2012 – diesmal sind die Maya Schuld
Ich hab ehrlich gesagt nicht viel bis gar nichts von diesem Film erwartet, noch nicht einmal gut unterhalten zu werden. Aber ich wollte mir den Film ansehen, schon alleine um zu wissen, wie Roland Emmerich es diesmal anstellt die Welt untergehen zu lassen oder zumindest fast. War es noch bei “The Day after Tomorrow” so etwas banales wie Klimwandel in exorbitanter Geschwindigkeit, mussten für “2012″ die Maya herhalten. Weil am 21.12.2012 die “Lange Zählung” der Maya endet und es im Sonnensystem zu einer seltenen Planetenkonstellation kommt, muss die Welt sterben. Das Sterben geht am besten mit sich verschiebender Lithosphäre, weil hier die bekanntesten und gefürchtesten Nebenerscheinungen, wie Vulkanausbrüche und Tsunamis auftreten.
In der ersten Hälfte konnte ich noch lachend den Kopf schütteln. Was kompensiert der Regiesseur eigentlich in anbetracht dieser Zerstörungswut, habe ich mich gefragt. Ein zu kleines primäres Geschlechtsorgan etwa oder verabeitete er ein Kindheitstrauma, ihn und Mutter Erde betreffend? Ich habe zu keiner Antwort gefunden.
Allerdings war meine Nicht-zu-ernst-nehmen-Einstellung zu Beginn der zweiten Hälfte komplett aufgebraucht, so dass ich schlussendlich den Film mit schlechter Laune verlassen habe. Die permanenten Effekte gingen mir irgendwann extrem auf die Nerven. Die ohnehin schon flache Handlung kummulierte in höchster Absurdität: wie kriege ich am besten die Protagonisten zur die Abschlussszene, wenn meiner Antonov der Sprit ausgeht? Ich verschiebe die Erdkruste innerhalb von wenigen Stunden um über 2000 km in die gewünschte Richtung. Nee, mein Guter, so nicht.
Dieser Film ist ein Angriff auf die menschliche Intelligenz. Hier ging es nur ums Geld machen. Jaja, welcher Film will das nicht. Aber es wurde selten so offensichtlich unternommen wie mit 2012. Ein dummdreistes und hohles Effektegewichse. Herr Emmerich wollte “die Mutter aller Katastrophenfilme” machen. Nun, je nach Standpunkt ist ihm das auch gelungen.

