Busdriver – Beaus$Eros
Regan Farquhar, aka Busdriver, beehrt uns dieser Tage endlich auch in Deutschland mit Album Nummer 8. Dieses hört auf den wortspieligen Titel “Beaus$Eros” und ist die konsequente Fortführung dessen, was sich im Jahre 2007 auf “Roadkillovercoat” und noch mehr auf dem nunmehr 3 Jahre alten “Jhelli Beam” ankündigte.
Wenig bis gar nichts ist geblieben vom ultraschnellen Geflexe aus alten Project-Blowed-Tagen. Wurde auf den vorherigen Veröffentlichungen bestenfalles vereinzelt gesungen so tut der Mann aus Los Angeles dies nun beinahe auf Albumlänge. Ja, geradezu poppig ist es geworden, das Werk, was einige Fans der ersten Stunde mit Sicherheit verschrecken wird, ich aber sage: Gut so. Ehrlicher, authentischer, künstlerischer Pop ist großartig, weil frohsinnstiftend, spannend und keineswegs kurzlebig. Gnarls Barkley, die Gorillaz, Broken Bells…alles Beispiele dafür, das Pop nichts per se schlechtes ist.
Und so weiss auch “Beaus$Eros” mit tollen Melodien und dicken Produktionen zu gefallen. Zugegeben braucht einiges 2-3 Anläufe um zu zünden, dann sollte aber auch dem Letzten die Großartigkeit von Songs wie “You Ain’t OG”, “Colour Wheel”, dem Titeltrack oder der Vorabsingle “Kiss Me Back To Live” bewusst werden. Avantgardistisch ist das Ganze allein auf Grund der sehr eigenwilligen Art des Vortrages nach wie vor und Stücken wie “NoBlacksNoJewsNoAsians”, “Swandive Into A Drinking Glass” oder “Here’s To Us” wohnt noch immer eine gesunde Portion Busdriver-Wahnsinn inne so dass einfach keine Langeweile aufkommen mag.
Eine rundum tolle Platte die qua Gesetz gut gefunden werden muss und mich ganz wunderbar durch den Frühling (viele Frühlinge) begleiten wird!
Ojeoje, wie kann ich nur, schicke ich mich an hier Grüner Samt von Marsimoto zu kritisieren. Die Beweggründe sind unterschiedlich. Ich mache es, weil mir zu viel gelobt wird und mittlerweile jedes Röhrenjeanshipsterkiddiemodefreakteen so tut als wäre Marsimoto der totale Überrapper, der gekommen ist um, gähn wie ausgelutscht, HipHop zu retten. Dann mache ich es aber auch, weil Marsimoto abgebaut hat und anscheinend sämtliche Redakteure beim Schreiben der Rezensionen zu breit gewesen zu sein schienen.
“Ain’t got no jewelry on still i’m shinin’ hard”
