Wenn einem wunderbare Musik empfohlen wird, dann oft auch von wunderbaren Menschen. Durch eben solch eine Empfehlung wurde ich auf Ghostpoet aufmerksam, einem britischen Künstler, der im Februar diesen Jahres sein erstes Album „Peanut Butter Blues & Melancholy Jam“ veröffentlichte. Ein famoses Werk von einem Künstler dessen Stil tatsächlich seines Gleichen sucht.
Wenn man den Rap-Singsang Ghostpoets als „besoffenes Genöle“ bezeichnet, klingt das zwar despektierlich ist in diesem Falle allerdings wohlwollend beschreibend gemeint, da man so eine Vorstellung von dem bekommt, was lyrisch – zumindest vortragend – auf der Scheibe passiert. Inhaltlich treffen Künstlername und Albumtitel den Kern des Ganzen am besten: Melancholisch bis nachdenklich depressiv.
Musikalisch trumpft Obaro Ejimiwe, so der bürgerliche Name des jungen Mannes, mit unverbrauchten Sounds und sphärischen Klangflächen auf, welche die ideale Leinwand für seine Geschichten und Bilder bildet.
Ein Album das zum Zuhören auffordert, zum „Entschleunigen“ einlädt und das man schlichtweg gut finden muss. So kommt man beim Hören tatsächlich zur Ruhe und beginnt ein ernstgemeintes Interesse dafür zu entwickeln, was hier textlich passiert. Und wenn wir mal ehrlich sind ist das bei eher wenigen HipHop/R’n B – Platten der Fall.
Anspieltipps spare ich mir in diesem Fall, da das Herausheben einzelner Stücke der Platte nicht gerecht würde. Man kann und sollte „Peanut Butter Blues & Melancholy Jam“ komplett hören oder besser gesagt sich auf eine 42 minütige Reise mitnehmen lassen.
So bedanke ich mich hiermit vielmals beim Hinweisgeber für den tollen Tipp, bei Ghostpoet für eine DER Platten dieses Jahres und schäme mich gleichzeitig ein wenig, dieses Juwel erst jetzt entdeckt zu haben. Kaufbefehl!!!!
PS: hier als kleiner Vorgeschmack die Videos zu “Cash and Carry me Home” und “survive it”