Archive for Mai, 2010

Redman Live im Lido, Berlin (26.05.2010)

Nach La Coka Nostra und Inspectah Deck im vergangenen Monat besuchte am 26.05.2010 mit Redman ein weiterer „Altehrwürdiger“ des EastCoast-Raps die deutsche Hauptstadt. Während in der nur einige hundert Meter entfernten O2 World die alten Bombastburschen von Kiss gerade unter viel Getöse und Pyro-Spaß ihr zugegebenermaßen eher langweiliges musikalisches Werk präsentieren versucht im Lido gerade eine Heerschar an Supportacts die Menge aufzuwärmen. Dramaturgisch war dieses Programm äußerst geschickt arrangiert denn während die den Abend eröffnenden Berliner von Respektlos das Publikum anödeten, wussten die danach auftretenden Hamburger von Bozza (nennt man wohl „Straßenrap“) zumindest mit einigen Ideen zu gefallen. Das kurze Intermezzo des folgenden mir namentlich leider unbekannten Beatboxers brachte die Menge zum ersten Mal am Abend in Stimmung, bevor DJ O-Sun aus Köln die Menge tatsächlich zum Ausrasten brachte. Noch nie habe ich einen Warm-Up-DJ erlebt, der das Publikum derart zum Kochen brachte und mit „das ist jetzt für alle, die älter als 23 sind“ brachte DJ O-Sun die Marschrichtung des Abends genau auf den Punkt.

Redman live

Denn als Redman dann nebst Backup MC und DJ gegen 23:30 Uhr die Bühne betrat knüpfte er genau dort an. Das Lido hatte sich inzwischen gefüllt (Tyron Ricketts und 50% von K.I.Z. waren im Publikum gesichtet worden und zumindest letztere hatten augenscheinlich Spaß) und erwies sich als erfreulich feierfreudig und textsicher, was den Herren auf der Bühne sichtlich gefiel. Redman hangelte sich durch alte Klassiker (eingeleitet durch den Satz „…i put on my west like it’s 1992…“), begeisterte mit den Hits aus den Blackout-Alben (wobei die Method-Man-Parts wahlweise ignoriert oder vom Publikum übernommen worden), oder riss mit dem unvermeindlichen „Let’s Get Dirty“ buchstäblich den Laden ab. Zwischendurch immer wieder Respektsbekundungen an den goldenen 90er-Rap, den kürzlich verstorbenen Guru (inklusive großartiger Turntablism –Einlage), das deutsche Publikum und und und. Sehr unterhaltsam, sehr energetisch. Am Ende versprach Redman wiederzukommen … ich bin gern wieder dabei!

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05 2010

Videopremiere: BIG BOI – Shutterbug

Big Boi, seines Zeichens Mitglied von Outkast, präsentiert sein neues Video Shutterbug. Leider steht noch in den Sternen wann sein Soloalbum Sir Luscious Leftfoot: Son of Chico Dusty erscheinen soll. Zuletzt wurde der 6.Juli 2010 angegeben.

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05 2010

Street Sweeper Social Club – No Rage but Against the Machine

Hinter dem Street Sweeper Social Club verbergen sich Tom Morello, Rage Against The Machine’s und Audioslave’s Gitarrenmagier und bekennender Sozialist und Boots Riley seines Zeichens Kommunist und The Coup – MC. Zusammen schicken sie sich an Ihre politischen Überzeugungen in Musik zu gießen. Entsprechend drehen sich die Songs des Mitte 2009 erschienenen selbstbetitelten Debutalbums des Projekts textlich ausnahmslos um Themen wie soziale Ungerechtigkeit, verantwortungslose Politik und ein korruptes Finanzsystem. Musikalisch groovt sich das alles in bester Rage Against The Machine – Manier in Ohr und Nacken und macht erneut deutliche welch riesigen Einfluss Tom Morello anscheinend auf den Sound von RATM und Audioslave hatte. Wo Morello draufsteht ist Morello drin.

Street-Sweeper-Social-club

Haben wir es also hier nur mit einer RATM – Platte ohne Zac De La Rocha zu tun? Mitnichten. Zwar ist das hier wie bereits gesagt der typischen Rage-Sound, gerappt wird auch, und hochpolitisch geht es auch die ganze Zeit zu. Jedoch unterscheidet sich Boots Riley in 2 Punkten signifikant von Zac De La Rocha. Zum einen kann er wirklich gut rappen, etwas das man De La Rocha bei allem Respekt nie wirklich attestieren konnte. Zum anderen klingt er weit weniger wütend als Morello‘s früherer Wortführer. Boots Riley schreit nicht, wie es Zac De La Rocha tat, er bleibt immer in erster Linie MC. Ein zweischneidiges Schwert wie ich finde, denn so wird die Platte nie anstrengend, jedoch bleibt beim kompletten Durchlauf auch recht wenig im Gedächtnis hängen. Erst beim punktuellen Entdecken der Scheibe findet sich die eine oder andere Perle.

Crossover weiss auch mit dem Street Sweeper Social Club nicht auf Albumlänge zu fesseln. Aber in kleineren Dosen genossen (hin und wieder mal 1-2 Songs) weiß das Ganze sehr zu gefallen, zur Aufwertung der nächsten Party-Playlist ist’s ob des großen Kopfnick- und Arschwackel-Faktors ohnehin mehr als geeignet! Kaufen, Dosierungshinweise beachten und Spass haben!

Street Sweeper Social Club – “Street Sweeper Social Club” hier bestellen!

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05 2010

Was viele Jüngere gar nicht wissen…

…und viele Ältere bereits vergessen haben:

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Am Wochenende beim durchstöbern der Plattensammlung wiederentdeckt und für nach wie vor großartig und überraschend Authentisch befunden! Viel Spass beim Entdecken oder sich erinnern!

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05 2010

Deftones – Diamond Eyes – Die Zweite Meinung

So nun muss auch ich mal meinen Senf zum kürzlich erschienenen 6. Studioalbum der glorreichen 5 aus Sacramento abgeben. Aber zu allererst mal meine bescheidene Meinung zur oft geschriebenen Einschätzung die Deftones hätten sich „zum Glück“ auf Diamond Eyes wieder dem Sound des 2000er Meisterwerks White Pony angenähert. Dies, liebe Kollegen von der Schreibenden Zunft impliziert, dass die Alben Deftones (2003) und Saturday Night Wrist (2006) eher negativ aus dem Katalog der Band herausstechen, was definitiv nicht so ist. Auf dem Selbstbetitelten 03er Werk findet sich schließlich mit „Minerva“ der größte Song aller Zeiten und Saturday Night Wrist ist faktisch eine Sammlung von Hymnen.

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Aber zurück zum aktuellen Album, dem ersten Album nach dem tragischen Unfall von Bassist Chi Cheng. Und was für ein Album Diamond Eyes geworden ist… Was die beiden vorab veröffentlichten Songs „Rocket Skates“ und der Titeltrack „Diamond Eyes“ bereits erahnen und hoffen ließen wird hier noch bei weitem getoppt. Chino Moreno singt sich buchstäblich die Seele aus dem Leid und musikalisch geht es weit weniger experimentell zu als noch auf dem Vorgänger. Die Kalifornier schaffen es erneut Momente absoluter Erhabenheit zu kreieren, nachzuhören auf dem famosen „Beauty School“ oder dem übermächtigen „Royal“. Und so strotzt die Platte vor Momenten überwältigender Schönheit, verlangt allerdings im Gegenzug, dass man ihr genau zuhört und ein gehöriges Maß an Aufmerksamkeit schenkt. Das ist nichts für Nebenbei aber das sind Klassiker ja selten. Definitiv eine der Platten des Jahres und Stand Mai 2010 heißester Anwärter auf den alleinigen Titel.

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05 2010

Beastie Boys – Check Your Head

Der erste Kontakt mit den Beastie Boys wurde über MTV hergestellt. “No Sleep till Brooklyn” und natürlich “You Gotta Fight For Your Right” haben schön losgefetzt und Geschmack auf mehr gemacht. Und dann hörte man, als Lückenfüller, die ersten 3 oder 4 Stücke von Check Your Head auf einer Kassette eines Kumpels und war wie vor den Kopf gestoßen. Bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit stieg man dann in den Bus und fuhr in die Stadt, um die CD zu kaufen und das Ganze sein Eigen zu nennen.

beastieboys-checkyourhead

Das war schon überwältigend was man da zu hören bekam. Diese unglaublich kompakte und wuchtige Musik, die irgendwie alles miteinander verband was es an Stilen gab. So etwas hatte das blutjunge und ungeschulte Ohr noch nie in seinem Leben wahrgenommen. Da hört man Orgeln, klirrende Weingläser, knarrende Türen, wildes Plattengekratze, Schlagzeug, Saxophon, Gitarren und Sprechgesang. Das wird dann alles so miteinander kombiniert, dass man Bauklötzer staunt. Das muss man erstmal verarbeiten können. Das wurde dann auch gemacht, indem die gute Scheibe auf absoluter Hochrotation lief. Irgendwann verstand man dann auch die Texte und alles wurde nur noch besser.
Check Your Head ist das stärkste Album der Beastie Boys. Ein absolutes All-Time-Favorite!

Beastie Boys – “Check Your Head (Remastered ed.)” hier bestellen!

21

05 2010

The Knux – Remind me in 3 days

The Knux bereiten mit Bass, Gitarre, Schlagzeug, Keyboard und einer programmierbaren Rechnereinheit den wohl entspanntesten Cappuccino seit es Mokka mit Schlagobers gibt. Dabei spielt es keine Rolle ob man sich “Remind me in 3 days” nur am Vormittag gönnt, da es nach 12 Uhr von Engstirnigen nicht gerne gesehen wird. The Knux grooven handegemacht nach vorne. Sie lassen einen schwerwiegenst den Kopf nicken und treiben teilweise mit derbsten Breakbeats nach vorne. Das kommt unglaublich cool rüber ohne arrogant oder aufgesetzt zu wirken.

The Knux

The Knux lassen einen alten Head aufatmen und hoffen. Kein Timbaland-Beat ist zu hören, der seit mindestens 10 Jahren von fast allen Produzenten und Rappern genutzt wird, um vermeintlich Erfolg zu haben. Kein Autotune, kein Gangstergehabe, kein Bling, keine Bitches. HipHop aus den Südstaaten ohne die bekannten Platitüden. Dass man das noch erleben darf.

The Knux – “Remind Me in 3 Days” hier bestellen!

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05 2010

Nappy Roots – Ride

Und gleich noch eins hinterher, weil es so schön ist. Diesmal ein Vorab-Video der Nappy Roots zum im Juni erscheinenden Album Pursuit of Nappyness.

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05 2010

Capone-N-Noreaga (Feat. Raekwon) – The Reserves Video

Hier ein kleiner Vorgeschmack auf das anstehende Album “The War Report 2″ von Capone-N-Noreaga:

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05 2010

Deftones – Diamond Eyes

Die Deftones legen mit “Diamond Eyes” ihr sechstes Studioalbum vor und beweisen wieder einmal ihre Sonderstellung im Bereich des Metal bzw. Rock. Chino schmachtet, leidet und kreischt vom Feinsten. Dazu moshen, grooven, klimpern und prügeln die Bandkollegen in absolut herrlichster Deftonesmanier.
Deftones - Diamond Eyes

Die Deftones haben ein wunderbar solides Stück Kohlenstoff mit der notwendigen Härte, Dichte, Dispersion, Refraktion und einer kleinen Unreinheit, zu einem wunderbaren Brillanten geschliffen.
Mehr gibt es dazu nicht zu sagen PUNKT!

Deftones – “Diamond Eyes” hier bestellen!

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05 2010