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Deftones – Diamond Eyes – Die Zweite Meinung

So nun muss auch ich mal meinen Senf zum kürzlich erschienenen 6. Studioalbum der glorreichen 5 aus Sacramento abgeben. Aber zu allererst mal meine bescheidene Meinung zur oft geschriebenen Einschätzung die Deftones hätten sich „zum Glück“ auf Diamond Eyes wieder dem Sound des 2000er Meisterwerks White Pony angenähert. Dies, liebe Kollegen von der Schreibenden Zunft impliziert, dass die Alben Deftones (2003) und Saturday Night Wrist (2006) eher negativ aus dem Katalog der Band herausstechen, was definitiv nicht so ist. Auf dem Selbstbetitelten 03er Werk findet sich schließlich mit „Minerva“ der größte Song aller Zeiten und Saturday Night Wrist ist faktisch eine Sammlung von Hymnen.

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Aber zurück zum aktuellen Album, dem ersten Album nach dem tragischen Unfall von Bassist Chi Cheng. Und was für ein Album Diamond Eyes geworden ist… Was die beiden vorab veröffentlichten Songs „Rocket Skates“ und der Titeltrack „Diamond Eyes“ bereits erahnen und hoffen ließen wird hier noch bei weitem getoppt. Chino Moreno singt sich buchstäblich die Seele aus dem Leid und musikalisch geht es weit weniger experimentell zu als noch auf dem Vorgänger. Die Kalifornier schaffen es erneut Momente absoluter Erhabenheit zu kreieren, nachzuhören auf dem famosen „Beauty School“ oder dem übermächtigen „Royal“. Und so strotzt die Platte vor Momenten überwältigender Schönheit, verlangt allerdings im Gegenzug, dass man ihr genau zuhört und ein gehöriges Maß an Aufmerksamkeit schenkt. Das ist nichts für Nebenbei aber das sind Klassiker ja selten. Definitiv eine der Platten des Jahres und Stand Mai 2010 heißester Anwärter auf den alleinigen Titel.

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05 2010

Gorillaz – Plastic Beach – Die zweite Meinung

Nun höre ich das neue Album der Gorillaz bereits zum dritten Mal und so richtig haut mich das nicht vom Hocker.
Ich finde die komplette Produktion, im Vergleich zu den Vorgängeralben, uninspiriert, teilweise kitischig und vor allem wenig kreativ. Frei nach dem Motto: Wir sind die Gorillaz und egal was wir veröffentlichen, ihr findet es sowieso gut.
In einem Punkt widerspreche ich meinem werten Kollegen ganz entschieden: innovativ ist das Album nicht. Vor allem dann nicht, wenn ich bei “Empire Ants” die ganze Zeit an Jean Michel Jarre denken muss. Das Snoop Feature hätten sie sich sparen können. Auch sonst bin ich von den ganzen Gastauftritten nicht überzeugt. In diesem Fall wäre weniger eindeutig mehr gewesen.
Abschließend halte ich fest: an das tatsächlich famose Demon Days können sie nicht anknüpfen. Der große Wurf ist ihnen nicht gelungen. Alles in Allem ein solides Album, mehr nicht.

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03 2010

(In)glorious Basterds – eine zweite Meinung

Die Erwartungen der selbst ernannten Cineasten an den schon im Vorfeld übermäßig „gehypten“ neuen Tarantino waren hoch, wenngleich meine selbigen nach dem etwas befremdlich anmutenden Trailer eher verhalten aussahen. Und dennoch, als ich mich mit betont unbeeindruckter und emotionsloser Grundstimmung in den für meine Verhältnisse überfüllten Kinosaal schob, erschien das Vorprogramm besonders lang. Die Vorfreude wuchs gewaltig. Als dann die letzte Werbung von der Leinwand verschwand und die sagenhafte Eröffnungssequenz begann, machte sich echte Begeisterung breit.
Muss ich mich kurz fassen, sage ich „Inglorious Basterds“ ist wirklich ein echt unterhaltsamer Film. Ein Film den man sich gern noch einmal anschaut. Die Dialoge sind bis ins letzte Wort penibel durchgestylt, witzig. Die Ausstattung ist perfekt. Man lacht, man staunt, man ekelt sich und Christoph Waltz zuzuschauen macht riesig Spaß – also ein gelungener Kinofilm!?

Aber – ausgiebig betrachtet: Ein „guter Film“, der die Begeisterungsstürme der Presse rechtfertigen würde ist es deshalb leider noch lange nicht.

Was zeichnet aber einen „guten Film“ aus? Nun er muss auf jeden Fall einen inhaltlichen Anspruch besitzen, der dem Zuschauer zumindest einen Funken an Intelligenz abverlangt. Er sollte ein Thema kritisch beleuchten, neue Denkansätze vermitteln, durch ambivalente Charaktere die in der Kunst oft übliche schwarz/weiß-Malerei umgehen, sodass es der Zuschauer schwer hat zwischen gut und böse zu unterscheiden. Er darf aber auch nur mal schnell das Kino neu definieren, bzw. ein neues Genre schaffen, wie es Tarantino mit „Pulp Fiction“ beispielhaft vorgemacht hat. Das ist dann auch genau der Grund, warum es dieser Film geschafft hat einen Kult-Status zu erlangen, welcher bei „Inglorious Basterd“ in diesem Maße nie erreicht werden wird.
Damit im Hinterkopf frage ich mich die Qualität des Films durchleuchtend: Was will der Film transportieren? Was ist der Sinn hinter einer Szene in der Hitler das Gesicht durchsiebt wird oder Nazis skalpiert werden? Wobei nach der Meinung der „Basterds“ ja jeder Deutsche in Uniform ein Nazi ist und auf bestialische Weise abgeschlachtet werden darf – deren Motiv ist ja „edel“.
Soll das etwa die viel zitierte Befreiung der Deutschen vom Gespenst des Nationalsozialismus sein? Fühlen wir uns jetzt besser? Schafft es der Film wirklich wie oft behauptet die bedrückende Selbstgeißelung zu unterbrechen und den Schandfleck der deutschen Geschichte aus dem kollektiven Gedächtnis zu verdrängen? Jetzt dürfen auch wir wieder lachen – die Amis haben es uns erlaubt. Absolution durch den Kauf einer Kinokarte? Nichts von all dem – lediglich das bekannte Thema Gewalt mit Humor zu paaren auf einer relativ neuen, jederzeit austauschbaren Bühne – diesmal dem faschistischen Deutschland. Ob also die unterdrückten nun Juden, Inkas, Kommunisten, Schwarze oder Indianer sind, die „Bösen“ nun Nazis, Spanier, Cowboys, Stalinisten oder sonst wer spielt für diesen Film eigentlich keine Rolle. Und ganz nebenbei – es ist nicht der erste Versuch dem Thema Faschismus humoristisch zu begegnen.

Und deshalb ist und bleibt es ein reiner Unterhaltungsfilm, der sich lediglich durch eine gelungene Umsetzung und der gekonnten Art berühmte Film-Szenen nach zustellen vom grauen Einheitsbrei des sog. Mainstream-Kinos abhebt. Der erwartete Meilenstein ist er aber leider nicht geworden.

Du, lieber Leser, meinst jetzt dies alles ist übertriebener „Möchtegern-Cineasten-Kritiker-Kram“? Das ist viel zu viel für einen Film der nur unterhalten will? Der nur zitieren will aus Western, Kriegs- oder Stummfilm? Richtig! Und daher schließt sich der Kreis hier wieder …

Ein weiterer Kritikpunkt der den „tarantesken“ Stil etwas vermissen lässt ist die fehlende Tiefe einzelner Rollen, die bis auf einige Ausnahmen (Waltz, Pitt, Diehl, Groth) eher blass wirken. Dies ist nicht unbedingt immer dem Können der Schauspieler zuzuschreiben, sondern vielmehr der Vernachlässigung einzelner Charaktere im Skript: Sgt. Donowitz’ exzessiver Hass bleibt ungeklärt. Lt. Hicox – eingeführt und weggemäht. Und über Lt. Aldo Rain erfährt man überhaupt nichts. Ganz zu schweigen vom Rest der „Basterds“. Vielleicht ist das ja auch der Grund warum Pitt auf ein Prequel drängt.
Der intensivste Wermutstropfen aber ist, und da muss ich mich meinem „Vorschreiber“ anschließen, unsere Diane – der „Exportschlager“ aus Hildesheim. Wer wissen will warum Deutschland in den Augen der Welt, neben unserer im Film dargestellten Vergangenheit, so schlecht dasteht, sollte sich Tarantinos filmische Zurschaustellung absoluter Talentlosigkeit ansehen. Und es sind dann auch die Augen, die sich einem in den Schädel drehen, wenn sich eine erneute Szene mit Frau Kruger anbahnt.
Schlimmer wird es dann nur, wenn sie auch noch den Mund aufmacht und in schmerzender „GZSZ-Tonalität“ ihre Sätze abspult. So erwischt man sich leicht erschrocken bei einem innerlichen Aufatmen, als (ACHTUNG Spoiler) im letzten Kapitel des Films Herr Landa ihrem Singsang auf effektive Weise ein Ende bereitet. Fast möchte man meinen er tue dies aus den selben Gründen wie eben beschrieben.
Im Vergleich zur Ohrenfolter durch Frau Kruger klingen die sparsam eingebrachten Bemerkungen von Herrn Schweiger fast schon wie Musik – der in diesem Film ohnehin recht knuffig wirkt, weil er immer so doll böse guckt. Tja, sorry Til, aber so richtig nehme ich dir den finsteren Deutschen nicht ab. Aber du hast dir auf alle Fälle viel Mühe gegeben. Dafür ein dickes Lob.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass sich jeder Tarantino-Fan „Inglorious Basterds“ anschauen kann. Auch wenn es sein bisher schwächster Film ist, so hebt er sich doch deutlich von vielen anderen dieses Kinojahres positiv ab. Man sollte aber meiner Meinung nach nicht versuchen ihm Anspruch oder intellektuellen Inhalt anzudichten um die teilweise extreme Gewalt zu rechtfertigen. Darin bestand zweifellos nie eine Absicht, sondern lediglich eine Hommage an die „Dirty War Movies“ der 1960/70er Jahre zu schaffen.

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01 2010

Marteria/Marsimoto live im Puschkin (Dresden) – Die zweite Meinung…

…ähnelt der ersten Meinung zum Marteria Konzert frappierend. Das Publikum war in der Tat äußerst überschaubar, was echt traurig ist. Da kommt ein großartiger und wirklich innovativer Künstler in die Stadt, einer der wenigen, die noch für Spannung im deutschen Rap sorgen und niemand geht hin. Schieben wir’s mal auf den eher ungünstigen Termin und die fehlende PR, d.h. hoffen wir, dass dies die Gründe waren. Nichtsdestotrotz war das Gebotene wirklich absolut großartig und sehr unterhaltsam. Aber fangen wir von Vorne an. Die Support Acts lassen wir jetzt mal unbeachtet. Zum einen, weil wir deren Auftritt nicht komplett gesehen haben, zum anderen war das was wir gesehen haben wirklich nicht der Rede wert.

Danach hieß es “Classics mit Marteria’s Tour-DJ”. KRS-One, Quasimoto, House Of Pain, Cypress Hill, Gravediggaz, und, und, und. Fantastisch!

Dann Marteria selbst. Wie besprochen mit einigen neuen Stücken und einigen Neuinterpretationen auf Instrumentals von RichBoy (Drop), Lil‘ Wayne (A Milli), The Prodigy (Spitfire) – wunderbar verstärkt durch die Band of Brothers, bestehend aus Live-Schlagzeuger, Live-Didgeridoo-Spieler, Live-DJ, Live Computerbediener und Live-Keyboarder. Toll zu sehen, dass es noch Künstler gibt, die sichtlich Spass an Ihrer Musik und am Live-Auftritt haben und es somit schaffen diese Euphorie auch auf’s Publikum zu übertragen, egal, wie klein dieses Publikum ist. Schön war auch, dass Marteria beim großen “Aus Dem Häuschen” vom Harris Mixtape “Ab in Club”, dessen Part mit charakteristischer Harris Stimme gleich mit übernahm.

Nach 45 Minuten dann Tschüss Dresden, Schock im Publikum, Entrollen eines Marsimoto-Banners auf der Bühne, erleichtertes “aaaahhhh” im Publikum, eine frisch in Grün gekleidete Band Of Brothers und ein Marteria, der in 80er-Jahre Space Sonnenbrille (die an Geordi La Forge aus Star Trek – The next Generation erinnerte) nun sein Alter Ego Marsimoto gab. Jetzt wurde das Puschkin endgültig abgerissen. “Modern Stalking”, “Der Nazi und das Gras”, “Cash dein Sound” … Alles Live wesentlich energetischer und druckvoller als auf Konserve! Abschließend gab es dann noch eine Coverversion von Deichkinds Gassenhauer “RemmiDemmi”, ein würdiger Abschluss, wenn auch nicht ganz so gut wie die eigenen Sachen!

Kleine Anekdote am Rande: Die ebenfalls famose Miss Platnum ward im Publikum gesehen und half später noch am Merchandise-Stand aus. Sehr sympathisch!

Fazit: Marteria/Marsimoto Live = absolut zu empfehlen! Beim nächsten mal gerne wieder!

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11 2009

Die zweite Meinung zu Mr. Kanye…

Während des Lesens hatte ich immer dieses Lied im Ohr:

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Mehr sage ich nicht dazu.

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09 2009

Lady Gaga

Was um Himmels Willen wurde da mal wieder auf die Menschheit losgelassen!? Unfassbar wie man aus Scheiße wieder und immer wieder Gold machen kann. Und das verdanken wir der Dummheit der Menschen, die so ein Phänomen – und das ist in keinster Weise positiv gemeint – für etwas neues Hippes und Cooles halten. Das ist es aber nicht. Nicht mal im Ansatz. Die sieht ja noch nicht einmal gut aus verdammt. Dann hätte ich das ja verstanden…teilweise. Da gibt es genug andere Beispiele wo das funktioniert: Chennifer Lopez, Shakira und so weiter. Kann man nett anschauen, aber das war es dann auch schon. Es ist schon lustig zu lesen, das Interscope , und jetzt Achtung, das Talent von ihr entdeckt haben…Schulterzuck und Kopfschüttel. Und es geht fröhlich weiter. Lady Gaga sei ein Dancepop-Girl, die “Shockart-Performances” vorführt, herrlich, oder? UND sie kann auch schneidern und Mode entwerfen, hm genau. Das sieht man nämlich anhand ihrer total stylischen Klamotten, die sie zur Schau trägt.
Anhand solcher Erscheinungen merkt man mal wieder zu deutlich, dass hier ein Produkt an den Menschen herangebracht wird, um Schmott und Patte zu machen. Hoffentlich liegt das Verfallsdatum in naher, sehr naher Zukunft. Meine Welt war nie bereit, ist nicht bereit und wird auch nie bereit dafür sein. Wenn es allerdings als Grundlage für Erheiterungen dienlich ist, dann immer her damit! Davon kann ich nicht genug bekommen!

Die zweite Meinung:

Dem ist nichts hinzuzufügen. Kein bisschen Kreativität, null Talent und trotzdem medial in aller Munde. Der Song zum Klingelton. aber da auch negative Berichterstattung PR ist hör ich jetzt auf…aber gut tat das jetzt trotzdem!

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08 2009