Archive for Juni, 2010

MGMT – Congratulations

Das ist sie also. “Congratulations”, MGMT’s Abkehr vom “Album-mit-Single-Konzept” nach dem hochgelobten und erfolgreichen “Oracular Spectacular” von 2008. Der Plan der ehemaligen Hype-Band und Hipsterlieblinge ein Album komplett ohne Singleauskopplungen zu veröffentlichen wurde letztendlich doch nicht konsequent umgesetzt, findet sich doch mit “Flash Delirium” sehr wohl eine Single-Auskopplung auf dem Album. Selbst ein Video-Clip zum Song durfte kürzlich auf MTV Premiere feiern.

MGMT - Congratulations

Musikalisch schlägt “Congratulations” in die gleiche Kerbe wie die zweite Hälfte des Vorgängers. Wer also auf der Suche nach einem zweiten “Kids” oder “Time To Pretend” sucht wird hier wenig Erfolg haben.

Der Plan der Band, ein Album zu erschaffen, welchen (nur) als Ganzes funtioniert darf insofern als geglückt gelten, als dass man es hier mit einer Platte zu tun hat, die nach der ganzen Aufmerksamkeit des Hörers verlangt. Genau hier liegt jedoch die Krux. Zwar wird derjenige, der sich die Zeit nimmt, die Platte im Ganzen aufmerksam durchzuhören durchaus belohnt denn es gibt neben dem wirklich tollen Spannungsbogen viele wunderbare Details zu entdecken. Jedoch wird Musik kaum noch auf diese Art “konsumiert” sondern dient vielen bestenfalls als akustische Untermalung eines anderen Aufmerksamkeitsherdes. Deshalb werden wohl die wenigsten der “alten” MGMT-Hörer das Album wirklich gut finden. Wer Musik und das Konzept selbiger in Albumform zu schätzen wissen und sich auch mal Zeit nur für eine Platte nehmen, der wird belohnt.

Ein schönes Statement der Band für eine Abkehr von der Idee “Musik als billige Massenware” unters Volk zu schleudern und eine Rückbesinnung auf die künstlerischen Werte der U-Musik.

Lohnt, wenn man die Zeit aufbringt!

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30

06 2010

The Chemical Brothers – Further

Es gibt ein neues Album der Chemical Brothers, genannt Further.
Und das Teil rummstbummst, fiept, knarrtst, bricht, dröhnt, kreischt und treibt mächtig nach vorne. Further ist klassisch in einzelne Titel unterteilt, was aber eigentlich nicht nötig ist. Denn die Songs gehen nahtlos in einander über. So wirkt und klingt das nach einem sehr durchdachten Live-Set. Es wird sich langsam warmgetanzt, dann folgt eine Verschnaufpause, bis es wieder BigBeatmäßig ordentlich losfetzt. Das macht unglaublich viel Spaß.
Während die meisten Künstler nach und nach Musikvideos veröffentlichen, wenn überhaupt, so gehen die Chemical Brothers einen anderen Weg. Sie veröffentlichen zusammen mit der CD eine DVD, die für jeden Song ein Video bereithält. So bekommt man ein feines Gesamtkunstwerk für Ohr und Auge geboten. Eine feine Sache!

Chemical Brothers

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22

06 2010

The Pharcyde – Labcabincalifornia

Labcabincalifornia ist das zweite Studioalbum der Westküstenrapper Fatlip, Bootie Brown, Imani und Slimkid 3, auch besser bekannt als The Pharcyde, und erschien 1995 über Delicious Vinyl – also wieder einmal eine “Oldschool – Platte”. Auch wenn ihr erstes Album “Bizarre Ride II the Pharcyde” in den Charts erfolgreicher war und sogar Goldstatus erreichte, so ist der Nachfolger für mich das bessere, ja sogar das beste Album von The Pharcyde.

Das liegt vor allem an der Geschlossenheit, kann man das Album nämlich von vorne bis hinten durchhören ohne auch nur eine Sekunde daran zu denken einen Titel zu überspringen. Die Produktion ist Dank J Dilla und Diamond D ausgereifter, komplexer und herrlich entspannt. Das perfekte Album zum Thema “Sommer, Sonne, Sonnenschein”. Aber auch wiederum für die grauen Tage, um gute Laune zu tanken. Ein Klassiker vom Feinsten und der beste Beweis dafür, dass Westküstenrap nicht immer “…Attitüde knallhart…” ist.

Und wer nicht genau weiß wer The Pharcyde sind, der schaue sich doch mal dieses Video hier an.

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15

06 2010

Naughty By Nature sind zurück!

Naughty By Nature, die Band, die uns in den goldenen 90ern die Hymnen “OPP” und “Hip Hop Hooray” bescherten melden sich in der zweiten Hälfte diesen Jahres mit einem neuen Album zurück. Der erste Song “I Gotta Lotta” nebst Video rumst ordentlich und macht neugierig auf das was da kommt. Aber schaut selbst:

YouTube Preview Image
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06 2010

Blumentopf – Wir – Die zweite Meinung

Ohne Frage, rappen können sie, diese „Blumentopf“. Das kann man ihnen nicht streitig machen. Aber trotzdem haben sie nach „Großes Kino“ nicht mehr überzeugt, mit der Ausnahme „Manfred Mustermann“. Nun haben sie „Wir“ veröffentlicht und ich frage mich: Warum? Zugegeben, ich habe das Album erst einmal versucht durchzuhören, was mir nicht gelungen ist. Das klingt mir alles zu sehr nach Bierzelt und BWL-Studenten alá Sportfreundfreunde Stiller. Schön alles auf Mitgrölen getrimmt. Bestes Beispiel ist da „Solala“: man sieht quasi schon DJ Irgendwer beim nächsten Dorffest den Regler rauf und runter schieben, um die Hook rauszunehmen, damit alle herrlich Besoffenen „Sooolaalaaaa“ brüllen.
Mir vermittelt das Album den Eindruck, als ob die alten Herren versuchen auf cool zu machen, um den Anschluss an der Jugend nicht zu verlieren. Fast schon so wie Fettes Brot. Das ist keine Entwicklung die der Band entspricht. Uninspiriert auf einen Trendzug aufspringen ging in den seltensten Fällen gut.

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06 2010

Blumentopf – Wir

Wir schreiben den 4. Juni 2010 und Blumentopf, Münchens bester Musik-Export veröffentlicht nach diversen Soloalben sein 6. Album in kompletter Besetzung. WIR heißt das Werk und rief ob des vorab veröffentlichten Titeltracks erst einmal Zweifel hervor. Zu sehr auf Live-Umsetzung getrimmt kommt das Stück daher und schlägt dabei musikalisch in die gleiche Kerbe wie Dendemann auf seinem jüngsten Album. Das bedeutet, dass die klassisch trockenen Samples Gitarrensounds weichen mussten, was den 5 aus der bayrischen Hauptstadt nicht ganz so gut zu Gesicht steht, wie dem Reibeisenstimmenmann aus der Hansestadt. Die zweite Vorabveröffentlichung „Taschen voller Sonnenschein“ machte jedoch, trotz ähnlicher musikalischer Ausrichtung dann schon wieder mehr Spaß und mit dem jüngsten, extrem dicken Juice-Exclusive „Laut“ war die Vorfreude auf das Album auf dem Zenit angekommen.
Genauso, wie die Wartezeit auf das Album ablief, lässt sich dann auch das Album an. Tatsächlich beginnt das ganze reichlich gitarrenlastig und lässt musikalisch so einiges vermissen, was ich so an Blumentopf liebe. Wo sind die Beats, wo die Cuts? Sie sind alle noch da, lassen jedoch etwas auf sich warten aber SPÄTESTENS ab Track 5 bin zumindest ich wieder absolut versöhnt, denn dass was nach dem anfänglichen Ausflug in neue musikalische Gefilde kommt, ist wie gewohnt dickstproduziertes Kopfnick-Material mit Vocalcuts, Samples und allem was gut ist in „Nichtelektrorapland“.

Blumentopf_wir_cover

Textlich zeigen die Jungs vom Topf ab Track 1, warum sie auch im 18. Jahr des Bandbestehens zum absolut Besten und Unterhaltsamsten gehören, was Hip Hop Deutschland neben Dendemann zu bieten hat. Man beginnt sich unweigerlich zu fragen, wieso viele MCs der letzten Jahre trotz extrem kleinem thematischen Kosmos so schlechte Texter sind, während Holunder, Cajus, Roger und Schu eine Vielzahl von Themen so ansprechend in Worte kleiden ohne dabei an Style und Flow einzubüßen. Ich empfehle im Übrigen zur Special Edition zu greifen, da die Bonus CD einige Perlen bereithält und alleine die darauf enthaltenen mit „Lost Files“ betitelten Songschnipsel wesentlich gehaltvoller und smarter sind als alles, was Aggro, Ersguterjunge und Co. während ihrer gesamten Labelgeschichte so zu Geld gemacht haben.

Erst Vom Vintage verweht, jetzt Wir und dann erwartet uns noch ein neues Marteria- Album – ein großartiges Jahr für Rap aus heimischen Gefilden.

Blumentopf – “Wir (Special Edition Dopple CD inkl. 24 Seiten Booklet)hier bestellen

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06 2010