Anti-Pop Consortium live in Dresden vs. Paint Club 22.04.2010

Am Abend des 22.04.2010 fand in Dresden wieder ein bischen Subkultur statt. Die Veranstalter von Blockrockinbeats haben zu einem netten “Soundbeerdigungsabend” mit dem Anti-Pop Consortium geladen. Zusätzlich starteten Cromatics den ersten Paint Club – die “Weiterentwicklung” der Secret Wars. Beides zusammen fand im Sektor Evolution statt.
Rückblickend fällt der Abend in die Kategorie “schlechte Nachricht/gute Nachricht” und getreu dem Motto beginne ich mit der schlechten Nachricht. Der Paint Club, als ein “…einzigartiges Turnier talentierter Illustratoren, Grafiker, Comiczeichner und Strassenkünstler, bei dem kreative Höchstleistungen, Wettbewerb und ein aufgeschlossenes Publikum miteinander verschmelzen.”, war eine absolute Nullnummer. Das Abstimmungssystem via Geräuschäußerungen, gemessen mittels fehlerhaften Messutensil, scheitert einfach daran, dass hier gewinnt wer die meisten Leute von sich mitbringt. Das führte dann auch dazu, dass Carpaso und Andy K. der Bandits Dresden, bereits in der ersten Runde völlig unerwartet ausschieden. Waren es doch alleine die beiden, die es verdient hätten weiterzukommen. Und so schrien sich dann 4 betrunkene 16 jährige Milchbubies mit ihren Hausaufgabenheftkritzeleien ins Finale. Um es auf einen Punkt zu bringen: die Veranstaltung Paint Club war unterirdisch!

Und nun zu der guten Nachricht: Anti-Pop Consortium haben nicht entäuscht. Bevor APC auftraten waren noch ein zwei andere Musiker zu hören. “That Fucking Sara” hat während der Acts wunderbartsen HipHop aufgelegt. Wie nicht anders zu erwarten wurde dem kürzlich verstorbenem Gruru ausgiebigst gehuldigt. Wieder einmal eine vortreffliche DJ Wahl.
Vor APC trat K-the-I??? auf. Die Menschwerdung Tummies von der Gummibärenbande wuchtete so dicke Beats durch die Kabelei der Anlage, dass einige kollabierten. Denn nach seinem Eröffnungstitel, ein total abgedrehtes Instrumental, mussten Lautsprecherkabel ausgewechselt werden, bevor er weiter machen konnte. Da man diesmal wußte was einen erwartet, war man auch nicht komplett vom Dargebotenen überrollt. Hat Spass gemacht.
Dann landeten APC aus der Zukunft des Rap mit ihrem “Full Contact Sound Clash”-Raumschiff aus einer anderen Dimension einer anderen Galaxie eines anderen Universums. Die Bühne eingetaucht in Nebel und blauem Licht kamen Sayyd, High Priest, Beans und Earl Blaize nacheinander auf die Bühne. Dabei nutzte Sayyd jede Sekunde, um darauf hinzuweisen, dass wir jetzt in Dresden sind. Im einleitenden Instrumental wurde mit gepitchten Tarzanschreien und derbe schweren und vetrackten Elektro-HipHop-Breakbeats klargemacht, das man sich auf einer, nein DER Beerdingung von Geräusch und Klang befand. Die hauptsächlich vom aktuellen Album vorgestellten Titel wurden ordentlich variiert und auch die beiden Klassiker “Dead in Motion” und “Ping Pong (the Return)” waren ebenfalls Remixe, haben aber dennoch am meisten Freude bereitet.
Als dann die vier Nichterdbewohner aus New York wieder in ihr Raumschiff gestiegen und gen Heimat gestartet waren, konnte man beruhigt feststellen, dass Geräusch und Klang noch am Leben waren. An die fulminante Show als Opener für Radiohead am 11.09.2001 in Berlin konnten sie nicht anknüpfen. Trotzdem war sehr cool die vier Avantgarde-Typen des HipHop einmal wieder live zu sehen.

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04 2010

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