Kool Savas – John Bello III – Don’t believe the Hype entirely!

Zugegeben: Kool Savas‘ John Bello 2 hat mir sowohl in der normalen als auch in der Brainwash Edition echt Spass gemacht. Witzige Texte, jede Menge Energie, feine Produktionen, dass er rappen kann bezweifelt ja ohnehin niemand. Nun also der dritte und nach eigenem Bekunden letzte Teil. Wenn man der einschlägigen Fachpresse (On- wie Offline) Glauben schenken wollte ist das hier also das ganz große Ding im deutschen Rap. Nach mehrmaligem Durchhören kann ich mit Überzeugung sagen: Stimmt definitiv nicht! Klar das hier ist oft sehr solide und wie immer absolut großartig gerappt aber das Ganze krankt an genau 2 Faktoren ganz gewaltig. Zum einen ist es die Produktion, die bisweilen reichlich langweilig ist und zum anderen sind es die Hooks von Moe Mitchell. Ob dieser nun singen kann oder nicht mag ich zum einen nicht beurteilen, zum anderen ist es mir schlichtweg egal (ich stehe gesungenen Hooks im Rap ohnehin recht Kritisch gegenüber), Textlich bewegt er sich allerdings grundsätzlich auf LaFee-Niveau (man höre nur den Chorus von „MySpace“). Damit schwanken viele der Tracks zwischen wirklich guten Strophen und Rap-Parts und eben jenen unerträglichen Fremdschäm-Hooklines.

Kool Savas - John Bello 3

Nichtsdestotrotz gibt es Songs die verdammt gut sind. So findet das fantastische „Rapshit“ von der Brainwash Edition der zweiten Bello Story sein Pendant in „Mach doch deinen Scheiss“ auf Bello 3, die Rap-Zitate werden hier jedoch durch Klaus Kinski-Zitate ersetzt. „Boojaka Shot“ mit einem echt guten Caput-Feature ist auch ein echtes Highlight. Überhaupt wimmelt es hier wieder nur so von Gastauftritten von den üblichen Verdächtigen (Amar, Ercandize, Moe Mitchell) über Olli Banjo bis Curse (der famoserweise auf „Immer Das Schlechte (Stop Stop)“ genauso Rappt, wie vor 12 Jahren auf „1000 MCs“ vom Stieber Twins Klassiker „Fenster zum Hof), Frankie Kubrik (ganz groß) und vielen Anderen. Frankie Kubrik darf dann auch im wirklich bewegenden „Die John Bello Story“ das bisherige Leben des Savas Yurderi Revue passieren lassen – ein Highlight!

Was John Bello 3 aber wirklich hörenswert macht ist die Bonus CD der limitierten Essah Edition. Diese ist nämlich im Gegensatz zur Hauptscheibe genau das, was man nach Bello 2 erwartet hatte. Rap auf Deutsch, der großartig unterhält, weil man ihm anmerkt, dass hier jemand einfach ins Studio gegangen ist um eine gute Zeit zu haben. „30 Sekunden“ (ft. Olli Banjo und Mo Trip) und „Wand“ gehen so kompromisslos nach vorne, wie es schon „Charisma“ auf Bello 2 tat.

Insgesamt also nicht die Offenbarung die man nach dem Hype erwarten würde aber trotzdem eine unterhaltsame Kool Savas Scheibe. Warte auf eine „Ohne Moe-Edition“!

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14

03 2010

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