2007 erschien mit „Call Of Duty 4 – Modern Warfare“ DIE Referenz im Ego-Shooter Genre. Grafisch beeindruckend und hollywoodreif inszeniert war es der erste Titel der Call Of Duty Reihe, der thematisch nicht im zweiten Weltkrieg angesiedelt war, sondern im hier und jetzt spielte. Am 10.11.2009, also knapp 2 Jahre später erscheint nun der 2. Teil des Ganzen. Das „Call of Duty“ ist aus dem Titel verschwunden und erneut zeichnet sich -anders als bei den WK2-Call Of Duty’s- die amerikanische Softwareschmiede Infinity Ward für die Umsetzung verantwortlich!
Wieder bekommt man es mit einer aus mehreren Erzählsträngen zusammengesetzten Story zu tun. Wieder springt man in die Rollen mehrerer Charaktere.
Nach 5 gespielten Missionen wage ich mich an eine erste Einschätzung des Ganzen und muss sagen Mission erfüllt Infinity Ward. Ok, verglichen mit der Einstiegsmission auf dem Schiff im 1. Teil wirkt der Start in’s zweite Abenteuer eher zäh, aber spätestens bei der zweiten, bereits oft erwähnten Winter-Mission ist die alte Begeisterung zurück. Bergsteigen, Schleich-Action und zu guter letzt die Flucht auf dem Schneemobil …spätestens hier packt einen das alte CoD-Gefühl wieder! Das Ganze sieht grafisch umwerfend aus, ist absolut fesselnd inszeniert.

Für einige Diskussion unter Fans sorgte die Tatsache, dass entgegen der Ankündigung des Herstellers für die deutsche Fassung des Spiels zensierende Anpassungen vorgenommen wurden. Zur Erklärung: in Mission 3 wird man, infiltriert in eine Terroristengruppe, in den Moskauer Flughafen geschickt und wird Zeuge, wie der Feind ein Blutbad unter Zivilisten anrichtet. Während man in der amerikanischen und britischen Version des Spiels aktiv daran teilhaben „darf“, wird in der deutschen Version des Spiels, das Schießen auf Zivilisten mit dem Abbruch der Mission geahndet. Nachdem ich die entsprechende Mission nun gesehen habe muss ich sagen: mir geht die Zensur hier nicht weit genug! Bitte nicht falsch verstehen: Ich stehe dem Thema Zensur in Medien durchaus mehr als kritisch gegenüber, wage das Vorgehen im Modern Warfare 2 allerdings folgendermaßen zu bewerten und in Frage zu stellen.
1. Der Zensur-Ansatz an sich ist richtig und schadet dem Spielgeschehen keineswegs. Fragwürdig ist eher, wieso das Angreifen von Zivilisten nicht von vornherein in ALLEN Versionen des Spiels zum Abbruch führt (Stichwort Genfer Konventionen).
2. Die zugegebenermaßen recht geschmacklose Mission hat laut Infinity Ward den Zweck, dem Spieler die Grausamkeit des „Feindes“ vor Augen zu führen, Ihn also in Stimmung zu bringen. Wieso hat man das Ganze nicht, wie im Vorgänger anhand einer Zwischensequenz getan?
3. Wieso ist man so wenig konsequent, nicht auch Wachleute oder Polizisten zu tabuisieren?
4. Wieso gibt es in der Mission im amerikanischen Vorort gar keine Zivilisten, in Russland und Brasilien schon? Seltsamer Beigeschmack in Anbetracht der Tatsache, dass Infinity Ward -wie bereits erwähnt- eine amerikanische Games-Klitsche ist!
Darüber hinaus stelle ich die Frage, warum irgendjemand sich die US/UK Version des Spiels kaufen muss, nur um auf Zivilisten schießen zu dürfen. Was stimmt mit diesen Leuten nicht? Infinity Ward hätte die komplette Mission aus dem Spiel streichen sollen.
Von diesem Wermutstropfen einmal abgesehen ist Modern Warfare 2 ein technisch brillantes und absolut fesselndes Spiel. Spiel des Jahres, wie sein Vorgänger in 2007? Wird sich zeigen, auf jeden Fall ein brandheißer Kandidat!
Nachtrag: Ein recht treffender Artikel zu besagter “Flughafenszene” von Etienne Garde findet sich hier! Wie gesagt: Von dieser Mission abgesehen ein großartiges Spiel! Ich empfehle die Mission zu überspringen!
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