(In)glorious Basterds – eine zweite Meinung
Die Erwartungen der selbst ernannten Cineasten an den schon im Vorfeld übermäßig „gehypten“ neuen Tarantino waren hoch, wenngleich meine selbigen nach dem etwas befremdlich anmutenden Trailer eher verhalten aussahen. Und dennoch, als ich mich mit betont unbeeindruckter und emotionsloser Grundstimmung in den für meine Verhältnisse überfüllten Kinosaal schob, erschien das Vorprogramm besonders lang. Die Vorfreude wuchs gewaltig. Als dann die letzte Werbung von der Leinwand verschwand und die sagenhafte Eröffnungssequenz begann, machte sich echte Begeisterung breit.
Muss ich mich kurz fassen, sage ich „Inglorious Basterds“ ist wirklich ein echt unterhaltsamer Film. Ein Film den man sich gern noch einmal anschaut. Die Dialoge sind bis ins letzte Wort penibel durchgestylt, witzig. Die Ausstattung ist perfekt. Man lacht, man staunt, man ekelt sich und Christoph Waltz zuzuschauen macht riesig Spaß – also ein gelungener Kinofilm!?
Aber – ausgiebig betrachtet: Ein „guter Film“, der die Begeisterungsstürme der Presse rechtfertigen würde ist es deshalb leider noch lange nicht.
Was zeichnet aber einen „guten Film“ aus? Nun er muss auf jeden Fall einen inhaltlichen Anspruch besitzen, der dem Zuschauer zumindest einen Funken an Intelligenz abverlangt. Er sollte ein Thema kritisch beleuchten, neue Denkansätze vermitteln, durch ambivalente Charaktere die in der Kunst oft übliche schwarz/weiß-Malerei umgehen, sodass es der Zuschauer schwer hat zwischen gut und böse zu unterscheiden. Er darf aber auch nur mal schnell das Kino neu definieren, bzw. ein neues Genre schaffen, wie es Tarantino mit „Pulp Fiction“ beispielhaft vorgemacht hat. Das ist dann auch genau der Grund, warum es dieser Film geschafft hat einen Kult-Status zu erlangen, welcher bei „Inglorious Basterd“ in diesem Maße nie erreicht werden wird.
Damit im Hinterkopf frage ich mich die Qualität des Films durchleuchtend: Was will der Film transportieren? Was ist der Sinn hinter einer Szene in der Hitler das Gesicht durchsiebt wird oder Nazis skalpiert werden? Wobei nach der Meinung der „Basterds“ ja jeder Deutsche in Uniform ein Nazi ist und auf bestialische Weise abgeschlachtet werden darf – deren Motiv ist ja „edel“.
Soll das etwa die viel zitierte Befreiung der Deutschen vom Gespenst des Nationalsozialismus sein? Fühlen wir uns jetzt besser? Schafft es der Film wirklich wie oft behauptet die bedrückende Selbstgeißelung zu unterbrechen und den Schandfleck der deutschen Geschichte aus dem kollektiven Gedächtnis zu verdrängen? Jetzt dürfen auch wir wieder lachen – die Amis haben es uns erlaubt. Absolution durch den Kauf einer Kinokarte? Nichts von all dem – lediglich das bekannte Thema Gewalt mit Humor zu paaren auf einer relativ neuen, jederzeit austauschbaren Bühne – diesmal dem faschistischen Deutschland. Ob also die unterdrückten nun Juden, Inkas, Kommunisten, Schwarze oder Indianer sind, die „Bösen“ nun Nazis, Spanier, Cowboys, Stalinisten oder sonst wer spielt für diesen Film eigentlich keine Rolle. Und ganz nebenbei – es ist nicht der erste Versuch dem Thema Faschismus humoristisch zu begegnen.
Und deshalb ist und bleibt es ein reiner Unterhaltungsfilm, der sich lediglich durch eine gelungene Umsetzung und der gekonnten Art berühmte Film-Szenen nach zustellen vom grauen Einheitsbrei des sog. Mainstream-Kinos abhebt. Der erwartete Meilenstein ist er aber leider nicht geworden.
Du, lieber Leser, meinst jetzt dies alles ist übertriebener „Möchtegern-Cineasten-Kritiker-Kram“? Das ist viel zu viel für einen Film der nur unterhalten will? Der nur zitieren will aus Western, Kriegs- oder Stummfilm? Richtig! Und daher schließt sich der Kreis hier wieder …
Ein weiterer Kritikpunkt der den „tarantesken“ Stil etwas vermissen lässt ist die fehlende Tiefe einzelner Rollen, die bis auf einige Ausnahmen (Waltz, Pitt, Diehl, Groth) eher blass wirken. Dies ist nicht unbedingt immer dem Können der Schauspieler zuzuschreiben, sondern vielmehr der Vernachlässigung einzelner Charaktere im Skript: Sgt. Donowitz’ exzessiver Hass bleibt ungeklärt. Lt. Hicox – eingeführt und weggemäht. Und über Lt. Aldo Rain erfährt man überhaupt nichts. Ganz zu schweigen vom Rest der „Basterds“. Vielleicht ist das ja auch der Grund warum Pitt auf ein Prequel drängt.
Der intensivste Wermutstropfen aber ist, und da muss ich mich meinem „Vorschreiber“ anschließen, unsere Diane – der „Exportschlager“ aus Hildesheim. Wer wissen will warum Deutschland in den Augen der Welt, neben unserer im Film dargestellten Vergangenheit, so schlecht dasteht, sollte sich Tarantinos filmische Zurschaustellung absoluter Talentlosigkeit ansehen. Und es sind dann auch die Augen, die sich einem in den Schädel drehen, wenn sich eine erneute Szene mit Frau Kruger anbahnt.
Schlimmer wird es dann nur, wenn sie auch noch den Mund aufmacht und in schmerzender „GZSZ-Tonalität“ ihre Sätze abspult. So erwischt man sich leicht erschrocken bei einem innerlichen Aufatmen, als (ACHTUNG Spoiler) im letzten Kapitel des Films Herr Landa ihrem Singsang auf effektive Weise ein Ende bereitet. Fast möchte man meinen er tue dies aus den selben Gründen wie eben beschrieben.
Im Vergleich zur Ohrenfolter durch Frau Kruger klingen die sparsam eingebrachten Bemerkungen von Herrn Schweiger fast schon wie Musik – der in diesem Film ohnehin recht knuffig wirkt, weil er immer so doll böse guckt. Tja, sorry Til, aber so richtig nehme ich dir den finsteren Deutschen nicht ab. Aber du hast dir auf alle Fälle viel Mühe gegeben. Dafür ein dickes Lob.
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass sich jeder Tarantino-Fan „Inglorious Basterds“ anschauen kann. Auch wenn es sein bisher schwächster Film ist, so hebt er sich doch deutlich von vielen anderen dieses Kinojahres positiv ab. Man sollte aber meiner Meinung nach nicht versuchen ihm Anspruch oder intellektuellen Inhalt anzudichten um die teilweise extreme Gewalt zu rechtfertigen. Darin bestand zweifellos nie eine Absicht, sondern lediglich eine Hommage an die „Dirty War Movies“ der 1960/70er Jahre zu schaffen.
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Also das ein guter Film einen gewissen inhaltlichen Anspruch haben muss bezweifle ich. Beispiel Death Proof. Was vermittelt mir den dieser Film? Charakterliche Tiefe ist hier ebenso wenig zu finden wie bei manchen Figuren hier. Das ist ja teilweise auch gar nicht notwendig, um einen Film funktionieren zu lassen. Oder anderes Beispeil: Transformers. Auch ein guter Film. Es muss nicht immer etwas transportiert werden. Manchmal geht es schlicht und ergreifend “nur” um gute Unterhaltung. Und ich hab mich unterhalten gefüllt. Es war doch eine gewisse Genugtuung zu spüren, als man gesehen hat, wie Hitler stirbt.
Ich verstehe nicht, warum ein neuer Film immer etwas atemberaubend Neues sein muss. Was ist denn bitte an einem “…reinen Unterhaltungsfilm” so schlimm und furchtbar? Muss man immer das Höchste verlangen? Das ist doch ein solider Tarantino-Film!
Eines ist Fakt: Die eine, wirklich treffende Kritik wird es wohl nie geben. Kritik bleibt subjektive Meinung. Und diese ist, wir alle wissen es, austauschbar. Und trotzdem stellen wir immer wieder jene für uns eigentlich unbedeutenden Fragen, um der eigenen Meinung, wenn irgendwie möglich, mehr Gewicht zu verleihen. Also dann: Hat mich Inglorious Basterds unterhalten? Ja. Würde ich ihn empfehlen? Ja. Ist es der Film des Jahrtausends? Nein, mit Sicherheit nicht.
Doch das muss er auch nicht sein, um zu gefallen. Auch Pulp Fiction hat mich unterhalten, ohne mich aus dem Kinosessel zu reißen. Denn auch wenn Pulp Fiction das Wunder gelungen ist, einen abgehalfterten John Travolta wieder in den Darstellersattel zu hieven, hat er Kino sicher nicht neu definiert. Es bleibt ein Film auf einer Leinwand, den die einen mögen, die anderen nicht.
Nicht alles was anders als jene graue, durchschnittliche Masse des Kinoallerleis ist, bricht Bahnen und definiert neu. Vielmehr ist auch ein Film nur Ausdruck einer Persönlichkeit. In unserem Fall: Der Persönlichkeit von Mr. Tarantino. Ein schräger Vogel, mit schrägem Musikgeschmack, einem eindeutigen Hang zu Gewalt und skurrilen Situationen. Ein Freak, der neben seiner sicher großen Fangemeinde, eine weitaus größere Menge Menschen irritiert, abschreckt und eher zum Kopfschütteln als zu Jubelschreien treibt. All seine Filme malen ein klares Bild – Das seiner Person.
Also blasen wir seinen Kinofilm nicht zu einer Abrechnung mit den Nazis auf, nicht zu einem Statement in Sachen Holocaust oder zu einem Versuch die Geschichte zu verarbeiten. Es ist eine auf Gewinn angelegte Unternehmung. Und wie mache ich mit Kunst, ob in musikalischer, geschriebener, verfilmter oder gemalter Form Gewinn? Indem sie einer klar definierten und bitte nicht zu kleinen Zielgruppe gefällt. Wenn diese dann auch noch zugibt: „Ja, der Film hat mir gefallen. Schau ihn dir doch mal an.“, ist alles bestens. Womit wir wieder am Anfang meiner kaum kritischen und durchweg subjektiven Meinung wären.
Also schaut euch an, was scheinbar gut oder interessant genug ist, um A4-Seiten mit Meinungen und Kritiken zu füllen. Vergesst den Unsinn von zu wenig ausgearbeiteten Charakteren, fehlendem inhaltlichen Anspruch und nutzt eure Intelligenz um euch ein eigenes Bild zu machen. Wenn ihr nach 154 Minuten das Kino verlasst, interessiert euch weder der Sinn, noch der Zweck dieses Filmes. Es bleibt allein das subjektive Empfinden und die Frage: War mir dieser Film das Geld und meine Zeit wert? Und wenn ihr schließlich eure Freunde und Bekannten, inklusive einiger selbsternannter Filmkritiker, heranzieht, um eurer Meinung ein wenig mehr Gewicht oder einfach nur Gehör zu verschaffen, beginnt der Kreis erneut. Vielleicht ist ein guter Film einfach nur einer, über den man spricht.
@The Coon:
Lieber Kommentator, obwohl mich bei der Aussage, dass “Transformers” ein guter Film wäre das schaurige Gefühl einer Morgenübelkeit überkommt, möchte ich kurz versuchen mich gekonnter auszudrücken um meinen Standpunkt eindeutiger zu vermitteln. Sicher macht “Transformers” in einem gewissen geistigen Zustand der alkoholisch angeheiterten Sorglosigkeit eines Samstagabend Spaß, aber Spaß hat es mir mit 16 auch gemacht Blitzknaller in ausrangierte Flugzeugmodelle zu stecken. Niemand würde aber behaupten, dass dies eine gute, weil sinnvolle Beschäftigung ist. Dieser Film ist lediglich ein perfekt choreografierter Werbeclip des amerikanischen Militärs, in der die kindliche Zerstörungsfreude des Mannes angesprochen wird und eine attraktive Jungschauspielerin aufgeregt im ZickZack rennt. Eine amüsante Randnotiz im CGI-Action-Overkill im Kinos des 21. Jahrhunderts, deren Handlung ohne weiteres auf einen Bierdeckel passt.
Die Frage ob nun jeder Film den intellektuellen Anspruch eines Shakespeare haben und so schwer im Magen liegen muss wie eine gegrillte Haxe ist berechtigt und wird von mir natürlich auch verneint. Allerdings lag das Hauptaugenmerk meiner Kritik an Inglorious Basterds auf der Tatsache, dass der weitläufig angedichtete Anspruch unangemessen ist und er zur Befreiung vom gebückten weil beschämten Gang der Enkel des Nationalsozialismus stilisiert wird.
In diesem Zusammenhang “Death Proof” anzubringen ist meiner Meinung nach unpassend, denn es besteht ein großer Unterschied zwischen einer spannenden Autojagd und dem unbeschwert “lustigen” abschlachten von Menschen vor realem historischen Hintergrund.
@Tekster:
Obwohl ich viele deiner Ansichten teile, muss ich dir besonders in einem Punkt widersprechen. Kritik ist nicht gleichzusetzen mit subjektiver Meinung, setzt sie sich doch wie der Name schon sagt kritisch mit dem Inhalt eines Themas auseinander und versucht anhand von Fakten die Qualität des selbigen zu bestimmen. Sie geht also weite über den bloßen Ausruf “gut”, “schlecht” oder “geht so” hinaus.
Ein Kritiker ist daher jeder, der dieses Kriterium erfüllt und muss daher auch nicht von einer höheren Stelle als solcher betitelt oder ausgerufen werden. Ob mir nun ein Film gefällt oder nicht, ist selbstverständlich subjektiv da jeder mit unterschiedlichen Erwartungen und Ansprüchen ins Kino geht. Daher würde die Fragekette bei mir eher so aussehen: Hat mich der Film unterhalten? Ja. War ich enttäuscht? Auf jeden Fall. Würde ich das einer Empfehlung zufügen? Unbedingt. Bis zu diesem Punkt hat es nichts damit zu tun ob ich die im Film gewählte Herangehensweise an den Nationalsozialismus für angemessen halte oder nicht, sondern lediglich mit den von mir bereits dargelegten Schwächen des Films.
Muss er sich ein solcher Unterhaltungsfilm einer Diskussion bezüglich der Thematik oder der historischen Verantwortung stellen? Ich meine selbstverständlich, denn es geht eben nicht nur um ein Paar trottelige Killer auf der Jagd nach einem Koffer oder um eine schwertschwingende Braut, sondern um das größte Verbrechen der modernen Menschheitsgeschichte. Diesem Thema humoristisch zu begegnen ist vielleicht möglich, dennoch auf diese Art sehr fragwürdig. Ich halte es daher bei diesem Thema für besonders wichtig was man nach 154 Minuten mit aus dem Kino nimmt.
Und schon ist er geweckt, der kleine Klugscheißer in mir.
Fichte, nur Größenwahnsinnige glauben, sie könnten sich und ihre persönlichen Vorlieben vergessen, um ganz objektiv, vom imaginären Olymp der Kritiker herab, eine allgemeingültige und von den eigenen Präferenzen vollkommen unbeeinflusste wissenschaftliche Abhandlung über einen Kinofilm verfassen zu können. Denn um ehrlich zu sein. Nur der Wissenschaft traue ich uneingeschränkt zu, und auch nur in ausgesuchten Themengebiet, umfassende objektive Aussagen zu treffen. Wie man jedoch einen Film, ein Bild, einen Text auf diese Art bewerten oder eben kritisieren will, ist mir ein Rätsel.
Denn würdest du objektiv kritisieren, könntest du sicher geschichtliche Ungenauigkeiten sowie fehlerhafte Handlungsstränge rügen, du dürftest dich aber nicht auf das weite Feld des Geschmackes wagen. Denn dieses ist durchweg subjektiv. Und stellen wir uns nicht dümmer an, als wir sind. Bei einem Kinofilm geht es nun einmal fast ausschließlich um „gefallen“ oder „nicht gefallen“. Oder um es anders auszudrücken – den Geschmack. Das hast du mit deiner kritischen Auseinandersetzung zum Thema Transformers ebenso bewiesen, wie mit deiner pauschalen Einstufung des Filmes Inglorious Basterds als nicht guten Film. Aber sei es drum. Persönliche Meinungen sind mir weitaus lieber, als Kritiker, die meinen, natürlich rein objektiv, Werke (ob Kunst oder nicht) in Schubladen (gutes Werk/schlechtes Werk) verfrachten zu können.
Also steh ruhig zu deiner subjektiven Kritik und entwickle sie weiter. Nur als Vorschlag. Statt einfach nur zu bemängeln, dass einzelne Rollen blass wirken, teile deine Wünsche und Änderungsvorschläge mit. Werde konstruktiv. Vielleicht funktioniert es. Vielleicht merkst du aber auch, dass Rollen wie der „Bärenjude“ (Eine Legende wird zerstört, erfährt man die Wahrheit!) nur so und nicht anders funktionieren. Dass ein Film von 154 Minuten Länge keine weiteren vier ausgemalten Charaktere ertragen kann. Dass Zuschauer bereits von einem ambivalenten Charakter wie Landa zerrissen werden und eine weitere Gut-Böse-Rolle kaum zu ertragen wäre. Dass ein Til Schweiger vielleicht nur auf dich und auch nur aufgrund seiner bisherigen Filme wie „Manta Manta“, „Kein-Ohr-Hasen“ und „Der bewegte Mann“ unglaubwürdig wirkt. Vielleicht, aber nur vielleicht ist all das Teil deiner subjektiven Sicht.
Und um weiterhin ehrlich zu bleiben. Ich kann das Getue um die historische Verantwortung, nicht mehr hören. Bin ich deswegen rechts eingestellt? Auf keinen Fall. Wie viele Generationen haben sich für diese dunkle Epoche entschuldigt? Wie viele müssen sich noch entschuldigen, um es endlich gut sein zu lassen? Muss sich nun auch ein Herr Tarantino für diese Zeit entschuldigen? Darf er sie nicht nutzen, um seine Geschichte in ihr stattfinden zu lassen? Trotz des Faktes, dass er es mit der historischen Genauigkeit keinesfalls so ernst genommen hat? Bitte. Hitler wurde ins Gesicht geschossen. In Frankreich. In einem Kino. Während eines Propagandafilms. Es ist nur ein Film. Es ist nur eine Zeit. Es ist nur ein Ort. Vielleicht würdest du dich subjektiv besser fühlen, hätte Herr Tarantino statt des Frankreichs zur Zeit des zweiten Weltkrieges einen beliebigen anderen Ort zu einer anderen Zeit gewählt. Doch welcher Ort hätte zu dieser Geschichte gepasst? Und welcher hätte dich ruhig schlafen lassen?
Du siehst, unsere subjektive Sicht, unser Standpunkt, unsere Meinung, spielt sehr wohl eine Rolle und hat ganz klar deine Kritik beeinflusst. Kein Beinbruch. Hättest du für alle und ganz objektiv gesprochen, hätte ich nicht klugscheißen dürfen. Also Danke!
Und falls das Danke nicht positiv genug war, um mein Klugscheißerei zu relativieren, hier noch ein großes Lob. Ich finde es tapfer und löblich, dass, ich zitiere: Ein Film, der dich auf jeden Fall enttäuscht hat, dennoch, und ich zitiere erneut: Ein Film ist, den man sich gern noch einmal anschaut. So sieht das wahre Leiden fürs Vaterland aus!
Erstmal habe ich Death Proof nicht inhaltlich mit Basterds verglichen. Das wäre dumm. Es ging um charakterliche Ausgefeiltheit bzw. Tiefe. Und da siegt nun mal Landa…du musst zugeben, dass es in kaum einen anderen Film von Tarantino einen nur im Ansatz vergleichbaren perversen aber sympathischen Charakter gibt.
Mit dem angedichteten Anspruch gebe ich dir Recht. Da ist jeder selber Schuld ,wenn er glaubt, das wir Deutsche darauf gewartet haben und uns nun alle glücklich und befreit fühlen. Aber ich stehe weiterhin zu meiner Meinung, und die ist ganz subjektiv, das es angenehm ist, zu sehen wie die Nazis aufs Maul kriegen. Das hat nichts mit Interpratation oder dem Andichten von Anspruch zu tun!
Und am Ende wollte unser allzeit geliebter Herr Quentin gar nichts mit dem Film sagen, sondern einfach nur einen Film machen, um seinem offensichtlich karnkkreativem Hirn ein Ventil zu bieten und um ordentlich dick Kohle zu machen. Genau wie Transformers.
Ich finde deine Kritik am Film ist eher eine Kritik an den Medien, die des Öfteren doch mal zu Übertreibungen neigen. Und wenn man das rausnimmt bleibt am Ende deiner Kritik…ein guter Film. Oder warum ist man von einem Film BEGEISTERT und findet ihn dann nicht gut???