Busdriver live in Dresden – 05.11.2009

Was war die Freude groß als ich las, dass Busdriver nach Dresden kommt. Endlich! Nach fast 5 Jahren sollte ich ihn wieder live erleben dürfen. Ich wollte die Erwartungen an Busdriver nicht zu hoch schrauben. Denn, wie das mit solchen nun einmal ist, sie können zu eben so großen Entäuschungen führen. Das ist fast schon eine Kausalität. Damals, vor fast 5 Jahren  im Downtown, war er den meisten Dresdnern noch nicht bekannt. Man hatte keine Erwartungen und musste am Ende seine Kinnlade in einer Schubkarre nach Hause schieben. Der pure Wahnsinn! Der reinste Gehörgangsflash. Seit diesem Abend kenne ich die Definition von einem schnellen Rapper. Klar, Busta ist schon schnell und Twista ist wiederum schneller als Busta. Aber beide zusammen sind nicht einmal annähernd so schnell wie Busdriver, eher Schnecke.

Und nun beehrte der Herr der schnellen Zunge Dresden zum zweiten Mal. Diesmal hieß die Lokalität Altes Wettbüro und war für einen Donnerstag erstaunlich gut gefüllt. Die Stimmung war sehr angenehm, irgendwie entspannt und relaxt. Der Support Spiritchild war gut unterwegs und hat musikalisch viel Spaß gemacht, war aber textlich doch zu sehr concious und politisch.Und dann rollte die Kakophonie-Lawine Busdriver über das Auditorium. Die Schnelligkeit war wie zu erwarten am Start und beeindruckte mit voller Wucht. Sowas live erleben zu dürfen unterscheidet sich dann doch nochmal zur heimischen Stereoanlage.
Das größte Manko an diesem Abend war die hundsmieserable Soundanlage im Wettbüro. Sie verunstaltete die markante Stimme Busdrivers zu einem furchtbaren Irgendwas, wenn man sie denn überhaupt zu hören bekam. Als dann ein Jemand aus dem Publikum ihn darauf hinwies das etwas nicht stimmt, wies Busdriver diesen Jenigen höflich darauf hin, das er kein Soundengineer sei und wenn er denn einer sei, würde er sich darüber freuen, wenn er das Problem beheben könnte. Konnte er aber nicht! In diesem Zusammenhang betitelte sich der Meister als “King of Nothing” und fuhr sehr zerstreut mit seinem Programm fort. Im weiteren Verlauf stellte der dann weniger motivierte Busdriver fest, dass man auf den Sound ja auch scheißen könne und fickte dann auch bald jeden Song und Sound. Vielleicht war auch das der Grund dafür, dass er dann alsbald anfing seinen Sound selber zu zerhacken und mit seltsamen Interferenzen und Störgeräuschen zu versehen, um dann unerwartet den Selbstzerstörungsprozess des Auftritts mit: “I’m out of here!” zu beschließen.
Dann konnte man sich der Englischkenntnisse des Publikums erfreuen, die anfingen: “Busfahrer!Busfahrer!Busfahrer!” zu grölen. Daraufhin antwortete, der direkt vor dem Publikum stehende, Busdriver: “I’m still here, why are you yellin’?” Dann machte er doch noch weiter, aber nicht wirklich lang und als dann seine Stimmung gänzlich am Boden zu sein schien verabschiedete er sich mit dem fröhlichen “Party Pooper” Song.
Es war einfach nicht sein Abend.

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11 2009

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