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DJ Shadow live im Astra Berlin – 19.Mai 2011

Endlich, DJ Shadow live erleben!!! Im Zuge des Melt! Weekender hat sich nun diese Möglichkeit ergeben einen der Crossfader-Götter in Aktion zu erleben. Das nun Folgende ist eine auf den Knien und mit gesenktem Haupt geschriebene Huldingung.
Bevor DJ Shadow als Headliner des Abends die Bühne betrat schickten sich Gold Panda und Hudson Mohawke an, durch Dargebrachtes möglicherweise in den DJ-Olymp aufgenommen zu werden. Leider wird es keiner der beiden schaffen. Wobei Ersterer durchaus engangiert war und sich auch ordentlich reingehangen hat. Aber musikalisch hat es nicht gefetzt. Und Letzterer sollte sich einfach nur schämen!!!
Danach wurde fleißig umgebaut. Es war anfangs irritierend, als sämtliches Equipment abgebaut wurde. Hmm, ich hatte ja vermutet hier würden insgesamt sechs 1210er aufgefahren werden. Aber gut. Nochmal raus, frische Luft schnappen, sich über Dendemann als Publikumsgast freuen und wieder rein. Nun stand da eine ca. 2,5 m große Kugel auf der Bühne auf der ein Testbild zu sehen war. Hmm, na mal schauen. An dieser Stelle noch ein riesen Lob an die Organisation und die Bühnentechniker, absolut professionell gearbeitet!
Und bevor man sich versah tauchte DJ Shadow auf der Bühne auf, trat an den Bühnenrand, klatschte noch ein zwei High-fives ab, zeigte auf die Kugel hinter sich und verschwand dann in dieser. Und was dann innerhalb der nächsten guten Stunde folgte war wortwörtlich: göttlich. Die Kugel war Teil der auf die Musik abgestimmten Projektionen/Animationen. Dabei wurde auf der Leinwand im Hintergrund quasi selbiger projeziert, während auf der Kugel die Hauptanimationen stattfanden. Unglaublich was das für eine Show war! Und was DJ Shadow musikalisch dazugesteuert hat war umwerfend. Der hat Bässe rausgehauen, dass die Hosen angefangen haben zu vibireren. Es gab das herrlichste Gescratche, wunderbar gesetzte Cuts und Samples, mit denen er quasi das Mikro ersetzte. Alles war wie aus einem Guß. Er hat kaum neues Material gespielt, bis auf zwei Titel. Der Rest bestand aus alten Sachen (z.Bsp.: “Building Steam with a Grain of Salt”, “Midnight in a Pefrect World”). Eine herrliche Sache war zum Beispiel, als er “Walkie Talkie” losschmetterte, die dazugehörige Animation zu betrachten: Auf der Kugel waren in kurzem Abstand Lady Gaga zu sehen, der die Augäpfel rausquollen gefolgt von Würmern, Fergie, der das Gesicht abfiel und Platinen zum Vorschein brachte und dann noch Justin Biber, dem der Kopf explodierte. Diese hat er aber fantastisch geremixed und weiterverarbeitet.
Nach einer Weile kam dann doch eine gewisse Entäuschung in mir auf. Mukke und Show waren perfekt, wirklich perfekt. Aber ich wollte den Meister doch auch sehen, wie er das alles hinzaubert. Wie selbstverständlich wurde auch daran gedacht. So war in der Kugel eine Kamera installiert, die dann den Meister auf der Kugel, in einen 60er Jahre Fernseher eingebetet, gezeigt hat. Kurz darauf drehte sich die Kugel und DJ Shadow ward gesehen, wie er hinter seinen Aufbauten stand. Dann war sein ganzen Können richtig zu betrachten. Und meine Fresse was hat der gearbeitet. Ich hab noch nie einen DJ so perfekt arbeiten sehen. Vor allem ist “arbeiten” auch der richtige Begriff. Die Hände sind nur so geflogen. Er war voll bei der Sache und hatte sichtlich Riesenspaß! Und so wechselte es sich dann ab: Kugel auf, Kugel zu. Alt Bekanntes und dann zum Ende hin auch feinster Drum ‘n Bass à la Aphrodite. Ein absolutes Fest!
Beendet hat er den ersten Akt mit dem Klassiker “Organ Donor”. Das war einfach nur furios. Die Kugel war offen, der erste Orgelton ward vernommen und die Leute sind durchgedreht. Die Menge hat es ihm gedankt als die Musik aus war und er hinter den Plattentellern stand und sich hat vollkommen verdient feiern lassen. Absolut fantastisch!
Den zweiten Akt haben die Hoerboten dann nicht mehr mitgenommen. Es war doch schon weit nach der Geisterstunde. So haben wir uns von den erneut einsetztenden Basslinien nach Hause tragen lassen.

Wer einen kleinen Eindruck gewinnen möchte, wie sich das Ganze abgespielt hat, kann hier nachschauen.

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05 2011

The Dillinger Escape Plan – Live in Berlin 08.10.2010 – Die zweite Meinung

Rettungsbote, Sturzhelme, Sicherheitsgurte, Airbags, Knautschzone, Schwimmweste oder jedes andere beliebige Sicherheitsutensil hätten dem nicht standhalten können, was The Dillinger Escape Plan am Freitag Abend vom Stapel gelassen haben. Es war nicht so, dass man nicht wusste auf was man sich da eingelassen hat. Man ist ihnen bereits als Vorband von System of a Down begegnet und hat voller Entsetzen den Kopf geschüttelt. Aber dennoch war man wie erschlagen und überrollt von den 5 Humano-Emotionsvulkanen und den von ihnen ausgelösten Geräuschtsunamis. Alter Falter! Das war unglaublich heftig und intensiv. Man bekam es schon ein wenig mit der Angst zu tun, als sich die Herren auf der Bühne platzierten. Die Oberkörper leicht nach vorne geneigt, wippten und wogten sie hin und her. Und dann brachen sie mit einem Mal los. Absolut gestörte Jungs! Das Motto des Abends schien zu heißen: Abriss und Zerstörung sämtlicher im Saal befindlichen Trommelfelle und den Saal gleich noch mit dazu. Was die über die Bühne gehirscht sind, absolut wahnsinnig! Noch wahnsinniger aber war die Darbietung der Lieder. Die haben jede Note absolut sauber getroffen. Und das trotz von Lautsprechern runterspringen und Gitarre rumschleudern. Keine Ahnung wie die das machen. Ich mein Ben Weinman hat sogar angefangen das auf Rollen drapierte Keyboard extatisch über die Bühne zu schieben. Und der Sound war absolute Sahne, nichts zu leise, nichts zu laut – relativ gesprochen, Ohropax waren sinnlos – alle Instrumente kamen sehr deutlich rüber.
Das Publikum findet eine eigene Widmung. Die waren zum Teil noch irrer unterwegs als die Band. Was jener sehr gefallen hat. Bereits nach dem zweiten Titel erklommen die ersten Stagediver die Bühne. Bis dahin nichts ungewöhnliches. Aber als diese Jungspunte, lass sie 17 oder 18 gewesen sein, sich dann auch noch absolut textsicher das Mikrofon mit Greg Puciato teilten, war ich vollends baff. Das andere Feierextrem war zum Beispiel eine junge Dame, die ihren Kopf ganz verliebt zur Seite neigte und wie in Trance dahinwogte. Herrlich. Abschließend bleibt zu sagen, dass dieses Konzert das krasseste und intensivste Livererlebnis war, was ich bisher erlebt hab. Ich hab keine Ahnung wie ich da lebend raus gekommen bin!

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10 2010

The Dillinger Escape Plan, 8.10.2010, C-Club, Berlin

Mal wieder hieß das Ziel des Abends C-Club in Berlin, denn The Dillinger Escape Plan machten hier am Freitag den 08.10.2010 halt, um im Rahmen ihrer Tour zum neuen, großartigen Album „Option Paralysis“, selbiges Live auf die Bühne zu bringen.
Unterstützt wurden die 5 aus New Jersey dabei von den, in die Schweiz ausgewanderten „Lokalmatadoren“ von The Ocean und den aus Kanada stammenden Cancer Bats, um Ex-At-The-Gates-Gitarrist Scott Middleton.
The Ocean bekamen wir leider nur noch in den letzten Zügen mit. Während die Exilschweizer durchaus zu gefallen wussten, langweilten die Kanadier um den exaltierten Sänger Liam Cormier, was in einer blasphemisch zu nennenden Coverversion des Beastie-Boys-Klassikers „Sabotage“ gipfelte.
Was folgte war eine sehr lange Umbaupause, da die Bühnencrew augenscheinlich Schwierigkeiten damit hatte, die Lichtanlage für den Hauptact des Abends in Stellung zu bringen. Vermutungen seitens der Hoerboten brachten das exzessive „Rumgerotze“ der Cancer Bats in Zusammenhang mit der nicht funktionierenden Bühnen-Technik aber das ist rein spekulativ.

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Dann betraten The Dillinger Escape Plan die Bühne und zeigten mit „Farewell, Mona Lisa“ direkt, wo der Abend hingehen sollte. Leider beschlich einem bereits hier das Gefühl, dass die Lichttechnik tatsächlich nicht komplett zum Laufen gebracht wurde. Egal. Denn das, was auf der Bühne passierte war mit destruktiv-energetisch noch sehr zurückhaltend beschrieben. Sänger Greg Puciato schrie sich erwartungsgemäß die Seele aus dem Leib, stattete dem Publikum mehr als einmal einen Besuch ab und erkletterte so ziemlich alles an Bühnenaufbauten und Amps was der C-Club so hergab. Die Gitarristen Jeff Tuttle und Ben Weinman taten es Ihm gleich, was dazu führte, dass der Verantwortlich des Clubs der Band drohten, die Show zu beenden aus Angst, die Deckenanbauten (Amps und Licht) würden dem nicht standhalten. Die Aufforderung der Band an die Fans, doch gerne auf die Bühne zu kommen wurde dankend angenommen und so waren selten weniger als 7 Leute auf der recht kleinen Bühne des C-Clubs. Zum Finale des regulären Sets waren es gar über 50(!).
Musikalisch wurde wie zu erwarten einiges geboten und auch der Sound war der hochkomplexen Musik der Band gewachsen. Für einige Songs wie das fantastische „Widower“ griff Ben Weinman kurzum zum Piano (das eigentlich ein Keyboard war). Nicht nur in diesen Momenten zeigte sich, was für versierte Musiker hier auf der Bühne standen. War es hektisch? Ja, war es schnell? Ja. War es chaotisch? Zumindest wirkte es bisweilen so. Trotzdem stimmten Timing, Tempowechsel, Übergänge stets perfekt. Beeindruckend, laut und zu jeder Zeit überaus intensiv. Tolles Konzert.

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10 2010

Nada Surf live in Dresden – 29.07.2010

Am Donnerstag habe ich zum ersten Mal Nada Surf live gesehen. Ich nehme es gleich vorne weg: ich bin ein wenig entäuscht. Es war kein schlechtes Konzert, nein, es war gut. Leider nur gut, mehr aber auch nicht. Selbst das Gut tendiert zu einem guten Befriedigend. Es waren wenige kleine Dinge die nicht gepasst haben, um aus dem Abend ein hammermäßiges Erlebnis werden zu lassen.

Das fing schon beim Publikum an. Man sah sich von Kleinfamilien umgeben, Introlesenden Indie-und Alternativeintellektuellen, teilweise Nerds und noch andere Personen, die man so nicht unbedingt auf einem Konzert vermutet. Mir haben sie den Eindruck vermittelt, dass man sich zu einem riesigen Sonntagsbrunch verabredet hat und man sich dabei über schöne Musik unterhält. Ich hab ein Bild von How i met your mother einfach nicht aus dem Kopf bekommen. Keine Ahnung wie das zustande kam.

Die Band wirkte dem Publikum gegenüber kühl und distanziert. Der Eindruck eines Arbeitskonzerts stellte sich ein. Die veruchte wenige Kommunikation seitens Matthew Caws kam sehr aufgesetzt rüber. Dann war da noch der vierte Mann. Martin Wenk, seineszeichens bei Calexico für Trompete, Vibraphon, Gitarre, Akkordeon und Flügelhorn verantwortlich. Als er zum ersten Mal die Trompete einsetzte hörte man fast kein anderes Instrument mehr. Das geschah bei drei Liedern. Drei zuviel. Der Mann am Mischpult hat zudem eher schlechte als rechte Arbeit geleistet. Zu aufdringliche Becken und die Gitarre war auch zu laut, der Gesang war zu leise und den Bass hat man auch nur gehört, weil man einen Mann den Bass hat spielen sehen.

Von ihrem aktuellen Coveralbum haben sie insgesamt drei Titel gespielt. Seltsam wenig für eine Promotour. Das hat aber auch wenig gestört. Der Rest war ein schöner Mix aus altem Material. Wobei sie sich Popular hätten sparen können. Die Lieder haben alle Spaß gemacht, aber der Funke, der einen hätte wirklich mal abgehen lassen, ist nie gezündet worden. Der krönende Abschluss war dann ein Mix aus dem letztem Titel des Zugabearbeitssets Blankest Year, eines “Fuck it” grölendem Auditorium, nachdem sie von Matthew dazu aufgefordert wurden, und von modebewussten Verrückten, die ganz mutig auf die Bühne gekrochen sind und dort wild getanzt haben. Das wirkte gestellt, passte aber zum ganzen Abend.

Nun hab ich endlich Nada Surf live gesehen und muss es nicht noch einmal. Vorerst nicht.

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08 2010

Redman Live im Lido, Berlin (26.05.2010)

Nach La Coka Nostra und Inspectah Deck im vergangenen Monat besuchte am 26.05.2010 mit Redman ein weiterer „Altehrwürdiger“ des EastCoast-Raps die deutsche Hauptstadt. Während in der nur einige hundert Meter entfernten O2 World die alten Bombastburschen von Kiss gerade unter viel Getöse und Pyro-Spaß ihr zugegebenermaßen eher langweiliges musikalisches Werk präsentieren versucht im Lido gerade eine Heerschar an Supportacts die Menge aufzuwärmen. Dramaturgisch war dieses Programm äußerst geschickt arrangiert denn während die den Abend eröffnenden Berliner von Respektlos das Publikum anödeten, wussten die danach auftretenden Hamburger von Bozza (nennt man wohl „Straßenrap“) zumindest mit einigen Ideen zu gefallen. Das kurze Intermezzo des folgenden mir namentlich leider unbekannten Beatboxers brachte die Menge zum ersten Mal am Abend in Stimmung, bevor DJ O-Sun aus Köln die Menge tatsächlich zum Ausrasten brachte. Noch nie habe ich einen Warm-Up-DJ erlebt, der das Publikum derart zum Kochen brachte und mit „das ist jetzt für alle, die älter als 23 sind“ brachte DJ O-Sun die Marschrichtung des Abends genau auf den Punkt.

Redman live

Denn als Redman dann nebst Backup MC und DJ gegen 23:30 Uhr die Bühne betrat knüpfte er genau dort an. Das Lido hatte sich inzwischen gefüllt (Tyron Ricketts und 50% von K.I.Z. waren im Publikum gesichtet worden und zumindest letztere hatten augenscheinlich Spaß) und erwies sich als erfreulich feierfreudig und textsicher, was den Herren auf der Bühne sichtlich gefiel. Redman hangelte sich durch alte Klassiker (eingeleitet durch den Satz „…i put on my west like it’s 1992…“), begeisterte mit den Hits aus den Blackout-Alben (wobei die Method-Man-Parts wahlweise ignoriert oder vom Publikum übernommen worden), oder riss mit dem unvermeindlichen „Let’s Get Dirty“ buchstäblich den Laden ab. Zwischendurch immer wieder Respektsbekundungen an den goldenen 90er-Rap, den kürzlich verstorbenen Guru (inklusive großartiger Turntablism –Einlage), das deutsche Publikum und und und. Sehr unterhaltsam, sehr energetisch. Am Ende versprach Redman wiederzukommen … ich bin gern wieder dabei!

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05 2010

La Coka Nostra / Inspectah Deck Live im Astra Kulturhaus Berlin (21.04.2010)

Das Astra Kulturhaus in Berlin Friedrichshain lud am 21.04.2010 zu einem besonderen Abend. La Coca Nostra und Inspectah Deck baten zum Doppel-Headliner Showcase und zum einzigen Deutschlandtermin der Tour. Das DJ-Set vor der Show stimmte das überraschend spärlich anwesende Publikum mit vielen 90er-Jahre-Rap-Klassikern ein, wobei die Gang Starr Dichte aus aktuellem Anlass sehr hoch gewesen ist.
Den Abend eröffnen durfte dann Annakin Slayd ein mir bis dahin unbekannter kanadischer MC, der eine solide Show ablieferte, die allerdings wenige bis keine wirkliche Aha-Momente bot. Die folgten dann nach kurzer Umbaupause erstmals mit dem Auftritt von Wu Tang Clan Mitglied Inspectah Deck. Hier deutet sich recht schnell an, dass der Abend eine Reise in die frühen 90er Jahre des Ami-Raps werden sollte. Flankiert von einem sehr unterhaltsamen Backuprapper und Wu-Tang DJ Mathematics ging Da Bill Collectah recht schnell dazu über seine Lines aus den großen Wu-Tang-Klassikern zu präsentieren. Von „Triumph“ über „Wu-Tang Clan Ain’t Nuthing Ta F***’ Wit“ bis hin zu „C.R.E.A.M.“ fanden sich im Set viele Stücke, die dem geneigten Rap-Fan ein seliges Grinsen aufs Gesicht zaubern sollten. Deck freestylte, wanderte rappend durchs Publikum, gab 3 MCs aus dem Publikum die Chance sich auf der Bühne zu präsentieren (wovon zumindest der letzte der 3 sehr zu gefallen wusste) und hatte (trotz des Publikums (doch dazu später mehr)) sichtlich Spass dabei.
Eine erneute kurze Umbaupause folgte, in der Inspectah Deck nebst Backup MC immer wieder auf der Bühne auftauchte um herumzualbern.

La Coka Nostra - Inspectah Deck live

Dann betrat DJ Eclipse die Bühne, legte los und nacheinander betraten Slaine, DannyBoy, Ill Bill und Everlast die Bühne um direkt klarzumachen, dass hier und heute ein Abriss erfolgen sollte. Die Playlist enthielt lediglich 4 Tracks aus dem großartigen 2009er La Coka Nostra – Album „A Brand You Can Trust“. Daneben gab es Non-Phixion-Classics („The C.I.A. Is Trying To Kill Me“), Special-Teamz- und Slaine-Songs und selbstverständlich etliche House Of Pain Hymnen. So wurde unter Anderem die legendäre House Of Pain/Helmet – Kollabo „Just Another Victim” vom Judgement Night Soundtrack zum Besten gegeben und das bereits erwähnte selige Grinsen auf meinem Gesicht verstärkte sich. Als dann als Zugabe die Überhymne „Jump Around“ den Abend beendete war ich dankbar das alles Live erleben zu dürfen.
Leider sahen das anscheinend nicht alle so, womit wir schon beim einzigen Kritikpunkt des Abends wären: Dem Publikum. Während Inspectah Deck die Lethargie in der Menge vor der Bühne nichts auszumachen schien, waren die Herren von La Coka Noste recht schnell sichtlich genervt von der fehlen Resonanz aus dem Publikum, wenn gejubelt und gefeiert wurde, dann relativ leise und nur recht kurz aber so ist das wahrscheinlich, wenn die Generation Bittorrent und Co. zu einem Konzert geht in dem hauptsächlich Songs zu hören sind, die erschienen, als der Großteil des Publikums gerade die ersten Schritte machte oder sich auf die Einschulung vorbereitete. Gerade Everlast und Ill Bill waren stellenweise echt sauer und drohten sogar die Bühne zu verlassen. Zum Glück taten sie’s nicht und bescherten mir und einigen anderen so eine Reise in eine Zeit, in der an Dirty South, Autotune und all die anderen Geschmacklosigkeiten des heutigen Raps noch nicht zu denken war.

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04 2010

Mastodon Live im C-Club, Berlin

Berlin Tempelhof am 09. Februar 2010. Es ist kalt, es schneit, alles ist gefroren. Hier werden also Mastodon ihr aktuelles Album „Crack The Skye“ dem Berliner Publikum präsentieren und 50% der Hörboten lassen sich das nicht entgehen! Apropos Publikum: Es ist überraschend und erfreulich zu sehen, welch unterschiedliche Hörergruppen die amerikanische Band begeistert. Da stehen Mastodon Lookalikes, neben Klischee-Metallern und Damen und Herren jenseits der 40/50 in mehr oder weniger schicken Ausgehklamotten.

Doch zunächst entern die 2 Herren und ihre zierliche Kollegin von Totimoshi die Bühne des zu diesem Zeitpunkt schon gut gefüllten C-Clubs (vormals Columbia Club) und die haben gleich mehrere Probleme. Das Größte ist wohl die komplett fehlende Eigenständigkeit. Musik wie die frühen KoRn, Gesang wie eine Mischung aus Tool und den Deftones, Texte, die kaum zu erahnen, geschweige denn zu verstehen sind und genuschelte und schwer verständliche Zwischenansagen. Ohropax im Ohr (man wird halt „vernünftig“) stand man also da und dachte sich, dass man wohl nicht mehr der Typ ist für harte Rock- und Metalkonzerte. Doch da sollte ich eines besseren belehrt werden.

Mastodon

Nach der Umbaupause dann Bewegung. Zum einen im Saal, der sich nun sehr schnell füllt zum anderen auf der format- und bühnenfüllenden Videowand und schliesslich auf der Bühne selbst. Mastodon betreten die Bühne, verlieren kein Wort und legen direkt los. Was macht man auf der Bühne mit einem Album, welches als Konzeptwerk darauf angelegt ist am Stück gehört zu werden? Man spielt es einfach komplett und genau das haben die 4 aus Atlanta getan. Bereits der Opener „Oblivion“ macht eines klar: Das hier funktioniert nicht mit Ohropax in den Hörmuscheln also raus damit und einfach genießen. Auf der Videowand flackern wahlweise Szenen aus surrealistischen Stummfilmen aus den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, das Artwork des Albums „Crack The Skye“ als Animation mit Retro-Charme oder Kompositionen aus beidem. Die Band selbst wird nur relativ schwach aber durchaus effektvoll ausgeleuchtet. Den Gesang teilen sich Troy Sanders und Brent Hinds wie gewohnt. Letzterer greift beim zweiten Song „Divinations“ zum Doubleneck-Bass, ersterer steht und spielt, wenn er nicht singt meist im Hintergrund neben Drummer Brann Dailor. Die Band spielt sich sichtlich in einen Rausch, was auch dadurch begünstigt wird, dass es keine Verschnaufpausen zwischen den Songs gibt, weder für die Band, noch für das Publikum!

Nach ca. 50 Minuten ist dann scheinbar alles vorbei. Die Band verlässt genauso wortlos die Bühne, wie sie gekommen war. Lediglich der Tour-Keyboarder bleibt auf der Bühne und an seinem Instrument. Zu seinem Spiel zeigt die Videowand eine Melange aus Artwork-Bildern in Endlosschleife, während hektisches Treiben auf der Bühne herrscht. Ein drittes Mikro wird aufgebaut, neue Gitarren in die dafür vorgesehenen Racks gestellt. Die Videoschleife erlischt, auf der Videowand erscheint das Covermotiv des 2006er Albums „Blood Mountain“ in leicht animierter Form, die Band betritt die Bühne um nun Songs aus den 3 Alben vor dem Aktuellen zu spielen. Immer umrahmt durch die Bewegt-Versionen der Cover der Jeweiligen Alben aus denen die Songs stammen. Gerade das des 2005er Moby-Dick-Konzeptalbums „Leviathan“, welches den weißen Wal im Kampf mit Kapitän Ahab zeigt passt wie die Faust aufs Auge zu dem, was da nun aus den Boxen kommt. Bent Hinds malträtiert jetzt eine Gibson Flying-V, Bill Kelliher (geil mit Vokuhila, Redneck-Schnäuzer und „Smoke Beer“-T-Shirt) hat zur Explorer gegriffen. Jetzt finden die großen Metal-Posen statt, in die Luft gereckte Gitarren, Hinds und Kelliher die sich frontal gegenüberstehend die Riffs um die Ohren hauen. Großartig und laut genug, dass die Ohrstöpsel doch wieder zum Einsatz kommen. Kelliher tritt ans Mikro und brüllt Love Unconditional ins Publikum…Gänsehaut. Nach 6 Songs aus den Alben „Blood Mountain“, „Leviathan“ und „Remission“ ist Schluss. Kein Wort, keine (weitere) Zugabe.

Das hier, meine Damen und Herren, war ganz ganz groß!

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02 2010

Deichkind live in Dresden – Eventwerk, 12.12.2009

Ein Gastbeitrag!

Ein dreibeiniger Hund macht gute Laune

Wer kennt sie nicht, die unerwarteten Anrufe guter Freunde. „Du, Deichkind ist in der Stadt. Wie sieht´s aus? Gehen wir hin.“ Verdammt. Und wieder auf dem falschen Fuß erwischt. Das Gestammel beginnt. „Das letzte Mal, als ich Deichkind live gesehen habe, hätte ich höchstens Yippie, yippie, yeah geschrieen, wenn die Bühne in Flammen aufgegangen wäre. Ich bin kein Fan deutscher Musik. Erst recht keiner Musik, die sich bei Stefan Raabs Music Vision Song Contest an den Hals der Nation wirft. Nichts gegen die Nation. Nur gegen Stefan Raab.“ Ein nutzloser Versuch, das Unvermeidliche abzuwenden. Einen Tag später folgte ein weiterer Anruf. „Ich habe die Karten. Wir treffen uns morgen Abend gegen 19.30 Uhr.” Na super. Entsprechende Vorfreude machte sich breit, als es schließlich hinaus in den kalten Samstagabend ging. Die Freude wuchs, als sich vor dem Eventwerk eine circa 50 Meter lange und nicht minder breite Menschenschlange auf vier gestresste Ordner zu bewegte. Ich höre mich kurz rufen: „Karte zu verkaufen.“ Ein Spruch, der bei meinen Begleitern wenig Zuspruch findet: „Willst du schlechte Laune verbreiten?“ Bei einem Deichkindkonzert? Natürlich nicht. Ich will nur hier weg, schießt es mir durch den Kopf, während ich mir den Weg durch tausende leere, am Boden liegende Bier-, Wein- und Sektflaschen bahne.

Vor der Bühne angekommen, geht das Hadern weitern. Ich bin zu nüchtern. Oder vielleicht doch auf dem falschen Planeten? Wo man hin sieht: Neon. Beklebte Mülltüten. Sonnenbrillen, die wirklich nur im Dunklen getragen werden sollten. Und nicht zu vergessen – Das Grölen: Deichkind, wuhuhu. Party. Bitte? Ich geb euch gleich wuhuhu, ihr Quälgeister. Auf der weißen Leinwand, die noch den Blick auf die Bühne versperrt, läuft ein buntes Konglomerat internationaler Musikvideos. Allein KRS One und sein „Sound of the Police“ brennen sich in mein Hirn. Es ist das letzte, was ich sehe, bevor der von Deichkind angerichtete Kessel Buntes die Massen zu bewegen beginnt. Unbändiger Jubel setzt ein, als eines jener Deichkindfilmchen zu flimmern beginnt, das nur im Drogenwahn produziert werden konnte. Bizarre Figuren, in noch bizarreren Situation. Alles im Schulprojektstil zusammengefrickelt. Ich blicke sehnsüchtig gen Ausgang, doch schon setzen wild flackernde Stroboskope und die mit LEDs bestückten Outfits der Deichkindcrew die noch immer verhüllte Bühne in Szene. Der Vorhang fällt. Die Bässe dröhnen. „Arbeit nervt.“ Die Menschenmasse verschmilzt. Alle Arten von Körperteilen schwingen, wippen, tanzen. Ja, ein Kulturschock kann einen auch in der eigenen Heimat treffen, weiß ich nun. Auch wenn alles in mir schreit: „Lauf!“, bewegen sich meine Beine nicht in der erwarteten Weise. Wie mein Kopf, fangen sie an zu wippen. Ich liebe Bässe, und die gibt es in den kommenden zwei Stunden am Stück.

Auch wenn ich wohl einer der wenigen bin, die nicht einen Text mitgrölen können und auch die auf der Bühne gezeigte Performance mich eher an eine Walddorfschule und das oft zitierte Tanzen der eigenen Namen erinnert, es macht Spaß, den Verrückten da oben zuzuschauen. Nicht einer von ihnen kann tanzen. Na und. Allein die LEDs zucken geordnet im Takt. Was solls. Das Bühnenbild scheint, wie die Schminke der Deichkindjungs, aus Restposten eines Goafestivals zusammengestückelt. Es kratzt mich nicht die Bohne. Vielmehr stellt sich mir nun die Frage: Sind das wirklich jene Jungs, die im Januar diesen Jahr ein Bandmitglied auf tragische Weise verloren haben? Es ist beeindruckend mit welcher Energie, mit welcher ehrlichen Freude die Deichkinder diese vielschichtige Menschenmasse in Bewegung versetzen. Von 15 bis 45 scheint vor der Bühne alles dabei. Nicht einer steht still. Jeder blickt wie gebannt auf jene Verrückten, die da mit Inbrunst rocken. Mehr als zwei Stunden lang reißen Deichkind, mit ihrem jüngsten Mitglied Ferris MC aka Ferris Hilton, das Eventwerk ab. Nicht eine Minute fühle ich mich gelangweilt oder nicht im ausreichenden Maße unterhalten. Gut, die Musik ist nicht meins. Und wenn man ehrlich ist, erinnert einen das hier Gezeigte, von Zeit zu Zeit, an die uns allen bekannte Feierkultur einer bekannten Baleareninsel. Und trotzdem: Es gefällt!

Gute Laune ist selten geworden. Von daher macht es keinen Sinn auf einem Deichkind-Konzert alles eng und missmutig zu betrachten. Was mir in der Vergangenheit nicht aufgefallen ist (Aus welchen Gründen auch immer.), nun erschließt es sich mir. Was sind schon blendend in Szene gesetzte Superstars gegen einen Haufen wild durchdrehender Freaks? Es ist wie mit dem berühmten dreibeinigen Hund. Selbst wenn man will, man kann ihn nicht ignorieren. Und so schaute auch ich für mehr als zwei Stunden, inklusive zweier Zugaben, jenen dreibeinigen Hund, genannt Deichkind, an. Mit dem Holzhammer ließ ich gute Laune in mich prügeln. Ich hatte Spaß. Weit mehr, als ich nach jenem unerwarteten Anruf eines Freundes erwartet hätte. Und glaubt mir, wenn schon ich Spaß hatte, was müssen dann erst all die durchgedrehten Deichkindanhänger von jenem denkwürdigen Auftritt ihrer Idole gehalten haben? So hoffe ich, dass die Gerüchte, dies sei die letzte Tour der Deichkinder, erdacht und erlogen sind. Es wäre zu schade, wenn ein weiterer Teil der auch so schon viel zu knappen deutschen Spaßkultur für immer verschwinden würde.

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12 2009

Peter Fox & Cold Steel – Live aus Berlin

Am 27.11.2009 erschien die Live-Version eines der besten Alben des Jahres 2008 in Bild und Ton. Peter Fox, ein Drittel der Gesangsfraktion von Seeed präsentiert den Mitschnitt seines Konzertes in der Berliner Wuhlheide aus dem Sommer 2009. Der Film beginnt mit einem Intro, das vor allem eines kann: Berlin so zeigen, wie es ist, abseits von Alexanderplatz, Potsdamer Platz und Regierungsviertel. Sehr stimmungsvoll und eine perfekte Einleitung für das was noch kommen soll. Das Konzertintro bringt einen schnell und effizient in Stimmung auf die folgenden 80 Minuten. Auf der Bühne sorgen eine famose Liveband sowie die absolut grandiosen Cold Steel für die Liveumsetzung des Ganzen, wobei gerade letztgenannte extrem viel Spaß machen. Eine Drumline, bestehend aus 5 jungen Herren, die perfekt choreografiert ihre Steel Drums bearbeiten – ganz groß.

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Die Background-Singer Sektion ist mit Vanessa Mason, J-Luv und der tollen Miss Platnum hochkarätig besetzt, der Backup-MC kommt mit Affenmaske und Peter Fox selbst hat sichtlich Spaß an der ganzen Angelegenheit und beweist aufs neue, dass er eine verdammt coole Sau ist. Die Setlist setzt sich aus dem kompletten Stadtaffe-Album, einigen Seeed-Perlen, einer Cover-Version sowie zwei Songs von Miss Platnum zusammen – eine echt Runde Sache also. Ich jedenfalls habe mich geärgert, nicht dabei gewesen zu sein.
Schnitt, Bild- und Soundqualität sind fantastisch, Musik und Texte sowieso (Peter Fox ist einer der wenigen, der es schafft sexy Texte zu schreiben ohne dabei verrucht oder billig zu klingen).
Wie bereits gesagt: Macht sehr großen Spaß das Ding!

Peter Fox & Cold Steel – “Live aus Berlin” als CD, DVD oder Box-Set hier bestellen!

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12 2009

Haiku d’etat live in Dresden – 29.11.2009

Am Sonntag fand im Puschkin so etwas wie eine Hip Hop Jam statt. Aber irgendwie auch wieder nicht. Angekündigt waren Haiku D’Etat, eine Formierung bestehend aus Aceyalone & Mykah 9 von der Freestyle Fellowship und Absrtact Rude. Alle 3 gehören irgendwie dann noch in die große Project Blowed Familie. Weiterhin waren K-The-I??? und die Magic Heart Genies mit DJ Drez angekündigt. Volles Programm also mit ordentlichen Rap-Schwergewichten.
Das erste Schwergewicht – und das im wahrsten Sinne des Wortes – war K-The-I???. Großes Minus bei ihm: kein DJ! Es macht einfach keinen Spaß, wenn ein Künstler auf die Bühne kommt, seinen Laptop anschmeißt und dann unvermittelt anfängt und ohne Fluss oder musikalische Übergänge seine Titel runterotzt. Erschwerend kam bei ihm noch hinzu, das er aus der Richtung Spoken Word zu kommen scheint. Denn er hat nicht gerappt, sondern predigermäßig Wortsalven auf das Publikum losgebrüllt, die kein Anwesender auch nur im Ansatz verstehen konnte. Musikalisch waren seine Produktion super abstrakt, so in die Richtung Dälek, aber nicht ganz so verzwickelt. Wobei er es geschafft haben muss, sein Körpergewicht auf die Bässe übertragen zu haben, denn die haben einen überrollt. Die Stimme war auch nicht besonders pralle. Alles in Allem zu anstrengend und das Gehör überfordernd.
Danach wurde es unbeabsichtigt lustig zum einen und richtig geil zum anderen. Richtig geil war DJ Drez, der ab diesen Zeitpunkt bis vermutlich zum Ende des Abends die Wheels of Steel bediente. Ganz großes Kino! Aufgrund der geringen Zuschaueranzahl konnte man dem Mann beim handwerken zusehen. Was man gesehen und dazu gehört hat war einfach famos. DJ Drez hat es drauf und ich wage zu behaupten, das er in einer Liga mit Cut Chemist und Kid Koala spielt. Mehr Referenz geht nicht.
Zu Drez gesellte sich dann J the Sarge und etwas später Mykah 9. Mit J the Sarge wurde es lustig. Ich glaube der Gute nimmt Hip Hop zu ernst um noch cool zu sein. Er sah aus wie ein leicht aggressiver Cowboy aus den Südstaaten. Durch seine permanente grimmige Mimik vermittelte er den Eindruck, dass wenn nicht augenblicklich die Leute ihre Arme und Hände in Luft reißen und Yo brüllen, sie waren schon irgendwie gehemmt, er von der Bühne springen würde und jeden persönlich mit der Faust dazu auffordern würde. Und auch sonst hatte man das Gefühl, der Typ hat als Teenager alleine in seinem Kinderzimmer vor dem Spiegel die gängigen Posen geübt und gibt sie nun zum Besten. Es war unfreiwillig komisch anzuschauen. Raptechnisch hat er irgendwie an Taktlos erinnert, hat aber nur halb so viel spaß gemacht. Das wurde alles irgendwie auch nicht besser, als Mykah 9 auf die Bühne kam und die beiden dann Magic Heart Genies ergaben. Die Mugge war der Hammer, aber die Raps haben nicht gepasst. Das war nicht stimmig. Und ob Mykah 9 nun tatsächlich die ganze Zeit in der Gedichtform Haiku gerappt hat kann ich nicht sagen, da bin ich nicht firm drin. Aber er hat es ja des öfteren erwähnt, dass dem so sei, und da glaube ich ihm mal.
Tja und danach hat man dann auf Haiku d’etat gewartet, während DJ Drez immer weiter dazu beitrug, zum Highlight des Abends zu werden. Aber es gab keinen Auftritt von ihnen. Es gehört wohl angeblich zum Konzept, dass wenn die 3 MC’s auf Tour gehen,das sie sich alle als Special Guests featuren. Das muss man erstmal wissen!
Und so wurde der Abend immer länger. Leider steigerte sich auch die Müdigkeit und das Gefühl so langsam doch den Heimweg anzutreten. Aber aufgeben wollte ich noch nicht und zumindest entweder noch 15 min von Abstract Rude oder Aceyalone mitbekommen. Irgendwann trollte sich dann letztgenannter auf die Bühne und legte richtig los. Das war klassisch: ein MC der den DJ feiert und mit ihm interagiert. Aceyalone hat dann auch endlich das abgeliefert, worauf man den ganzen Abend insgeheim gewartet hat: Styles, Skills und Raps mit Flow. Das war zum alle 10 Finger ablecken. Doch leider obsiegte die Müdigkeit und mehr als 15 minuten habe ich dann auch tatsächlich nicht mehr geschafft. Schade, denn so kann ich nichts zu Abstract Rude sagen. Ich hätte ihn zu gerne gesehen. Aber gut. Der Abend war doch unterhaltsam. DJ Drez bekommt den größten Applaus. Wer die Gelegenheit hat in live zu sehen, der soll das unbedingt machen!!

P.S.: Liebes Wettbüro-Team, ein bischen mehr Organisation tut solchen Veranstaltungen gut. In Anbetracht der Anzahl an Acts ist dann doch manchmal weniger mehr.

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12 2009