Archive for the ‘Auf’s Ohr’Category

Thees Uhlmann Solo

thees_uhlmann_coverTomte sind meine Lieblings-„Hamburger-Schule“-Band (nicht, dass es eine wirklich schlechte Band unter diesem fragwürdigen Banner geben würde), und Thees Uhlmann bekanntermaßen deren Sänger. Und eben dieser bringt nun im Jahr siebzehn der Band (zumindest Jahr 17 unter dem Namen Tomte) seine erste Soloplatte heraus. Das selbstbetitelte Werk hat, noch bevor man einen Ton gehört hat, bereits den Preis für das coolste Cover des Jahres in der Tasche, was dazu führte, dass ich nach der CD noch direkt die LP kaufen musste.
Nun zum Inhalt. Klar, Uhlmann Solo klingt stark nach Tomte. Geht auch kaum anders denn der Mann kann ja nicht aus Haut und Stimme und sind wir mal ehrlich einen kompletten Stilbruch hat ohnehin niemand erwartet und der ist auch nicht nötig. Dennoch sind Unterschiede zu hören, was bereits durch den phänomenalen Vorabtrack „Zum Laichen Und Sterben Ziehen Die Lachse Den Fluss Hinauf“ zu erahnen war. Gerade in Sachen Instrumentierung gelingt der Blick über den Tellerrand. Das hier ist immer noch guter sauberer Indie-Rock aber Bläser, Streicher, Mundharmonika, Chor und Piano hat man auf Tomte-Platten bestenfalls vereinzelt gehört.
Textlich fällt das Album wesentlich geradliniger und weniger kryptophoetisch aus. Eine positive und optimistische Stimmung überkommt einen gerade ob der authentischen, geerdeten Texte. Man vermutet viel Autobiographisches. Casper, der Mann der Stunde im deutschen Hip Hop, darf sich für Thees‘ Gastspiel auf dessen Album XOXO revanchieren und das harmoniert erstaunlich gut. Und wenn Thees Uhlmann in singt “…meine Wahrheit in 17 Worte: Ich hab ein Kind zu erzieh’n, dir einen Brief zu schreiben und ein Fußball-Team zu supporten…“ hält man ihn für einen der besten Menschen in diesem Land. Kaufbefehl!

PS: hier nochmal das wunderschöne Video zu ersten Single “Zum Laichen Und Sterben Ziehen Die Lachse Den Fluss Hinauf”:

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08 2011

The Electric – Life is Moving

vadim-electric-200x200Sommer in der Hauptstadt – das verlangt nach adäquater Beschallung, ich empfehle dazu das aktuelle Projekt von Tausendsassa DJ Vadim. Das hört auf den Namen The Electric und hat entgegen des Namens so gar nix mit Berlins langweiliger Lieblingsohrquälerei um Oberohrfolterer P. Kalkbrenner zu tun.
The Electric schenken uns auf ihrem ersten Album „Life is Moving“ herrlich urbane Musik zwischen Rap und RnB mit leichten afrikanischen Einflüssen und jeder Menge toller Sounds und Ideen. Das Ganze erinnert wunderbar an Vadims One Self Projekt, nur taucht Gattin Yarah Bravo lediglich als Feature auf und die britische Soulsängerin Sabira Jade und der US-Rapper Pugs Atomz schmücken die wirklich tollen und warmen Produktionen des in London lebenden Soundfricklers mit ihren Stimmen. Es wird nicht gedisst, nicht gehustlet, nicht geautotuned.

Alle Songs eint eine durchweg positive Atmosphäre. „So now you know“ und „Beautiful“ lassen jede schlechte Laune sofort verschwinden. Angenehm unaufgeregt schleichen sich die feinen, organisch anmutenden Klänge ins Gehör, man lauscht den lässig abgehangenen Raps und dem sanften Gesang. Das passt zum kalten Pils am See, zum sonnenbebrillten Trödeln durch die sonnendurchflutete Stadt, zum Abend auf der Terasse.

The Electric sind der Sommer 2011 für’s Ohr.

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06 2011

Beatsteaks Live – 11.06.2011, Wuhlheide, Berlin

beatsteaks-plakatJuli 2010: Erste Ankündigung, dass die Beatsteaks im Juni 2011 die Wuhlheide beehren würden, Tickets gekauft und fast ein Jahr lang gewartet und vorgefreut.
Dann, am vergangenen Wochenende, war es endlich soweit. Die vermutlich coolste Rockband aus deutschen Landen bat zum Heimspiel und viele folgten dem Ruf. Schließlich eilt den 5 Berlinern der Ruf voraus eine exzellente Live-Band zu sein. Während sich die nach einer mittelmäßigen Biermarke benannte Parkbühne in der Wuhlheide füllte schickten sich Kitty Daisy & Lewis nebst Live-Verstärkung an den Abend zu eröffnen. Ihr eigenwilliger Mix aus 40er/50er Country und Rock’n’Roll mit Ska-Anleihen wusste dabei definitiv zu gefallen.
Nach kurzer Pause beschallt durch Gassenhauer von Presidents Of The United States Of America, den Lemonheads und anderen wurde die Umbaumusik plötzlich merklich lauter. Queen dröhnte aus den Boxen, gefolgt von Depeche Modes “Just can’t get enough”, welches nach kurzer Zeit durch den Sound einer Explosion abrupt beendet wurde. Bernd Kurtzke, Thomas Götz, Torsten Scholz, Peter Baumann und Arnim Teutoburg-Weiß stürmten die Bühne und begannen mir “Big Attack”, dem Operner des 2004er Albums “Smack Smash” ein Konzerterlebnis, das keine Fragen offen lassen sollte. Die Berliner nahmen ihr Publikum mit auf eine Reise quer durch ihren kompletten Backkatalog, inklusive einiger Ausflüge in angedeutete Coverversionen, einer gebremsten “nur-Gitarre-und-Gesang-Version” von “Bullets From Another Dimension”, Eurodance-Scharmützel und vielen kleinen musikalischen Gimmicks. Neben den vielen großartigen Songs begeisterten die Beatsteaks durch witzig-sympathische Ansagen & Respektsbekundungen an das berliner Publikum, nette Spielereien auf/mit der Videowand hinter der Bühne, kolossale Discokugeln, Pyro-Effekte und finalem Konfetti-/Luftschlangenregen. Die Band hatte von der ersten bis zur letzten Minute sichtlich großen Spaß auf der Bühne.
Auf Seiten des Publikums dankte man es ihr durch nahezu ununterbrochenes Mitsingen sämtlicher Songs, diverser Laolas, Feuerzeuge (wann immer es angebracht schien), Mitgeklatsche, Moshpits nebst bengalischem Feuer (toll und erstaunlich, dass hierbei nichts passiert zu sein schien) und einer rundum fantastischen Stimmung.
Der ganze Abend war eine Liebeserklärung ans Musikmachen, ans Musikhören, an die Beatsteaks, an die Fans, an Berlin. Perfektes Konzert, nur Demons Galore hab ich vermisst. Morgen heißt es dann wieder: Karten kaufen, denn im Dezember kommen sie zum nächsten Heimspiel.

PS: Das Finale nacherleben geht beispielsweise hier!

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06 2011

K.I.Z. – Urlaub für’s Gehirn

KIZ_urlaub-fuers-gehirnNach dem Bushido-Fiasko nun also die neue von K.I.Z. . Albumtitel: Urlaub für’s Gehirn und das ist nur bedingt bezeichnend. Klar – Wortwahl und Humor sind gewohnt derb bis niveaulos aber hey…das Ganze macht – auch wie gewohnt – jede Menge Spaß und wieder kann man wunderbar viel entdecken und interpretieren. Niveaulos heißt bei den 4 Berlinern nämlich keineswegs dumm und so finden sich auch auf dem 5. Longplayer (Böhse Enkelz mal mitgezählt) smarte Wortspiele, skurrile Geschichten verpackt in witzige Reime. In Sachen Produktion wird von BoomBap bis Pop alles geboten und das auf ziemlich hohem Niveau. Wieder traut man sich an Autotune, ohne das es unangenehm auffällt. Wieder gibt es tolle Auf-die-Fresse-Momente (man erinnere sich an das phänomenale „Einritt“ vom letzten Album „Sexismus gegen Rechts“). Urlaub, ja auch „Urlaub für’s Gehirn“ soll schließlich Spaß machen und genau das macht’s auch. Locker machen, laut machen, Spaß haben!

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Heyyyyyyy Hooooooo … Hip Hop – Hip Hip Hop – Hip Hip Hop ist tot!

K.I.Z. – “Urlaub Fürs Gehirn” hier bestellen!

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09

06 2011

Danger Mouse & Daniele Luppi present: Rome

Rome CoverVor einiger Zeit hatte ich geschrieben, dass ich alle Platten, auf denen der Name Brian „Danger Mouse“ Burton steht bedenkenlos kaufen würde. Bisher wurde ich tatsächlich nie enttäuscht und umso neugieriger wurde ich als vor einiger Zeit das Album „Rome“ angekündigt wurde. Auf diesem schickt sich der Überproduzent zusammen mit dem Komponisten Daniele Luppi und unter Mithilfe von Norah Jones und Jack White an, der klassischen italienischen Filmmusik ihre Ehre zu erweisen. Das alles komplett mit analoger Aufnahmetechnik, keine elektronischen Effekte, keine Tricks. Burton und Luppi buchten das altehrwürdige Ortophonic Studio in Rom, wo schon Ennio Morricone arbeitete. Sie verwendeten passendes Equipment aus den Sechziger und Siebzigern und nahmen live auf Band auf.

In Sachen Arrangement erinnert Rome dann auch tatsächlich oft an eine in die heutige Zeit geholte Version von Ennio Morricone. Orgel und Orchester finden sich genau so auf der Platte wie tolle, mit menschlicher Stimme umgesetzte Melodiebögen. Gesungen wird auf Rome wie bereits erwähnt wahlweise von Jack White oder Norah Jones und beiden hört man ausgesprochen gerne zu. Gerade Norah Jones (die ich im Übrigen sehr schätze) klingt verwegener, aufregender, ja sogar verführerischer als auf Ihren eigenen Platten.
Brian Burton selbst sagt, dass Rome eine Platte ist, die die Massen nicht im Sturm erobern wird, da ihr die Identifikationsfiguren fehlen. Wer braucht schon Identifikationsfiguren auf einem Album, das für die Ewigkeit gedacht ist (klingt pathetisch, ist aber tatsächlich so)? Rome ist randvoll mit feinen Melodien, warmen Sounds, tollen Momenten. Wundervolle Platte eines Ausnahmeproduzenten…mal wieder!

PS: Sind wir gespannt, was Danger Mouse aus der kommenden U2 Platte macht, die er im Moment produziert. Vielleicht verhilft er sogar einer der (imo) musikalisch belanglosesten Bands zu einem wirklich erwähnenswerten Album.

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29

05 2011

Sun Kil Moon – Admiral Fell Promises

Der Berlin/brandenburgische Sender RadioEins ist eine wunderbare Quelle zum Entdecken neuer, bzw. unbekannter Musik. Eines Nachts auf der Autobahn schenkte mir nämliche Radiostation den Song „Australian Winter“ der amerikanischen Band Sun Kil Moon.
Sun Kil Moon ist im Grunde genommen der in San Francisco lebende Sänger, Songwriter & Schauspieler (u.a. Almost Famous, Vanilla Sky) Mark Kozelek, der mit den Red House Painters in den 90ern 7 Alben und diverse EPs veröffentlichte und sich zu Beginn seiner musikalischen Karriere einen Namen machte, als er ruhige Folk-Versionen von Kiss- oder AC/DC-Songs veröffentlichte.

sun kil moon

Ruhiger Folk beschreibt auch am besten das, was Kozelek und seine wechselnden Mitstreiter unter dem Namen Sun Kil Moon anbieten. Eine sanfte Stimme (hin und wieder gedoppelt), Akustik-Gitarre(n), sehr spärlich und zurückhaltend eingesetzte Percussions oder Streicher – reduzierter geht es kaum, stimmungsvoller allerdings auch nicht. Der perfekte Soundtrack, wenn man zur Ruhe kommen, nachdenken möchte.
Manch einer mag die Musik depressiv nennen, und man kann es niemanden verübeln, denn allen Songs wohnt eine schwere Melancholie inne und auch das Artwork strahlt alles andere als Freude und Zuversicht aus. In der richtigen Stimmung genossen ist „Admiral Fell Promises“, das 4. Album von Sun Kil Moon eine Wunderschöne Platte zwischen Trauer und Hoffnung, zwischen Einsamkeit und Versöhnung. Empfehlenswert!

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09

05 2011

Foo Fighters – Wasting Light

Braucht es in 2011 ein neues Foo Fighters Album? Nach den beiden letzten Alben „In Your Honour“ und „Echoes, Silence, Patience & Grace“ bin ich versucht zu sagen: Nein. Zu beliebig war geworden, was auf den ersten Alben so famos begonnen hatte. Dave Grohl schien bei seinen Ausflügen mit Them Crooked Vultures, dem Probot – Projekt oder als (Gast-)Drummer der Queens Of The Stone Age, das auszuleben, was ihm mit den Foo Fighters abhanden gekommen war. Das Ungestüme wich dem Konventionellen. Anscheinend merkte das auch Dave Grohl, als er für das siebte Album der Band beschloss Pat Smear in die Band zurückzuholen und die Produktion in die Hände von Butch Vic zu geben, der bereits bei Nirvana’s „Nevermind“ an den Reglern saß und mit dem Grohl seitdem nicht mehr zusammenarbeitete. Darüber hinaus beschloss der charismatische Frontmann, dass Album komplett in seiner Garage einzuspielen und auf digitale Aufnahmetechniken zu verzichten. Für Butch Vic bedeutete dies: Keine Pro Tools, zurück zur Bandmaschine. Geschnitten und korrigiert wurde mit Rasierklinge und Klebeband.
Herausgekommen ist „Wasting Light“, ein Album, dem man die Garage auf Grund der cleanen Soundästhetik der Band zwar nur vereinzelt anhört, welches allerdings weniger nach Stadion und Konsens sondern wieder mehr nach Club und Wut klingt. Schon wenn Dave Grohl dem Hörer im ersten Song der Platte („Bridge Burning“) „…these are my famous last words…“ ins Ohr schreit ist man wesentlich näher an „Monkey wrench“ als an „Road to Ruin“ und so soll es schließlich auch sein.

Wasting-Light

Das sind nicht mehr die Foo Fighters, die ich nach „One By One“ eher vernachlässigt habe. Klar, „Rope“ ist ein leichter Rückfall ins alte „Unspektakel“ und auch nach „Rope“ leistet sich die Band einige wenige eher belanglosere Songs im Stile jüngerer Platten aber bereits „White Limo“ ist herrlich schmutzig, direkt in’s Gesicht und tatsächlich Garage.
Dann schließlich „I Should Have Known“. Der Song, der angeblich von Kurt Cobain handelt, der Song für den Krist Novoselic zum Bass gegriffen hat, der Song, der ruhig beginnt und immer wütender wird, der Song, der einen wirklich atemlos zurücklässt. Allein dieser Song rechtfertigt den Kauf dieses Albums. Das hier gehört sehr sehr laut gehört!
“Wasting Light” ist tatsächlich wieder eine sehr gute Foo Fighters Platte, die sich auf alte Stärken besinnt, sich aber trotzdem einige Schwächen leistet.

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05 2011

Elbow – Build A Rocket Boys!

Eines vorweg: Ich liebe Elbow! Seit ich die Band – zugegebenermaßen reichlich spät – kennenlernte und binnen kürzester Zeit ihren kompletten Backkatalog verschlang sind die 5 Briten Dauergast in meinen Ohren. Elbow gehören zu den wenigen Bands bei denen ich in keinem Album etwas Ungelungenes entdecken kann.
Vor einigen Wochen erschien nun mit „Build A Rocket Boys!“ das 5. Album der Band aus Manchester und man muss sagen: Schon wieder ein Geniestreich! Im vereinigten Königreich stieg die Platte direkt auf Platz 2 ein, in Deutschland spielte sie schon wieder mal keine Rolle. Elbow bleiben in hiesigen Gefilden weiterhin ein Geheimtipp – und zwar zu unrecht.

elbow-build a rocket boys

Gleich der erste Song „The Birds“ ist die logische Weiterführung dessen, was auf dem (zumindest in Großbritannien) hochgelobten Vorgänger „The Seldom Seen Kid“ und dessen noch besserer Live-Version geboten wurde. Erhabene Musik zwischen Streichern und Gitarre, Guy Garveys angenehme Stimme, poetisch-melancholische Texte. Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Platte merklich ruhiger und reduzierter daherkommt als die Vorgänger, ohne jedoch an Experimentellem vermissen zu lassen. Lediglich „Neat Little Rows“ fällt etwas rockiger aus, wenn man es so nennen mag.
Insgesamt ein Album, welches bei nächtlicher Autofahrt genauso zu begeistern weiß, wie an einem lauen Sommerabend und endlich mal wieder eine Platte, der man sich ganz hingeben kann und mit der Elbow zumindest in Deutschland wieder nicht der kommerzielle Durchbruch gelingen wird. Sei’s drum: Tolle Platte.

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25

04 2011

edIT – Crying Over Pros For No Reason (2004)

Die Kette der Ereignisse, wie man zu neuer alter Musik kommt ist manchmal so kurz und faszinierend. Durch das Internet ist es heute schon beängstigend schnell geworden. Da passiert es schon einmal, dass man innerhalb von fünf bis sechs Minuten einen neuen Interpreten kennenlernt und schwups ein oder zwei Alben via iTunes oder Amazon auf seinem Rechner hat und den ganzen Tag seine neue Liebe hoch und runter hört, weil man so fasziniert ist.
So wie im vorliegenden Fall. Man stöbert auf seiner Lieblings-Trash-Gossip-Seite und stößt auf ein Video von tanzenden Zwillingen. Ersteinmal ist man hin und weg von den perfekt auf die Musik abgestimmten Bewegungen der beiden, von den Bewegungen an und für sich und von der Musik zu der getanzt wird.
Das ist kein Video von Chris Cunningham, wie zum Teufel machen die das?!?! Bläm, die erste Fatsche im Gesicht ob dieser geilen Geschichte. Dann beginnt die Suche nach der Mucke und ob es von den „Les Twins“ noch mehr Videos gibt. Zack bei deiner Tube nachgeschaut und schon findet man im ersten Kommentar den Interpreten des Liedes, copy+paste im neuen Tab bei Amazon reingehauen und das Album Crying Over Pros For No Reason für nen Appel und’n Ei kaufen. Das Vinyl kann man nur noch gebraucht für ungeheuerliche 100 Äppel und Eier erwerben. Dann noch mehr Videos von „Les Twins“ reinziehen und fasziniert mit dem Kopf über diese Körperbeherrschung schütteln.

edIT Crying

Wenn man damit fertig ist, dass Album von edIT anhören. Bläm, die zweite Fatsche ins Gesicht! Wie konnte mir bitte dieses Album 2004 nicht aufgefallen sein!? Ich schäme mich.
Aber wie soll ich nun dem geneigten Leser, welcher sich auch gerne ein oder zwei Fatschen abholen möchte, die Musik von edIT beschreiben? Am einfachsten lässt es sich über Vergleiche anderer Interpreten anstellen. Beim Hören des genannten Albums erinnert man sich an Four Tet, Amon Tobin, Flying Lotus, Squarepusher, Aphex Twin und auch noch bisschen Venetian Snares. So. Im Grunde handelt es sich um spärisch groovendes Gefrickel gespickt mit Bruchkernen und Schnitten. Ich hoffe ich konnte euch das Gehör wässrig machen. Ich bin dann mal speisen.

P.S.: Für die die es genau wissen wollen: Das Genre in das edIT eingeordnet wird schimpft sich “Glitch” und ist eine Unterart des Genres “Clicks & Cuts”. Dabei basiert Glitch auf digitalen Störgeräuschen, beabsichtigten zufälligen Klangereignissen oder programmierten Algorithmen. Ursprünglich kommt der Begriff aus der Elektronik und bezeichnet Fehler in Schaltkreisen.

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04 2011

Telekinesis – 12 desperate straight lines

Eine herrliche leichte und unterhaltsame halbe Stunde bieten Telekinesis mit dem zweiten Studioalbum 12 desperate straight lines. Eigentlich sind Telekinesis ja nur ein Mann namens Michael Benjamin Lerner, welcher aus Seattle stammt und möglicherweise nach dem Konzept arbeitet: “wenn man nicht alles selber macht”…
Auch sein zweites Album hat er zusammen mit Chris Walla (Death Cab For Cutie, The Decemberists) analog eingespielt und alle Instrumente alleine. Respekt dafür!
So kurzweilig wie das Album ist, will ich auch meine Äußerungen dazu kurz halten. Hier leigt ein gutes Indie-Pop-Rock-Album vor. Das treibende Thema ist Trennung. Und Micheal scheint ganz schön daran geknabbert zu haben, wie man einigen Textzeilen entnehmen kann (“Please ask for Help”). Auch musikalisch hat er das Thema sehr überzeugend dargestellt. Teilweise wird man an den Bass von The Cure erinnert, was die ungefähre Stimmung widergibt. An anderer Stelle lassen die brachialen Gitarreneinsätze für sich sprechen (“50 Ways”). Ein gelungenes Album mit einigen Ohrwürmern.

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03 2011