Archive for März, 2010

Dan Le Sac vs. Scroobius Pip – The Logic of Chance

Dan Stephens aka Dan Le Sac seines Zeichens DJ und der Performance Poet David Meads aka Scroobius Pip, beide aus Stanford-le-Hope in Essex legen ca. anderthalb Jahre nach dem Debut Angles ihr zweites Album The Logic of Chance vor. Im Vergleich zum großartigen Erstling kommt das Zweitwerk wesentlich elektronischer daher und ist somit weniger Hip Hop aber genau soviel Rap. Die Texte sind so intelligent, gewitzt und kritisch wie auf Angles jedoch scheint die Stimme stellenweise weniger in den Vordergrund gemixt was den Focus weniger auf die Inhalte und mehr auf die Produktion lenkt.

Dan Le Sac vs Scroobius Pip - The Logic of Chance

Eines Jedoch hat sich auch auf The Logic of Change nicht geändert. Dan le Sac und Scroobius Pip machen viel Spass. Bereits der Opener „Sick Tonight“ sorgt (trotz des eher negativen Textes) mit seinem treibenden Drum & Bass Beat für gute Laune und Bewegungsdrang. Das folgende „Five Minutes“ ist ein entspanntes Stück Zuhörmusik und das anschließende „Cauliflower“ mit der Sängerin KiD A (auch als Anni T. bekannt) ist DAS Highlight des Albums. So tanzt, hört und „zuhört“ man sich durch insgesamt 11 Anspielstationen ohne Ausfälle. Das konnte schon das Debut und wie auch da schon sage ich wieder: Das ist eine Platte, wie ich sie von Mike Skinner nach „Original Pirate Material“ erwartet habe. Aber den haben Dan Le Sac und Scroobius Pip ohnehin längst hinter sich gelassen.

PS: Thou Shalt always Kill vom Debut-Album ist nach wie vor großartig, einzigartig und sehr wahr!

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31

03 2010

Danger Mouse und James Mercer sind Broken Bells

Nach Danger Doom, den beiden Gnarls Barkley Platten und dem zweiten Gorillaz Album bin ich gewillt alles zu kaufen, wo der Name Danger Mouse drauf steht. Brian Burton sorgt, seitdem er mit dem Beatles-Jay-Z-Mashup-Album „The Grey Album“ auf der Bildfläche erschien, für absolut zeitlose und unendlich coole Produktionen. Nun also Broken Bells, das gemeinsame Projekt mit The Shins-Sänger James Mercer und wieder werde ich nicht enttäuscht. Was auf dem selbstbetitelten ersten Album der beiden mit der famosen Single „The High Road“ beginnt und auf 9 weiteren Songs seinen Lauf nimmt ist mal wieder so unglaublich liebevoll und perfekt produziert und bietet somit die ideale Umrahmung für Mercers Gesang. Das hier ist eine wirklich schöne Melange aus smarten Produktionen, die nur noch entfernt an die Hip Hop – Herkunft des Urhebers erinnern und verträumtem Folkpop.

Broken Bells

Gern verlieren sich die zwei in tollen Sixties-Arrangements und geben diesen einen modernen und entspannten Anstrich. So entsteht eine Platte, die an lauen Sommerabenden genauso funktioniert wie an kalten Wintertagen (Gottseidank haben einem die vergangenen Wochen die Möglichkeit gegeben beides auszuprobieren). Zugegebenermaßen hatte ich nach den ersten Durchläufen das Gefühl, dass hier außer der Single nichts hängenbleibt. Aber das als Langeweile abzutun wäre töricht denn die Platte wächst mit jedem Hören. Auch nach Broken Bells sage ich: Wo Danger Mouse drauf steht steckt gute Musik drin!

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28

03 2010

Gorillaz – Plastic Beach – Die zweite Meinung

Nun höre ich das neue Album der Gorillaz bereits zum dritten Mal und so richtig haut mich das nicht vom Hocker.
Ich finde die komplette Produktion, im Vergleich zu den Vorgängeralben, uninspiriert, teilweise kitischig und vor allem wenig kreativ. Frei nach dem Motto: Wir sind die Gorillaz und egal was wir veröffentlichen, ihr findet es sowieso gut.
In einem Punkt widerspreche ich meinem werten Kollegen ganz entschieden: innovativ ist das Album nicht. Vor allem dann nicht, wenn ich bei “Empire Ants” die ganze Zeit an Jean Michel Jarre denken muss. Das Snoop Feature hätten sie sich sparen können. Auch sonst bin ich von den ganzen Gastauftritten nicht überzeugt. In diesem Fall wäre weniger eindeutig mehr gewesen.
Abschließend halte ich fest: an das tatsächlich famose Demon Days können sie nicht anknüpfen. Der große Wurf ist ihnen nicht gelungen. Alles in Allem ein solides Album, mehr nicht.

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03 2010

Kool Savas – John Bello III – Don’t believe the Hype entirely!

Zugegeben: Kool Savas‘ John Bello 2 hat mir sowohl in der normalen als auch in der Brainwash Edition echt Spass gemacht. Witzige Texte, jede Menge Energie, feine Produktionen, dass er rappen kann bezweifelt ja ohnehin niemand. Nun also der dritte und nach eigenem Bekunden letzte Teil. Wenn man der einschlägigen Fachpresse (On- wie Offline) Glauben schenken wollte ist das hier also das ganz große Ding im deutschen Rap. Nach mehrmaligem Durchhören kann ich mit Überzeugung sagen: Stimmt definitiv nicht! Klar das hier ist oft sehr solide und wie immer absolut großartig gerappt aber das Ganze krankt an genau 2 Faktoren ganz gewaltig. Zum einen ist es die Produktion, die bisweilen reichlich langweilig ist und zum anderen sind es die Hooks von Moe Mitchell. Ob dieser nun singen kann oder nicht mag ich zum einen nicht beurteilen, zum anderen ist es mir schlichtweg egal (ich stehe gesungenen Hooks im Rap ohnehin recht Kritisch gegenüber), Textlich bewegt er sich allerdings grundsätzlich auf LaFee-Niveau (man höre nur den Chorus von „MySpace“). Damit schwanken viele der Tracks zwischen wirklich guten Strophen und Rap-Parts und eben jenen unerträglichen Fremdschäm-Hooklines.

Kool Savas - John Bello 3

Nichtsdestotrotz gibt es Songs die verdammt gut sind. So findet das fantastische „Rapshit“ von der Brainwash Edition der zweiten Bello Story sein Pendant in „Mach doch deinen Scheiss“ auf Bello 3, die Rap-Zitate werden hier jedoch durch Klaus Kinski-Zitate ersetzt. „Boojaka Shot“ mit einem echt guten Caput-Feature ist auch ein echtes Highlight. Überhaupt wimmelt es hier wieder nur so von Gastauftritten von den üblichen Verdächtigen (Amar, Ercandize, Moe Mitchell) über Olli Banjo bis Curse (der famoserweise auf „Immer Das Schlechte (Stop Stop)“ genauso Rappt, wie vor 12 Jahren auf „1000 MCs“ vom Stieber Twins Klassiker „Fenster zum Hof), Frankie Kubrik (ganz groß) und vielen Anderen. Frankie Kubrik darf dann auch im wirklich bewegenden „Die John Bello Story“ das bisherige Leben des Savas Yurderi Revue passieren lassen – ein Highlight!

Was John Bello 3 aber wirklich hörenswert macht ist die Bonus CD der limitierten Essah Edition. Diese ist nämlich im Gegensatz zur Hauptscheibe genau das, was man nach Bello 2 erwartet hatte. Rap auf Deutsch, der großartig unterhält, weil man ihm anmerkt, dass hier jemand einfach ins Studio gegangen ist um eine gute Zeit zu haben. „30 Sekunden“ (ft. Olli Banjo und Mo Trip) und „Wand“ gehen so kompromisslos nach vorne, wie es schon „Charisma“ auf Bello 2 tat.

Insgesamt also nicht die Offenbarung die man nach dem Hype erwarten würde aber trotzdem eine unterhaltsame Kool Savas Scheibe. Warte auf eine „Ohne Moe-Edition“!

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03 2010

Neuer Dendemann Clip – Stumpf ist Trumpf

Der Clip zu Stumpf ist Trumpf, der ersten Single aus dem bald erscheinenden neuen Dendemann-Album “Vom Vintage verweht” ist da. Herrliche Reminiszenz an so wundervolle TV-Serien aus den 80ern. Dende als MacGyver, Colt Seavers, und und und!

http://myspacetv.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=103482345

Vorfreude aufs Album!!!

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03 2010

Gorillaz – Plastic Beach

Hin und wieder kommt es vor, dass ein Album zum absolut richtigen Zeitpunkt erscheint. Plastic Beach, das dritte Gorillaz – Album erschien dieser Tage, als die Anzeichen auf ein baldiges Ende eines viel zu langen Winters stärker wurden und bietet somit den perfekten Soundtrack zum Frühling. Die von Blur-Frontmann Damon Albarn und Comic Ikone Jamie Hewlett ins Leben gerufene virtuelle Band bestehend aus Sänger 2D, Bassist Murdoc Niccals, Gitarristin Noodle und Drummer Russel Hobbs hat mit Album Nummer 3 im 12. Jahr des Bandbestehens wieder mal einen ganz großen Wurf gelandet. Auch Plastic Beach ist wie seine Vorgänger ein innovatives, zeitloses(!) und verdammt cooles Stück Gute-Laune- Musik.

Gorillaz - Plastic Beach

Nach dem orchestralen Intro gibt das von Snoop Dogg bereicherte „Welcome to the World of the Plastic Beach“ gleich einen famosen Einstieg auch und gerade weil sich Snoop angenehm zurücknimmt. Im weiteren Verlauf der Platte geben sich dann Mos Def, De La Soul, Mark E. Smith, Lou Reed und weitere illustre Gäste die Ehre. Musikalisch ist das ganze entspannt und detailverliebt produziert wie eh und je. Meine Sorge, dass Über-Produzent Danger Mouse nach dem großen Demon Days (hat einen Platz in meiner Alltime-Fav-Lise) dieses mal nicht mit an Bord ist war komplett unbegründet. Auch ohne ihn groovt, dubt und kickt das ganze extrem ordentlich zwischen live eingespielter Orchestierung, traditionellen “World Music”-Anleihen und verspielter Hip Hop Produktion. Das das Artwork wie immer zauberhaft ist muss ich nicht genauso wenig erwähnen, wie die Tatsache, dass das Video zur ersten Single “Stylo” nebst Bruce Willis Auftritt sehr cool ist! Bleibt zu hoffen, dass es nicht das letzte Album der Gorillaz bleibt, nachdem ja eigentlich bereits nach Demon Days schluss sein sollte. Kaufbefehl. Hallo Frühling. What took you so long?

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03 2010