Archive for the ‘Auf's Auge’Category

Das Kinojahr 2011

Unzählige Filme wurden im letzten Jahr wieder unter die Bevölkerung geworfen. Hier eine Auswahl derer, an die ich mich gern erinnere (willkürliche Reihenfolge):

… und bestimmt noch eine handvoll mehr, die ich aber noch nicht sehen konnte.

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01 2012

Aphroe – Zeit ist knapp (Video)

…alte Besen kehren gut! Nee. jetzt mal im Ernst. Das ist genau das, was man sich von der Rückkehr des Raid-/RAG-/La Familia-Rappers erhofft hat und die Rache für vieles, was uns im hiesigen Rap in den vergangenen Jahren die Schamesröte in’s Gesicht getrieben hat. Bin beseelt und begeistert…

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12 2011

dEUS – Live im Astra, Berlin am 30.11.2011

deus - astraDer erste Gedanke beim Verlassen des Astra nach dem Konzert: „Meine Herren, sind die Live gut!“. Folgendes war passiert. Gegen 21 Uhr ins Kulturhaus an der Revaler Straße in Berlin Friedrichshain, die Vorband SX (aus Belgien) steht auf der Bühne und weiß mit seinem Synthie-dominierten Pop durchaus zu gefallen. „Tut keinem weh“ denkt man.

Dann Umbaupause. Hinter der Bühne wird #dEUS_30112011 an die Wand projiziert. Ein Twitter-Hashtag zum Konzert – kannte ich so auch noch nicht.
Gegen 21:45 betreten dann endlich die 5 Herren aus Antwerpen die Bühne, verlieren kein Wort und legen direkt los. Ein grandioses neues Album (Keep You Close) und eine Vielzahl an Perlen aus dem umfangreichen Backkatalog im Gepäck nehmen sie das Publikum mit auf eine Reise durch neue und ältere Songs, die alle um einiges rockiger, bisweilen sogar „noisiger“ ausfallen als auf den Platten.
Nächster Gedanke: „Hier stehen versierte und vor allem routinierte Musiker auf der Bühne“ Recht unaufgeregt entlockt man allerhand Instrumenten wunderbares (toll, wie eine gezupfte Violine klingen kann). Lediglich Frontmann Tom Barman (der übrigens eine wirklich beeindruckende Sprechstimme hat) lässt bisweilen eine kleine Portion netter Verrücktheit durchblitzen. Auf „Keep You Close“ folgt „Sister Dew“ und selbst dieser recht melancholische Klassiker wird zur Hälfte in eine noisige Version überführt, die sehr zu gefallen weiß, da Noise hier nicht zum elitären Mucker-Selbstzweck verfällt sondern nach wie vor sauber gespielt und melodiös daherkommt. Da stören auch das zwischenzeitliche Übersteuern des Sounds bei Bass und Gesang nicht weiter.
… ach ja: dEUS haben gespielt und schön war’s!

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12 2011

Beatsteaks Live – 11.06.2011, Wuhlheide, Berlin

beatsteaks-plakatJuli 2010: Erste Ankündigung, dass die Beatsteaks im Juni 2011 die Wuhlheide beehren würden, Tickets gekauft und fast ein Jahr lang gewartet und vorgefreut.
Dann, am vergangenen Wochenende, war es endlich soweit. Die vermutlich coolste Rockband aus deutschen Landen bat zum Heimspiel und viele folgten dem Ruf. Schließlich eilt den 5 Berlinern der Ruf voraus eine exzellente Live-Band zu sein. Während sich die nach einer mittelmäßigen Biermarke benannte Parkbühne in der Wuhlheide füllte schickten sich Kitty Daisy & Lewis nebst Live-Verstärkung an den Abend zu eröffnen. Ihr eigenwilliger Mix aus 40er/50er Country und Rock’n’Roll mit Ska-Anleihen wusste dabei definitiv zu gefallen.
Nach kurzer Pause beschallt durch Gassenhauer von Presidents Of The United States Of America, den Lemonheads und anderen wurde die Umbaumusik plötzlich merklich lauter. Queen dröhnte aus den Boxen, gefolgt von Depeche Modes “Just can’t get enough”, welches nach kurzer Zeit durch den Sound einer Explosion abrupt beendet wurde. Bernd Kurtzke, Thomas Götz, Torsten Scholz, Peter Baumann und Arnim Teutoburg-Weiß stürmten die Bühne und begannen mir “Big Attack”, dem Operner des 2004er Albums “Smack Smash” ein Konzerterlebnis, das keine Fragen offen lassen sollte. Die Berliner nahmen ihr Publikum mit auf eine Reise quer durch ihren kompletten Backkatalog, inklusive einiger Ausflüge in angedeutete Coverversionen, einer gebremsten “nur-Gitarre-und-Gesang-Version” von “Bullets From Another Dimension”, Eurodance-Scharmützel und vielen kleinen musikalischen Gimmicks. Neben den vielen großartigen Songs begeisterten die Beatsteaks durch witzig-sympathische Ansagen & Respektsbekundungen an das berliner Publikum, nette Spielereien auf/mit der Videowand hinter der Bühne, kolossale Discokugeln, Pyro-Effekte und finalem Konfetti-/Luftschlangenregen. Die Band hatte von der ersten bis zur letzten Minute sichtlich großen Spaß auf der Bühne.
Auf Seiten des Publikums dankte man es ihr durch nahezu ununterbrochenes Mitsingen sämtlicher Songs, diverser Laolas, Feuerzeuge (wann immer es angebracht schien), Mitgeklatsche, Moshpits nebst bengalischem Feuer (toll und erstaunlich, dass hierbei nichts passiert zu sein schien) und einer rundum fantastischen Stimmung.
Der ganze Abend war eine Liebeserklärung ans Musikmachen, ans Musikhören, an die Beatsteaks, an die Fans, an Berlin. Perfektes Konzert, nur Demons Galore hab ich vermisst. Morgen heißt es dann wieder: Karten kaufen, denn im Dezember kommen sie zum nächsten Heimspiel.

PS: Das Finale nacherleben geht beispielsweise hier!

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06 2011

Beastie Boys – Make Some Noise Video

Die Beastie Boys bringen ein neues Album heraus…25 Jahre nach ihrem Debutklassiker. Dazu gibt es Video, welches an ihr (You Gotta) Fight for Your Right (To Party) anknüpft und eine Hommage an sich selbst ist. In diesem Video sind allerhand bekannte Fre… Gesichter zu sehen. Wer sie allesamt erkennt ist’n Streber. Ab dafür:

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04 2011

Mogwai – Hardcore Will Never Die, But You Do

Ein Gastbeitrag

Das neue Mogwai-Album ist das Paradebeispiel für meinen neuerlichen Entschluss, wieder vermehrt CD´s zu kaufen. Es ist schon ein Unterschied, ob ich irgendwelche MP3-Ordner in iTunes durchklicke oder mich in meinem CD-Regal für eine Scheibe entscheide, sie Zunge schnalzend in den CD-Player schiebe und auch einen kleinen Moment noch ein Cover betrachten kann. Das ist für mich der feine, aber wichtige Unterschied: die Identität und Individualität der Musik. Das schafft kein Ordner.

Und dann noch so ein Hammer wie „Hardcore will never die, but you will“. Mogwai´s Gleichgültigkeit in puncto Titel- bzw. Albennamen ist ja bekannt, aber SOLCH eine Ansage macht neugierig. Also ab in den CD-Player und ab geht die Post(Rock-Legende). Mit „White Noise“ haben wir einen gefälligen Einstieg. Nichts ist falsch daran, eine Nummer an den Anfang zu setzen, die sich allmählich und ganz dezent in die Hirnwindungen schleicht, um dort als trojanisches Pferd zu verbleiben. Hätte Sir Mogwai mich vorher gefragt, wäre mein Opener ganz klar Titel Nr. 3, also „Rano Pano“, gewesen, denn die Analogie zum Album-Namen ist hier ganze Ecken erkennbarer. Nun gut. Ein schöner, freundlicher Einstieg, nicht untypisch für Mogwai-Alben, aber wir haben auch schon anderes erlebt.
Es folgt „Mexican Grand Prix“ und die anfänglichen Achtelkicks der Bassdrum klingen (wenn man will) tatsächlich wie das gemütliche Blubbern eines Automotors. Ansonsten ist nichts auszusetzen an diesem Titel, die bekannten unverständlichen Vocoder-Textfragmente, schöne Synthie-Arpeggios, eindrucksvolle dynamische E-Gitarren, ein druckvoller, rollender Bass, ein treibendes Drumming – fertig ist eine geschmackvolle mexikanische Rennnummer aus den schottischen Highs.

mogwai-hardcore

Und jetzt kommts: „Rano Pano“. DER fiese Song des Albums. Vom Stil her hätte ER der Trojaner sein müssen. Dieser Song stellt sich nicht höflich vor, nein, er greift direkt durch Auge und Großhirnrinde ins Kopfinnere und schüttelt wie blöde. Daher empfiehlt sich: Kopfhörer aufsetzen, der Außenwelt für 5:15 min Adieu sagen, sich widerstandslos ergeben.
Eine kleine Analyse: 8 Takte knarzendes Gitarrenthema links, dann unisono mit Gitarre Nr.2 rechts, dann Thema mittig, dann der Bass, der das alles in den längst fälligen harmonischen Rahmen wummert. Die pochenden Achtelnoten des Basses stimmen einen mittelfristig schon auf das Schlagzeug ein, welches anschließend den Reigen in die rhythmische Maske zwingt. Und von „zwingen“ muss man hier sprechen, denn das Gitarrenthema lebt bis dato komplett von seinem eigenen rhythmischen Schema. Was fehlt noch? Ganz klar, der synthetische Klang – natürlich mit dem altbekannten Thema. Nun folgt Schicht auf Schicht. Noch ein Synthiklang, dann noch eine Gitarre, diesmal mit einem eigenen Klangmuster. Spätestens hier ziehen Bilder von einer Fließbandfabrik vor meinem geistigen Auge vorbei, denn hier wird GEARBEITET. Stoisch und unerbittlich wiederholt sich immer und immer wieder dieses 8-taktige Thema. Stereo sei Dank! Dann macht das Drumming mal eine kurze Pause – sie tut dem Ganzen, um der Abwechslung willen, sehr gut. Aber noch bevor der Arbeitsprozess ins Stocken kommt, melden sich Basedrum & Snare zurück und es wird weiter Druck vom Feinsten produziert. Als gäbe es nur Mogwai, nur dieses Lied auf der Welt und sonst nichts, als wäre unser Sonnensystem kein helio-, sondern ein “Rano Pano“-zentrisches, teilen die 5 Musiker aus Glasgow aus, ohne auf Kollateralschäden zu achten. Letzte, aber sehr erwähnenswerte Bemerkung zu diesem grandiosen Song: die Stelle bei Minute 3:48. Die Gitarrenfront zieht sich kurz vorher für ein paar Takte zurück, um nachzuladen. Ein kurzer Moment der Entspannung für Ohren und die Seele. Aber die dumpfe Vorahnung, dass der finale Angriff unmittelbar bevorsteht, ist praktisch unmöglich zu ignorieren. Alles in mir wartet. Und wartet. Und wartet. Dann ein kurzes Schlagzeugbreak und die Gitarren feuern aus allen Rohren – in der parallelen, also klangverwandten Molltonart … Ja-woll.
„Rano Pano“ ist ein typisches Beispiel dafür, mit wie wenig Harmonien derart interessant und klangvoll 5:15 min musiziert werden kann.

Die restlichen Titel sind übrigens auch sehr schön, besonders Titel 6 „Letters to the Metro“.

Mogwai – “Hardcore Will Never die, But You Will” hier bestellen!

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03 2011

Dr. Dre – Detox-Vorabvideo # 2

Nach der ersten Videoauskoppelung “Kush” zum erahnten 3. Album Detox von Dr.Dre, gibt es nun das zweite Video “I need a Doctor”. Ick freu mir!!!


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02 2011

Radiohead – “Lotus Flower” Erstes Video zum neuen Album “The King of Limbs”

Wieder mal schön! Vorfreude aufs Album “The King Of Limbs”, welches als Download ab morgen zu beziehen sein sollte.


Radiohead – Lotus Flower

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02 2011

Kurz und bündig – Black Swan

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Spannend, düster, psychotisch – Black Swan

Tanzfilme waren mir immer schon ein Graus. Die Story vom armen, introvertierten Mädchen das den steinigen Weg zum Erfolg meistert um am Ende triumphierend ihre 15 Minuten Ruhm zu erhaschen hat bei mir immer eine leichte Übelkeit hervorgerufen. Die Steigerung davon wäre eigentlich nur ein Ballettfilm. Knochige Menschen mit viel zu engen Kleidern hopsen unter den Augen eines strengen und erbarmungslosen Choreographen Emotionen auf die Bühne. Allen voran ein armes, introvertiertes Mädchen, das den steinigen Weg zum Erfolg … und so weiter und so weiter.

Um so überraschter war ich vor einigen Monaten über mein wachsendes Interesse, als ich über die Ankündigung zu Black Swan stolperte. Drei Dinge ließen die Tanzfilm-Phobie in den Hintergrund rücken: ein interessanter Trailer, die Besetzungsliste und natürlich Darren Aronofski – seines Zeichens verantwortlich für solche Perlen wie “Pi”, “Requiem for a Dream” und natürlich Mickey Rourkes Sprungbrett ins Charakterfach “The Wrestler”.

Und ich sollte nicht enttäuscht werden. Black Swan ist durch und durch großartiges Kino und vermag es den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Sekunde zu fesseln. Die Darstellung Natalie Portmans als am Erfolgsdruck zerbrechende Perfektionistin stellt eine Glanzleistung dar und es sollte mit dem Teufel zugehen, wenn sie den hochverdienten Oscar nicht bekommt.

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02 2011

TRON – Lethargie

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Die "sagenhaften" Actionszenen aus TRON – auf LSD vielleicht sogar spannend.

Es hätte die furiose Wiederbelebung eines Kultfilms werden können. Eine geniale Idee, fortgesetzt mit den Möglichkeiten aus knapp 30 Jahren Filmentwicklung. Aber verdammt noch mal, muss man dafür unbedingt einen Regieneuling nehmen?! Zugegeben, hin und wieder funktioniert dieses Konzept, erinnern wir uns beispielsweise an die unerreichte Alien-Reihe. Aber ein bisschen Gespür für Talent sollten die Produzenten dafür schon mitbringen. Es reicht leider nicht aus, sich lediglich auf ein paar blinkende 3D-Effekte zu verlassen – ein wenig dramaturgisches Geschick ist schon von Nöten, wenn man über eine absolut inhaltlose Handlung hinwegtäuschen möchte.

Auch schauspielerisch wird man in TRON-Legacy durchweg enttäuscht. Allen voran Jeff Bridges. Der Charaktermime und Ausnahmedarsteller hat sichtlich Schwierigkeiten in der “Blue-Box” zu agieren und mit unsichtbaren Gegenständen zu interagieren. So schlurft er barfuß als eine Art Cyber-Hippie durch die eintönig Landschaft und wirkt wie eine Mischung aus Gandalf und Lebowski.

Über den Hauptdarsteller (Garrett Hedlund), dessen Charisma mit dem einer angeschossenen Ente verglichen werden könnte, möchte ich gar nicht erst anfangen mich auszulassen.
Und was ist eigentlich mit Michael Sheen los? War er mit Filmen wie Frost/Nixon noch auf dem Weg ein ernstzunehmender Schauspieler zu werden, verkommt sein Kurzauftritt als Castor/Zuse zu einem grotesken “overacting” welches absolut deplatziert wirkt. Mit ein wenig Rumgehampel für Lacher zu sorgen schafft vielleicht Jack Sparrow, aber der wird bekanntermaßen ja auch von Johnny Depp verkörpert.

Als wirkliches Highlight kann dagegen die Musik von Daft Punk angesehen werden. Ihr 80er Retro-Elektro-Pop ist die perfekte Ergänzung zu den zugegeben vereinzelt beeindruckenden Bildern – auch wenn sie sich in den orchestralen Passagen ihres Soundtracks stark an Hans Zimmers Score zu “Inception” orientiert haben. In meine Augen ein absolutes “must-have” – um in der Sprach der Zeit zu bleiben.

Heimlicher Star des Films ist aber erwartungsgemäß das Designerteam, das sich wahrlich ins Zeug gelegt hat. Aber was nutzt eine durchgestylte Umgebung, wenn sie weder vom Regisseur noch von den Akteuren mit Leben gefüllt werden kann. So ist das sterile, milchig-kühle Ambiente des Film schnell eintönig und verliert dank der fehlenden Handlung extrem schnell an Faszination. Ab der zweiten Hälfte des Films hofft man daher nur noch auf ein schnelles Ende. Leider lässt dieses so lange auf sich warten, dass die “verschwurbelten”, philosophisch-religiösen Pseudoweisheiten zu einem wahren Martyrium für Aug und Ohr werden. Wenn dann noch romantisch zum Himmel geschaut wird und man sich über die Schönheit der Welt austauscht, kann man eigentlich nur noch die 3D-Brille Richtung Leinwand werfen und hoffen, sie trifft das Konterfei der mimischen Nihilisten um wenigstens eine einzige, glaubhafte emotionale Regung zu erhalten … ”Wie ist die Sonne eigentlich?” ”Warm, hell und wunderschön.” – Naja, quasi das ganze Gegenteil von TRON-Legacy.

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02 2011