”, “Der Nazi und das Gras”, “Cash dein Sound” … Alles Live wesentlich energetischer und druckvoller als auf Konserve! Abschließend gab es dann noch eine Coverversion von Deichkinds Gassenhauer “RemmiDemmi”, ein würdiger Abschluss, wenn auch nicht ganz so gut wie die eigenen Sachen!
Kleine Anekdote am Rande: Die ebenfalls famose Miss Platnum ward im Publikum gesehen und half später noch am Merchandise-Stand aus. Sehr sympathisch!
Fazit: Marteria/Marsimoto Live = absolut zu empfehlen! Beim nächsten mal gerne wieder!

