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Guilty Simpson – Live in Dresden 27.01.2012

Gestern Abend gab es richtig echten HipHop vom Herzen für die Köpfe. Den ganz realen und ehrlichen Scheiß gab es zu hören. HipHop von jemanden der es offensichtlich wirklich schwer gehabt haben muss in seinem Leben. HipHop von jemanden präsentiert, der diese Musik als ein Medium versteht, um Menschen zusammenzubringen. Word!

Ein durchaus sympathischer Guilty Simspon war im Alten Wettbüro anzutreffen, welcher gerne mal zwischendurch mit dem Publikum anstieß. Es war ein sehr persönliches Konzert. Das lag vor allem daran, dass man Guilty Simpsom tatsächlich akustisch und vor allem inhaltlich verstanden hat. Das ist ja nicht wirklich immer der Fall. So hat er dann auch seine wohl persönlichsten Titel gespielt: “Ode to the Ghetto”, “This is a man’s world”…

Lustig war seine Lobhudelei auf Deutschland: “Nichts wäre so wie man es ihm prophezeit hätte…es ist alles ganz toll hier…würde er jetzt zu Hause erzählen, dass Deutschland fetzt…”. Ebenso putzig waren seine ausgefadeten Selbstechos, mit denen er teilweise seine Lieder beendete.

Interessant dagegen seine Nachfragen wer denn überhaupt Guilty Simpson, J Dilla oder Madlib kennen würde. Bei denen die sie nicht kennen würde wäre das nicht schlimm, so könnten diejeniegen die sie kennen den anderen Unwissenden näher bringen. Bisschen überrascht war ich dann als sich dann doch der ganze dreiviertelgefüllte Saal zu Wort meldete. Aber so richtig wollte er es trotzdem nicht glauben.

So symphatisch und angenehm es auch war ein bisschen mehr Professionalität hätte ich nir dann doch gewünscht. Denn 45 Minuten Auftritt sind nicht besonders pralle, vor allem auch dann nicht wenn gefreestyled wird, damit der schlecht vorbereitete DJ die Beats finden konnte. Die Setlist war nicht fertig. Kann passieren, sollte es aber nicht. Nun gut.

Gelohnt hat es auf jeden Fall. Schon alleine wegen den fantastischen Beats von Dilla und Madlib. Schöner Abend.

Das hat er auch gespielt. Bitte laut machen, wirklich!

27

01 2012

De La Soul – Berlin, Astra, 16.12.2011

Guten Morgen Berlin an diesem Samstagmorgen im Dezember. Was war das gestern nur für ein Erlebnis? Drei Herren über 40 schickten sich an im Astra zu Berlin Songs zu präsentieren, die in erster Linie 15 Jahre und mehr auf dem Buckel.
Der Abend begann mit einem feinen Warm Up DJ Set dass sich den Perlen des Raps der 90er widmete und sehr zu gefallen wusste.
Data MC um ex-Walking-Large-Rapper Ono enterten als Support-Act die Bühne und wussten leider nicht so zu überzeugen, was allerdings weniger an den Bühnenfähigkeiten der Jungs als vielmehr an der dargebotenen Musik lag. Not my Cup of Tea. Das änderte sich schlagartig, als für die letzten beiden Stücke Yarah Bravo als “Überraschungsgast” die Bühne betrat und sofort ein Feuer entfachte.

de la soul ticketWas dann nach kurzer Pause passierte lässt sich nur mit dem Wort “sensationell” beschreiben. De La Soul traten ins Rampenlicht, fragten wo die Party sei und gaben die Antwort in den folgenden 2 Stunden direkt selbst. Seit Redman vor gut eineinhalb Jahren habe ich keine so energiegeladene Rapshow mehr geshen. Hier wurde in jeder Sekunde Hip Hop gehuldigt. Der Backkatalog aus über 20 Jahren Bandgeschichte gibt allerdings auch genügend her um einen solchen Abend locker nach Hause zu fahren. Und wenn dann noch das Publikum ein positives und hingebungsvolles ist, welches bereits nach den ersten Cuts und Takten weiß, was gleich passieren wird kann man als Künstler nicht verlieren. Es wurde getanzt, mitgerappt und auch die anschließende Aftershowparty war als Verlängerung des Abends eine einzige Liebeserklärung an Hip Hop abseits von Waka Flocka Flame, Gucci Mane, Flo Rida und ähnlichen Geschwüren jüngerer Zeit.
De La Soul is NOT dead! Word!

17

12 2011

Das Racist – Berlin, Festsaal Kreuzberg, 12.12.2011

das racist berlinIn der einschlägigen Presse konnte man kürzlich lesen, dass die Musik von Das Racist noch vor einiger Zeit als Hipster-Rap bezeichnet worden wäre. Wenn man dieser Tage das Publikum beim Auftritt der New Yorker in Berlin betrachtet möchte man dieser Aussage wiedersprechen und sagen: “Das Racist SIND Hipster Rap”. Denn tatsächlich ist die Wollmützen- und Skinny-Jeans-Dichte für ein Rapkonzert frappierend hoch.
Aber von vorne: Der Festsaal Kreuzberg ist wirklich eine sehr nette Konzertlocation, nicht zu groß, Nichtnichtraucherzone und es wird noch Bier in Flaschen zu moderaten Preisen verkauft. Das kennt man in der Hauptstadt auch anders. Die „Vorband“ bilden an diesem Abend 2 junge Damen, die zu Instrumentals aus dem Rechner singen und langweilen, weswegen ich mir den Namen der beiden beim besten Willen nicht gemerkt habe.

Danach Animations-Schleifen auf der Leinwand mit vielen bekannten Helden (The Mask, Bart Simpson, etc) nebst Countdown – Nette Idee.
Heems, Kool A.D. und Dapwell betreten die Bühne begleitet von einem Computerbediener (der im Laufe des Abends noch ans Mikro treten sollte und dort auch durchaus Talent beweist). Ja, DJs sind wohl out in 2011. Alle 4 sind ganz offensichtlich nicht nüchtern und genau das macht den Abend zum einen interessant, zum anderen jedoch auch bisweilen sehr anstrengend. So machen die Raps extrem viel Spaß. Alle drei sind versierte MCs und die Songs, vornehmlich vom aktuellen, ersten Album „Relax“ sind ohnehin eine Bank. Zwischen den Songs wird es allerdings reichlich stressig. Nervenzerrendes Rumgeschreie und –gemache, welches jedoch durch den Abriss, der während der Songs passiert locker wett gemacht wird. Die Animationen auf der Videowand sind wirklich unterhaltsam: Snoopy, Beyonce, Donald Rumsfeld, Osama Bin Laden, Arnold Schwarzenegger, Aliens, u.v.m. in animierten Loops verwurstet machen Spass und man kommt in den zweifelhaften Genuss, Kanye’s Totalausfall in einer 10-Minutenschleife wiederzuerleben. Nach gut 80 Minuten ist Schluss, es ertönt das Opening Theme der Cosby Show und die Videowand sieht man vor lauter Qualm (erzeugt durch Nebelmaschine + Publikum) kaum noch. Guter Abend, gerne wieder!

13

12 2011

dEUS – Live im Astra, Berlin am 30.11.2011

deus - astraDer erste Gedanke beim Verlassen des Astra nach dem Konzert: „Meine Herren, sind die Live gut!“. Folgendes war passiert. Gegen 21 Uhr ins Kulturhaus an der Revaler Straße in Berlin Friedrichshain, die Vorband SX (aus Belgien) steht auf der Bühne und weiß mit seinem Synthie-dominierten Pop durchaus zu gefallen. „Tut keinem weh“ denkt man.

Dann Umbaupause. Hinter der Bühne wird #dEUS_30112011 an die Wand projiziert. Ein Twitter-Hashtag zum Konzert – kannte ich so auch noch nicht.
Gegen 21:45 betreten dann endlich die 5 Herren aus Antwerpen die Bühne, verlieren kein Wort und legen direkt los. Ein grandioses neues Album (Keep You Close) und eine Vielzahl an Perlen aus dem umfangreichen Backkatalog im Gepäck nehmen sie das Publikum mit auf eine Reise durch neue und ältere Songs, die alle um einiges rockiger, bisweilen sogar „noisiger“ ausfallen als auf den Platten.
Nächster Gedanke: „Hier stehen versierte und vor allem routinierte Musiker auf der Bühne“ Recht unaufgeregt entlockt man allerhand Instrumenten wunderbares (toll, wie eine gezupfte Violine klingen kann). Lediglich Frontmann Tom Barman (der übrigens eine wirklich beeindruckende Sprechstimme hat) lässt bisweilen eine kleine Portion netter Verrücktheit durchblitzen. Auf „Keep You Close“ folgt „Sister Dew“ und selbst dieser recht melancholische Klassiker wird zur Hälfte in eine noisige Version überführt, die sehr zu gefallen weiß, da Noise hier nicht zum elitären Mucker-Selbstzweck verfällt sondern nach wie vor sauber gespielt und melodiös daherkommt. Da stören auch das zwischenzeitliche Übersteuern des Sounds bei Bass und Gesang nicht weiter.
… ach ja: dEUS haben gespielt und schön war’s!

02

12 2011

Elbow – Live, Huxley’s Berlin 10.11.2011

Berlin im November 2011: Es ist kalt, neblig, ungemütlich, grau. Gute Voraussetzungen also, Elbow – die großartige Band aus Manchester – endlich einmal Live zu erleben. Ort des Geschehens ist das Huxley‘s in Berlin, eine wunderbare und mit seinen tollen, barocken Verzierungen dem Anlass mehr als würdige Location.
Eröffnen darf die australische, in England lebende Band Howling Bells, die ich allerdings (absichtlich) verpasst habe. Pünktlich zur Umbaupause geht es also in den Saal. Gin Tonic gekauft und los geht es. Der Saal verdunkelt sich. Ein Streichquartett betritt die Bühne, gefolgt von Pete Turner, Mark und Craig Potter, Richard Jupp und Guy Garvey. Letzterer prostet dem Publikum zu, das Publikum prostet zurück.
Ein kurzes „…Good evening Berlin…“, dann „The Birds“, der grandiose Opener des aktuellen Albums Build A Rocket Boys.
Guy Garvey ist ein grundsympathischer Mensch mit einem herrlich kantigen, britischen Charme und weiß auch zwischen den Songs wunderbar zu unterhalten. So stimmt er auf Grund des Vollmondes immer wieder pseudosakrale Mantra-Luna-Gesänge an, um das Ganze abschließend mit einem trockenen „…I don’t believe in this crap…“ abzuschließen. Laute Zwischenrufe werden entweder freundlich beantwortet oder in einem Fall mit den Worten „…No Manchester-shit. You are guests, behave like guests…“ quittiert.

elbow - live

„Grounds For Divorce“, „The Loneliness Of A Tower Crane Driver“, „Weather To Fly“, „Lippy Kids”, „Mirrorball”, … die Playlist läßt keine Wünsche übrig und füttert sich dabei hauptsächlich zu nahezu gleichen Teilen aus dem 2008er Album The Seldom Seen Kid und aus dem aktuellen.
Mittendrin stößt die Band auf ihr 20jähriges Bandjubiläum an (in gleicher Besetzung wohlgemerkt), welches just auf den heutigen tag fällt.
Gänsehautmomente gibt es bei „The Night Will Always Win“, welches Garvey allein vom Piano begleitet zum Besten gibt. Nach zwei Stunden inklusive Zugabe endet ein Abend, der einen buchstäblich alle Sorgen vergessen ließ.

Sound: Perfekt.

Stimmung: Toll.

Guy Garvey: ein guter Typ.

Band: Elbow – die beste Band der Welt!

Hoffentlich nicht zum letzten Mal.

11

11 2011

Radiohead live in Berlin – 11.09.2001

Was hab ich mich gefreut nach Berlin in die Wuhlheide zum einzigen ^^wwwwwwsqDeutschlandkonzert Radioheads zu fahren! Der Tag verlief perfekt. Schöne Verbringung vor dem Fernseher und mit einer kleinen Auswahl feinster Filme (Lethal Weapon 2 & 3 und Men in Black) und dazu jeweils ein kleines Baguette. Die Stimmung war ausgezeichnet.

Während Leathal Weapon lief kam der erste Kumpel zum Mitfahren und fragte mich nach einem freundlichen Hallo ob ich denn den Fernseher anhätte, dass World Trade Center in New York sei nämlich zerstört. Ich musste erst einmal lachen und äußerte meinen Zweifel! Daraufhin wurde der Kanal von AV auf TV gewechselt. Hier offenbarte sich nun die Richtigkeit der übermittelten Nachricht.

“Krasses Ding! Hoffentlich sagen die jetzt nicht das Konzert ab!!” So hörten wir dann Radio um herauszufinden, ob Radiohead spielen würden oder nicht. Der Zusammenhang ist zwar immer noch nicht eindeutig, aber man macht sich so seine Gedanken. Im Radio wurde nichts gesagt, also fuhren wir los. Auch auf der gesamten Fahrt sorgten wir uns ein stattfindendes Konzert und die möglichen Auswirkungen der Geschehnisse in New York. Das war eine seltsame Stimmung.

Tja und dann waren wir in der Wuhlheide. Keine Absage. Dafür regnete es passender Weise. Wir schlurften Richtung Konzertgelände und verfolgten eine sehr interssante Vorband, die sich sehr intensiv mit ihrem Auftritt beschäftigten. Mir hat es sehr gut gefallen und ich mag sie immer noch, die AntiPop Consortium.

Dann traten Radiohead auf. Das gesamte Konzert lässt sich am besten mit einem dunklen Blau beschreiben, so eine Art “Ultramarine” und ein schönes Nachtblau über 12.000 Menschen die eigentlich feiern wollten. Es regnete wahrscheinlich das Konzert über, so genau weiß ich es nicht mehr.
Aber ich weiß noch, dass bei Radiohead New York ganz massiv mitschwang. Sie hatten ihre Songwahl kurzfristig geändert. Das weiß ich noch. Und das Tom York im Verlauf des Abends mehrmals erwähnte, das er hofft, dass jetzt kein dritter Weltkrieg ausbricht.

Das war schon ein seltsames Konzerterlebnis. Definitv eins, das man nicht vergisst. Auf jeden Fall “Merkwürdig unangenehm” und doch schön, weil man ja schließlich doch Radiohead gesehen und gehört hat.

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09 2011

Beatsteaks Live – 11.06.2011, Wuhlheide, Berlin

beatsteaks-plakatJuli 2010: Erste Ankündigung, dass die Beatsteaks im Juni 2011 die Wuhlheide beehren würden, Tickets gekauft und fast ein Jahr lang gewartet und vorgefreut.
Dann, am vergangenen Wochenende, war es endlich soweit. Die vermutlich coolste Rockband aus deutschen Landen bat zum Heimspiel und viele folgten dem Ruf. Schließlich eilt den 5 Berlinern der Ruf voraus eine exzellente Live-Band zu sein. Während sich die nach einer mittelmäßigen Biermarke benannte Parkbühne in der Wuhlheide füllte schickten sich Kitty Daisy & Lewis nebst Live-Verstärkung an den Abend zu eröffnen. Ihr eigenwilliger Mix aus 40er/50er Country und Rock’n’Roll mit Ska-Anleihen wusste dabei definitiv zu gefallen.
Nach kurzer Pause beschallt durch Gassenhauer von Presidents Of The United States Of America, den Lemonheads und anderen wurde die Umbaumusik plötzlich merklich lauter. Queen dröhnte aus den Boxen, gefolgt von Depeche Modes “Just can’t get enough”, welches nach kurzer Zeit durch den Sound einer Explosion abrupt beendet wurde. Bernd Kurtzke, Thomas Götz, Torsten Scholz, Peter Baumann und Arnim Teutoburg-Weiß stürmten die Bühne und begannen mir “Big Attack”, dem Operner des 2004er Albums “Smack Smash” ein Konzerterlebnis, das keine Fragen offen lassen sollte. Die Berliner nahmen ihr Publikum mit auf eine Reise quer durch ihren kompletten Backkatalog, inklusive einiger Ausflüge in angedeutete Coverversionen, einer gebremsten “nur-Gitarre-und-Gesang-Version” von “Bullets From Another Dimension”, Eurodance-Scharmützel und vielen kleinen musikalischen Gimmicks. Neben den vielen großartigen Songs begeisterten die Beatsteaks durch witzig-sympathische Ansagen & Respektsbekundungen an das berliner Publikum, nette Spielereien auf/mit der Videowand hinter der Bühne, kolossale Discokugeln, Pyro-Effekte und finalem Konfetti-/Luftschlangenregen. Die Band hatte von der ersten bis zur letzten Minute sichtlich großen Spaß auf der Bühne.
Auf Seiten des Publikums dankte man es ihr durch nahezu ununterbrochenes Mitsingen sämtlicher Songs, diverser Laolas, Feuerzeuge (wann immer es angebracht schien), Mitgeklatsche, Moshpits nebst bengalischem Feuer (toll und erstaunlich, dass hierbei nichts passiert zu sein schien) und einer rundum fantastischen Stimmung.
Der ganze Abend war eine Liebeserklärung ans Musikmachen, ans Musikhören, an die Beatsteaks, an die Fans, an Berlin. Perfektes Konzert, nur Demons Galore hab ich vermisst. Morgen heißt es dann wieder: Karten kaufen, denn im Dezember kommen sie zum nächsten Heimspiel.

PS: Das Finale nacherleben geht beispielsweise hier!

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06 2011

Gästelistenplätze gewinnen: Jona:S Live in Berlin

Jona:S spielen am 15.06. im Frannz Club in Berlin ein Showcase und die hoerboten verlosen 1x 2 Gästelistenplätze dafür. Alles was ihr machen müsst ist schnell sein. Einfach Email an uns und mit etwas Glück seid ihr dabei!

Und das erwartet euch:

YouTube Preview Image

viel Erfolg!

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06 2011

DJ Shadow live im Astra Berlin – 19.Mai 2011

Endlich, DJ Shadow live erleben!!! Im Zuge des Melt! Weekender hat sich nun diese Möglichkeit ergeben einen der Crossfader-Götter in Aktion zu erleben. Das nun Folgende ist eine auf den Knien und mit gesenktem Haupt geschriebene Huldingung.
Bevor DJ Shadow als Headliner des Abends die Bühne betrat schickten sich Gold Panda und Hudson Mohawke an, durch Dargebrachtes möglicherweise in den DJ-Olymp aufgenommen zu werden. Leider wird es keiner der beiden schaffen. Wobei Ersterer durchaus engangiert war und sich auch ordentlich reingehangen hat. Aber musikalisch hat es nicht gefetzt. Und Letzterer sollte sich einfach nur schämen!!!
Danach wurde fleißig umgebaut. Es war anfangs irritierend, als sämtliches Equipment abgebaut wurde. Hmm, ich hatte ja vermutet hier würden insgesamt sechs 1210er aufgefahren werden. Aber gut. Nochmal raus, frische Luft schnappen, sich über Dendemann als Publikumsgast freuen und wieder rein. Nun stand da eine ca. 2,5 m große Kugel auf der Bühne auf der ein Testbild zu sehen war. Hmm, na mal schauen. An dieser Stelle noch ein riesen Lob an die Organisation und die Bühnentechniker, absolut professionell gearbeitet!
Und bevor man sich versah tauchte DJ Shadow auf der Bühne auf, trat an den Bühnenrand, klatschte noch ein zwei High-fives ab, zeigte auf die Kugel hinter sich und verschwand dann in dieser. Und was dann innerhalb der nächsten guten Stunde folgte war wortwörtlich: göttlich. Die Kugel war Teil der auf die Musik abgestimmten Projektionen/Animationen. Dabei wurde auf der Leinwand im Hintergrund quasi selbiger projeziert, während auf der Kugel die Hauptanimationen stattfanden. Unglaublich was das für eine Show war! Und was DJ Shadow musikalisch dazugesteuert hat war umwerfend. Der hat Bässe rausgehauen, dass die Hosen angefangen haben zu vibireren. Es gab das herrlichste Gescratche, wunderbar gesetzte Cuts und Samples, mit denen er quasi das Mikro ersetzte. Alles war wie aus einem Guß. Er hat kaum neues Material gespielt, bis auf zwei Titel. Der Rest bestand aus alten Sachen (z.Bsp.: “Building Steam with a Grain of Salt”, “Midnight in a Pefrect World”). Eine herrliche Sache war zum Beispiel, als er “Walkie Talkie” losschmetterte, die dazugehörige Animation zu betrachten: Auf der Kugel waren in kurzem Abstand Lady Gaga zu sehen, der die Augäpfel rausquollen gefolgt von Würmern, Fergie, der das Gesicht abfiel und Platinen zum Vorschein brachte und dann noch Justin Biber, dem der Kopf explodierte. Diese hat er aber fantastisch geremixed und weiterverarbeitet.
Nach einer Weile kam dann doch eine gewisse Entäuschung in mir auf. Mukke und Show waren perfekt, wirklich perfekt. Aber ich wollte den Meister doch auch sehen, wie er das alles hinzaubert. Wie selbstverständlich wurde auch daran gedacht. So war in der Kugel eine Kamera installiert, die dann den Meister auf der Kugel, in einen 60er Jahre Fernseher eingebetet, gezeigt hat. Kurz darauf drehte sich die Kugel und DJ Shadow ward gesehen, wie er hinter seinen Aufbauten stand. Dann war sein ganzen Können richtig zu betrachten. Und meine Fresse was hat der gearbeitet. Ich hab noch nie einen DJ so perfekt arbeiten sehen. Vor allem ist “arbeiten” auch der richtige Begriff. Die Hände sind nur so geflogen. Er war voll bei der Sache und hatte sichtlich Riesenspaß! Und so wechselte es sich dann ab: Kugel auf, Kugel zu. Alt Bekanntes und dann zum Ende hin auch feinster Drum ‘n Bass à la Aphrodite. Ein absolutes Fest!
Beendet hat er den ersten Akt mit dem Klassiker “Organ Donor”. Das war einfach nur furios. Die Kugel war offen, der erste Orgelton ward vernommen und die Leute sind durchgedreht. Die Menge hat es ihm gedankt als die Musik aus war und er hinter den Plattentellern stand und sich hat vollkommen verdient feiern lassen. Absolut fantastisch!
Den zweiten Akt haben die Hoerboten dann nicht mehr mitgenommen. Es war doch schon weit nach der Geisterstunde. So haben wir uns von den erneut einsetztenden Basslinien nach Hause tragen lassen.

Wer einen kleinen Eindruck gewinnen möchte, wie sich das Ganze abgespielt hat, kann hier nachschauen.

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05 2011

The Dillinger Escape Plan – Live in Berlin 08.10.2010 – Die zweite Meinung

Rettungsbote, Sturzhelme, Sicherheitsgurte, Airbags, Knautschzone, Schwimmweste oder jedes andere beliebige Sicherheitsutensil hätten dem nicht standhalten können, was The Dillinger Escape Plan am Freitag Abend vom Stapel gelassen haben. Es war nicht so, dass man nicht wusste auf was man sich da eingelassen hat. Man ist ihnen bereits als Vorband von System of a Down begegnet und hat voller Entsetzen den Kopf geschüttelt. Aber dennoch war man wie erschlagen und überrollt von den 5 Humano-Emotionsvulkanen und den von ihnen ausgelösten Geräuschtsunamis. Alter Falter! Das war unglaublich heftig und intensiv. Man bekam es schon ein wenig mit der Angst zu tun, als sich die Herren auf der Bühne platzierten. Die Oberkörper leicht nach vorne geneigt, wippten und wogten sie hin und her. Und dann brachen sie mit einem Mal los. Absolut gestörte Jungs! Das Motto des Abends schien zu heißen: Abriss und Zerstörung sämtlicher im Saal befindlichen Trommelfelle und den Saal gleich noch mit dazu. Was die über die Bühne gehirscht sind, absolut wahnsinnig! Noch wahnsinniger aber war die Darbietung der Lieder. Die haben jede Note absolut sauber getroffen. Und das trotz von Lautsprechern runterspringen und Gitarre rumschleudern. Keine Ahnung wie die das machen. Ich mein Ben Weinman hat sogar angefangen das auf Rollen drapierte Keyboard extatisch über die Bühne zu schieben. Und der Sound war absolute Sahne, nichts zu leise, nichts zu laut – relativ gesprochen, Ohropax waren sinnlos – alle Instrumente kamen sehr deutlich rüber.
Das Publikum findet eine eigene Widmung. Die waren zum Teil noch irrer unterwegs als die Band. Was jener sehr gefallen hat. Bereits nach dem zweiten Titel erklommen die ersten Stagediver die Bühne. Bis dahin nichts ungewöhnliches. Aber als diese Jungspunte, lass sie 17 oder 18 gewesen sein, sich dann auch noch absolut textsicher das Mikrofon mit Greg Puciato teilten, war ich vollends baff. Das andere Feierextrem war zum Beispiel eine junge Dame, die ihren Kopf ganz verliebt zur Seite neigte und wie in Trance dahinwogte. Herrlich. Abschließend bleibt zu sagen, dass dieses Konzert das krasseste und intensivste Livererlebnis war, was ich bisher erlebt hab. Ich hab keine Ahnung wie ich da lebend raus gekommen bin!

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10 2010