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Aphroe – Zeit ist knapp (Video)

…alte Besen kehren gut! Nee. jetzt mal im Ernst. Das ist genau das, was man sich von der Rückkehr des Raid-/RAG-/La Familia-Rappers erhofft hat und die Rache für vieles, was uns im hiesigen Rap in den vergangenen Jahren die Schamesröte in’s Gesicht getrieben hat. Bin beseelt und begeistert…

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11

12 2011

Ghostpoet – Peanut Butter Blues & Melancholy Jam

ghostpoet coverWenn einem wunderbare Musik empfohlen wird, dann oft auch von wunderbaren Menschen. Durch eben solch eine Empfehlung wurde ich auf Ghostpoet aufmerksam, einem britischen Künstler, der im Februar diesen Jahres sein erstes Album „Peanut Butter Blues & Melancholy Jam“ veröffentlichte. Ein famoses Werk von einem Künstler dessen Stil tatsächlich seines Gleichen sucht.
Wenn man den Rap-Singsang Ghostpoets als „besoffenes Genöle“ bezeichnet, klingt das zwar despektierlich ist in diesem Falle allerdings wohlwollend beschreibend gemeint, da man so eine Vorstellung von dem bekommt, was lyrisch – zumindest vortragend – auf der Scheibe passiert. Inhaltlich treffen Künstlername und Albumtitel den Kern des Ganzen am besten: Melancholisch bis nachdenklich depressiv.

Musikalisch trumpft Obaro Ejimiwe, so der bürgerliche Name des jungen Mannes, mit unverbrauchten Sounds und sphärischen Klangflächen auf, welche die ideale Leinwand für seine Geschichten und Bilder bildet.

Ein Album das zum Zuhören auffordert, zum „Entschleunigen“ einlädt und das man schlichtweg gut finden muss. So kommt man beim Hören tatsächlich zur Ruhe und beginnt ein ernstgemeintes Interesse dafür zu entwickeln, was hier textlich passiert. Und wenn wir mal ehrlich sind ist das bei eher wenigen HipHop/R’n B – Platten der Fall.

Anspieltipps spare ich mir in diesem Fall, da das Herausheben einzelner Stücke der Platte nicht gerecht würde. Man kann und sollte „Peanut Butter Blues & Melancholy Jam“ komplett hören oder besser gesagt sich auf eine 42 minütige Reise mitnehmen lassen.

So bedanke ich mich hiermit vielmals beim Hinweisgeber für den tollen Tipp, bei Ghostpoet für eine DER Platten dieses Jahres und schäme mich gleichzeitig ein wenig, dieses Juwel erst jetzt entdeckt zu haben. Kaufbefehl!!!!

PS: hier als kleiner Vorgeschmack die Videos zu “Cash and Carry me Home” und “survive it”

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12 2011

Neues Casper Video

…einer der Besten Songs des Albums und ein wirklich tolles Video!!!!

Casper – Auf und davon from Four Music on Vimeo.

09

12 2011

dEUS – Live im Astra, Berlin am 30.11.2011

deus - astraDer erste Gedanke beim Verlassen des Astra nach dem Konzert: „Meine Herren, sind die Live gut!“. Folgendes war passiert. Gegen 21 Uhr ins Kulturhaus an der Revaler Straße in Berlin Friedrichshain, die Vorband SX (aus Belgien) steht auf der Bühne und weiß mit seinem Synthie-dominierten Pop durchaus zu gefallen. „Tut keinem weh“ denkt man.

Dann Umbaupause. Hinter der Bühne wird #dEUS_30112011 an die Wand projiziert. Ein Twitter-Hashtag zum Konzert – kannte ich so auch noch nicht.
Gegen 21:45 betreten dann endlich die 5 Herren aus Antwerpen die Bühne, verlieren kein Wort und legen direkt los. Ein grandioses neues Album (Keep You Close) und eine Vielzahl an Perlen aus dem umfangreichen Backkatalog im Gepäck nehmen sie das Publikum mit auf eine Reise durch neue und ältere Songs, die alle um einiges rockiger, bisweilen sogar „noisiger“ ausfallen als auf den Platten.
Nächster Gedanke: „Hier stehen versierte und vor allem routinierte Musiker auf der Bühne“ Recht unaufgeregt entlockt man allerhand Instrumenten wunderbares (toll, wie eine gezupfte Violine klingen kann). Lediglich Frontmann Tom Barman (der übrigens eine wirklich beeindruckende Sprechstimme hat) lässt bisweilen eine kleine Portion netter Verrücktheit durchblitzen. Auf „Keep You Close“ folgt „Sister Dew“ und selbst dieser recht melancholische Klassiker wird zur Hälfte in eine noisige Version überführt, die sehr zu gefallen weiß, da Noise hier nicht zum elitären Mucker-Selbstzweck verfällt sondern nach wie vor sauber gespielt und melodiös daherkommt. Da stören auch das zwischenzeitliche Übersteuern des Sounds bei Bass und Gesang nicht weiter.
… ach ja: dEUS haben gespielt und schön war’s!

02

12 2011

Elbow – Live, Huxley’s Berlin 10.11.2011

Berlin im November 2011: Es ist kalt, neblig, ungemütlich, grau. Gute Voraussetzungen also, Elbow – die großartige Band aus Manchester – endlich einmal Live zu erleben. Ort des Geschehens ist das Huxley‘s in Berlin, eine wunderbare und mit seinen tollen, barocken Verzierungen dem Anlass mehr als würdige Location.
Eröffnen darf die australische, in England lebende Band Howling Bells, die ich allerdings (absichtlich) verpasst habe. Pünktlich zur Umbaupause geht es also in den Saal. Gin Tonic gekauft und los geht es. Der Saal verdunkelt sich. Ein Streichquartett betritt die Bühne, gefolgt von Pete Turner, Mark und Craig Potter, Richard Jupp und Guy Garvey. Letzterer prostet dem Publikum zu, das Publikum prostet zurück.
Ein kurzes „…Good evening Berlin…“, dann „The Birds“, der grandiose Opener des aktuellen Albums Build A Rocket Boys.
Guy Garvey ist ein grundsympathischer Mensch mit einem herrlich kantigen, britischen Charme und weiß auch zwischen den Songs wunderbar zu unterhalten. So stimmt er auf Grund des Vollmondes immer wieder pseudosakrale Mantra-Luna-Gesänge an, um das Ganze abschließend mit einem trockenen „…I don’t believe in this crap…“ abzuschließen. Laute Zwischenrufe werden entweder freundlich beantwortet oder in einem Fall mit den Worten „…No Manchester-shit. You are guests, behave like guests…“ quittiert.

elbow - live

„Grounds For Divorce“, „The Loneliness Of A Tower Crane Driver“, „Weather To Fly“, „Lippy Kids”, „Mirrorball”, … die Playlist läßt keine Wünsche übrig und füttert sich dabei hauptsächlich zu nahezu gleichen Teilen aus dem 2008er Album The Seldom Seen Kid und aus dem aktuellen.
Mittendrin stößt die Band auf ihr 20jähriges Bandjubiläum an (in gleicher Besetzung wohlgemerkt), welches just auf den heutigen tag fällt.
Gänsehautmomente gibt es bei „The Night Will Always Win“, welches Garvey allein vom Piano begleitet zum Besten gibt. Nach zwei Stunden inklusive Zugabe endet ein Abend, der einen buchstäblich alle Sorgen vergessen ließ.

Sound: Perfekt.

Stimmung: Toll.

Guy Garvey: ein guter Typ.

Band: Elbow – die beste Band der Welt!

Hoffentlich nicht zum letzten Mal.

11

11 2011

Blink 182 – Neighborhoods

blink182-neighborhoodsComeback-Alben sind ja immer so eine Sache. Selten brachten Bands, die sich auflösten und nach einiger Zeit wieder zusammenrauften nach den obligatorischen Comeback-Konzerten auch brauchbare Alben heraus. Man erinnert sich mit Grausen an das letztjährige Stone Temple Pilots Werk.
Auch unser aller Lieblings-Westcoast-Infantilen-Punk-Trio Blink 182 geht nun diesen Weg. Nachdem man sich im Jahre 2005 trennte versuchten sich die Mitglieder fortan mit Angels And Airwaves (Tom DeLonge), bzw +44 (Mark Hoppus/Travis Barker) zwar in durchaus gefälligen Bands, die aber keinesfalls an alte Glanztaten heranreichen konnten. So wohnt dem nun vorliegenden 6. Album, dem ersten nach der „Wiedervereinigung“, der schale Beigeschmack der „Reunion aus Wirtschaftlichen Gründen“ inne.

Solche Mutmaßungen egalisieren sich in Anbetracht dessen, was auf der Platte geboten wird allerdings recht schnell, denn „Neighborhoods“, so der Name des Albums, ist (für mich) nicht weniger als eine der Platten des Jahres (und das Jahr war musikalisch gesehen bislang alles andere als schlecht).

Die Platte beginnt mit einem, sich aus der Ferne anschleichenden treibenden Schlagzeugpart, der alsbald von einer seichten 80s-Synthi-Fläche zugedeckt wird. Hier erschreckt man sich kurz, weil man schlichtweg nicht mit Synthies rechnet(, und die 80er und das derzeitige Revival selbiger, richtig übel waren/sind). Nach einigen Sekunden ist dieser exotische Moment jedoch verflogen ohne großartig gestört zu haben. „Ghost on the Dancefloor“ dieser erste Track der Platte, schenkt einem von nun an alles, was toll war/ist an den Drei’n aus San Diego. Das wunderbare Zusammenspiel der Stimmen von Tom DeLonge und Mark Hoppus, die 3-4 Akkorde und eben Travis Barker, der für mich zu einem der besten Schlagzeuger der Welt gehört und dies auch im weiteren Verlauf der Platte ziemlich oft unter Beweis stellt. Seit einiger Zeit wieder ein Album, das mich genau auf die einzelnen Instrumente hat hören lassen (allein was auf „Hearts all Gone“ an den Drums passiert begeistert vollends).
Das pubertäre in den Texten ist wie bereits beim selbstbetitelten Vorgänger verschwunden und Tom DeLonge hat einiges an Angels-And-Airwaves-Atmosphäre mitgebracht. Musik die glücklich macht, und zwar sehr. Somit ist Neighborhoods die perfekte Antithese zum lieblosen und belanglosen Comeback-Album. Hoffen wir, dass es nicht das letzte Blink 182 Album ist.

Blink 182 – “Neighborhoods (Deluxe Edition)” hier bestellen!

23

10 2011

23 (Sido & Bushido machen gemeinsame Sache) – eine 3-Wort-Rezension:

dümmlich, peinlich, langweilig

17

10 2011

Samy Deluxe – Schwarz Weiss

samy-deluxe-schwarzweissZugegeben. Bisher konnte mich noch kein Samy Deluxe Album über die gesamte Länge überzeugen. Natürlich ist der Mann in Sachen Technik (aka Skills) über jeden Zweifel erhaben aber bisher haperte es mir zu oft an den Produktionen, die zwar von hoher Qualität waren, aber oft schlichtweg nicht meinen Geschmack trafen. Dann kam mit Dis Wo Ich Her Komm der obligatorische Versuch es mal mit Gesang und Band zu probieren und neue musikalische Wege zu bestreiten. Nun die Besinnung auf „dis wo er musikalisch herkommt“ und dis nennt sich SchwarzWeiß und weiß sehr zu gefallen. Nach den beiden Intro-Tracks, die ich zugegebermaßen inzwischen skippe folgt mit der aktuellen Single „Poesie Album“ bereits eine überzeugende Demonstration der angesprochenen Fähigkeiten des Herrn Sorge am Mikrofon. Ein geradezu Atemloser Flow der lediglich durch die entspannt gesungene Hook unterbrochen wird. Was folgt ist der Beweis, dass Samy nach wie vor zu den komplettesten Rappern im Land gehört. Sicher, in Sachen Originalität wurde er inzwischen überholt, allerdings geht es ja hier nicht um da Besetzen irgendwelcher Rap-Nischen sondern um den größeren Wurf zwischen Pop und Rap, zwischen Inhalten und Musikalität, zwischen Seelenstriptease und Alltags-/ Gesellschaftsbeobachtung. Gebattlet und representet wird nur selten, dann aber umso überzeugender und eindrucksvoller. Beispielhaft seien hier das unfassbar dicke „RapGenie“ und die Vorabsingle „Hände Hoch“ genannt obgleich mir letzteres in der Remix-Version mit Megaloh noch einen tacken besser gefällt. Egal, SchwarzWeiß ist meiner Meinung nach das bisher rundeste und durchhörbarste Samy Deluxe – Album. Macht Spaß!

Samy Deluxe ft. Megaloh – “Hände Hoch” (Remix)
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Samy Deluxe – “SchwarzWeiss” hier bestellen!

05

10 2011

City and Colour – Little Hell

city_and_colour_-_little_hellDieser Tage erschien Little Hell, das dritte Studioalbum von City And Colour, dem Zweitprojekt von Dallas Green, hauptberuflich Sänger und Gitarrist bei den Krawallisten von Alexisonfire. Zugegebenermaßen habe ich Alexisonfire bisher wenig Beachtung geschenkt und von City And Colour habe ich bis dato noch nichts gehört. Bis jetzt, denn nachdem ich das Album nun mehrmals komplett gehört habe, dürstet es mich nach dem Backkatalog. Was Dallas Green auf Little Hell fabriziert, hat so gar nichts mit dem Schaffen seiner Hauptband zu tun. Keine Gitarrenriffs, keine Wutausbrüche, keine rohe Aggressivität. Stattdessen ruhige, nachdenkliche Töne eines Mannes der augen- und ohrenscheinlich eher besorgt auf seine Umwelt schaut und dies vor allem im sensationellen „The Grand Optimist“ auch ganz offen thematisiert. Mit sanfter Stimme wird hier dem Ohr des Zuhörers geschmeichelt. Die Instrumentierung ist mal spärlich, mal orchestral aber immer ruhig und sich zurücknehmend um den Worten genügend Raum zu lassen. Ganz ganz große Platte, die mich durch diesen Herbst und sicher noch weiter begleiten wird.

PS: “The Grand Optimist” und “Fragile Bird” allein rechtfertigen jeden Cent, den die Platte kostet!!!

City And Colour – “Little Hell” hier bestellen!

08

09 2011

Thees Uhlmann Solo

thees_uhlmann_coverTomte sind meine Lieblings-„Hamburger-Schule“-Band (nicht, dass es eine wirklich schlechte Band unter diesem fragwürdigen Banner geben würde), und Thees Uhlmann bekanntermaßen deren Sänger. Und eben dieser bringt nun im Jahr siebzehn der Band (zumindest Jahr 17 unter dem Namen Tomte) seine erste Soloplatte heraus. Das selbstbetitelte Werk hat, noch bevor man einen Ton gehört hat, bereits den Preis für das coolste Cover des Jahres in der Tasche, was dazu führte, dass ich nach der CD noch direkt die LP kaufen musste.
Nun zum Inhalt. Klar, Uhlmann Solo klingt stark nach Tomte. Geht auch kaum anders denn der Mann kann ja nicht aus Haut und Stimme und sind wir mal ehrlich einen kompletten Stilbruch hat ohnehin niemand erwartet und der ist auch nicht nötig. Dennoch sind Unterschiede zu hören, was bereits durch den phänomenalen Vorabtrack „Zum Laichen Und Sterben Ziehen Die Lachse Den Fluss Hinauf“ zu erahnen war. Gerade in Sachen Instrumentierung gelingt der Blick über den Tellerrand. Das hier ist immer noch guter sauberer Indie-Rock aber Bläser, Streicher, Mundharmonika, Chor und Piano hat man auf Tomte-Platten bestenfalls vereinzelt gehört.
Textlich fällt das Album wesentlich geradliniger und weniger kryptophoetisch aus. Eine positive und optimistische Stimmung überkommt einen gerade ob der authentischen, geerdeten Texte. Man vermutet viel Autobiographisches. Casper, der Mann der Stunde im deutschen Hip Hop, darf sich für Thees‘ Gastspiel auf dessen Album XOXO revanchieren und das harmoniert erstaunlich gut. Und wenn Thees Uhlmann in singt “…meine Wahrheit in 17 Worte: Ich hab ein Kind zu erzieh’n, dir einen Brief zu schreiben und ein Fußball-Team zu supporten…“ hält man ihn für einen der besten Menschen in diesem Land. Kaufbefehl!

PS: hier nochmal das wunderschöne Video zu ersten Single “Zum Laichen Und Sterben Ziehen Die Lachse Den Fluss Hinauf”:

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Thees Uhlmann – “Thees Uhlmann” hier bestellen!

28

08 2011