Archive for November, 2009

Kid Koala + Ex- Wolfmother = The Slew

Der kanadische Okto-DJ Kid Koala hat sich für das neue Projekt The Slew mit den ehemaligen Wolfmother-Mitgliedern Chris Ross und Myles Heskett zusammengetan. Was dabei herauskommt ist etwas recht eigenständiges zwischen Groove, Rock, Psychedelic und Scratchwahnsinn. Kid Koala lässt es dabei etwas ruhiger angehen und bearbeitet lediglich 6 anstelle von 8 Plattenspielern, wie bei früheren Auftritten. Auf Albumlänge gibt es das Ganze an sofort unter dem Namen „100%“ zu bewundern. Das Video „It’s All Over“ soll einen kleinen Vorgeschmack bieten und macht tatsächlich Lust auf mehr! Ich bin gespannt!

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The Slew – “100%” hier bestellen!

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11 2009

Eins Zwo – Gefährliches Halbwissen

Gelegentlich zelebriere ich diese Perle des deutschen Hip Hop stilgerecht analog mit Vinyl, Metallnadel und Phonoeingang. Dann heißt es wieder die schönsten “Cuts und Breaks und Raps mit Wortwitz” genießen, die so angenehm und wehmütig an damals (1999) erinnern lassen.

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DJ Rabauke als famoser Beatbauer/Plattenkratzer und Regelschieber und Dendemann, der derbste Reimschmied Deutschlands, formierten Ende der 1990er das wichtigste Duo des Hip Hop in Mitteleuropa. Klassisch besetzt mit einem DJ und einem MC haben die beiden den wohl größten Konsens dieses Genres geschaffen, den selbst die Fantastischen 4 nicht hinbekommen haben. Ich wage zu behaupten, dass es keinen gibt, der sich mit dieser Musik auseinandersetzt, der diese Platte nicht mag. Außer die “harten Kameraden”, die es schon immer gab und die bei jedem auch noch so kleinen Erfolg Sell out schrien.
Die Produktion ist grandios. Die Cuts sitzen und kommen scharf wie ein Katana und der Kopf nickt permanent wie bei einem Wackeldackel. Die Instrumentals klingen heute noch so verdammt frisch, das mehr als nur eine Krokodilsträne aus dem Knopfloch gepresst wird.
Und an diese schönen Beats schmiegen sich mit eleganter Harmonie die wunderbaren Reimpassagen von Dendemann. Wie herrlich tragisch-komisch ist doch die Geschichte von der Omi aus dem 1. Stock. Mein Lieblingstitel ist “Vogelperspektive”. Herrlich schwer schleppender Beat und Battlereime, die ganz geschickt mit ordentlich Witz verpackt sind. Auf die anderen Granaten gehe ich nicht weiter ein, wer das Album kennt, weiß wovon ich rede. Wer es nicht kennt und guten deutschen Rap hören möchte, ist verpflichtet diese Platte zu kaufen.

Ein Artikel voller Superlative. Aber was bleibt einem übrig, wenn man über Legenden schreibt?!

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11 2009

Mos Def, Black Thought (the Roots) & Eminem

DREAMTEAM! Ohne Worte!

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11 2009

Marteria/Marsimoto live im Puschkin (Dresden) – Die zweite Meinung…

…ähnelt der ersten Meinung zum Marteria Konzert frappierend. Das Publikum war in der Tat äußerst überschaubar, was echt traurig ist. Da kommt ein großartiger und wirklich innovativer Künstler in die Stadt, einer der wenigen, die noch für Spannung im deutschen Rap sorgen und niemand geht hin. Schieben wir’s mal auf den eher ungünstigen Termin und die fehlende PR, d.h. hoffen wir, dass dies die Gründe waren. Nichtsdestotrotz war das Gebotene wirklich absolut großartig und sehr unterhaltsam. Aber fangen wir von Vorne an. Die Support Acts lassen wir jetzt mal unbeachtet. Zum einen, weil wir deren Auftritt nicht komplett gesehen haben, zum anderen war das was wir gesehen haben wirklich nicht der Rede wert.

Danach hieß es “Classics mit Marteria’s Tour-DJ”. KRS-One, Quasimoto, House Of Pain, Cypress Hill, Gravediggaz, und, und, und. Fantastisch!

Dann Marteria selbst. Wie besprochen mit einigen neuen Stücken und einigen Neuinterpretationen auf Instrumentals von RichBoy (Drop), Lil‘ Wayne (A Milli), The Prodigy (Spitfire) – wunderbar verstärkt durch die Band of Brothers, bestehend aus Live-Schlagzeuger, Live-Didgeridoo-Spieler, Live-DJ, Live Computerbediener und Live-Keyboarder. Toll zu sehen, dass es noch Künstler gibt, die sichtlich Spass an Ihrer Musik und am Live-Auftritt haben und es somit schaffen diese Euphorie auch auf’s Publikum zu übertragen, egal, wie klein dieses Publikum ist. Schön war auch, dass Marteria beim großen “Aus Dem Häuschen” vom Harris Mixtape “Ab in Club”, dessen Part mit charakteristischer Harris Stimme gleich mit übernahm.

Nach 45 Minuten dann Tschüss Dresden, Schock im Publikum, Entrollen eines Marsimoto-Banners auf der Bühne, erleichtertes “aaaahhhh” im Publikum, eine frisch in Grün gekleidete Band Of Brothers und ein Marteria, der in 80er-Jahre Space Sonnenbrille (die an Geordi La Forge aus Star Trek – The next Generation erinnerte) nun sein Alter Ego Marsimoto gab. Jetzt wurde das Puschkin endgültig abgerissen. “Modern Stalking”, “Der Nazi und das Gras”, “Cash dein Sound” … Alles Live wesentlich energetischer und druckvoller als auf Konserve! Abschließend gab es dann noch eine Coverversion von Deichkinds Gassenhauer “RemmiDemmi”, ein würdiger Abschluss, wenn auch nicht ganz so gut wie die eigenen Sachen!

Kleine Anekdote am Rande: Die ebenfalls famose Miss Platnum ward im Publikum gesehen und half später noch am Merchandise-Stand aus. Sehr sympathisch!

Fazit: Marteria/Marsimoto Live = absolut zu empfehlen! Beim nächsten mal gerne wieder!

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11 2009

Modern Warfare 2 – Spiel des Jahres?

2007 erschien mit „Call Of Duty 4 – Modern Warfare“ DIE Referenz im Ego-Shooter Genre. Grafisch beeindruckend und hollywoodreif inszeniert war es der erste Titel der Call Of Duty Reihe, der thematisch nicht im zweiten Weltkrieg angesiedelt war, sondern im hier und jetzt spielte. Am 10.11.2009, also knapp 2 Jahre später erscheint nun der 2. Teil des Ganzen. Das „Call of Duty“ ist aus dem Titel verschwunden und erneut zeichnet sich -anders als bei den WK2-Call Of Duty’s- die amerikanische Softwareschmiede Infinity Ward für die Umsetzung verantwortlich!
Wieder bekommt man es mit einer aus mehreren Erzählsträngen zusammengesetzten Story zu tun. Wieder springt man in die Rollen mehrerer Charaktere.

Nach 5 gespielten Missionen wage ich mich an eine erste Einschätzung des Ganzen und muss sagen Mission erfüllt Infinity Ward. Ok, verglichen mit der Einstiegsmission auf dem Schiff im 1. Teil wirkt der Start in’s zweite Abenteuer eher zäh, aber spätestens bei der zweiten, bereits oft erwähnten Winter-Mission ist die alte Begeisterung zurück. Bergsteigen, Schleich-Action und zu guter letzt die Flucht auf dem Schneemobil …spätestens hier packt einen das alte CoD-Gefühl wieder! Das Ganze sieht grafisch umwerfend aus, ist absolut fesselnd inszeniert.

Modern_Warfare_2

Für einige Diskussion unter Fans sorgte die Tatsache, dass entgegen der Ankündigung des Herstellers für die deutsche Fassung des Spiels zensierende Anpassungen vorgenommen wurden. Zur Erklärung: in Mission 3 wird man, infiltriert in eine Terroristengruppe, in den Moskauer Flughafen geschickt und wird Zeuge, wie der Feind ein Blutbad unter Zivilisten anrichtet. Während man in der amerikanischen und britischen Version des Spiels aktiv daran teilhaben „darf“, wird in der deutschen Version des Spiels, das Schießen auf Zivilisten mit dem Abbruch der Mission geahndet. Nachdem ich die entsprechende Mission nun gesehen habe muss ich sagen: mir geht die Zensur hier nicht weit genug! Bitte nicht falsch verstehen: Ich stehe dem Thema Zensur in Medien durchaus mehr als kritisch gegenüber, wage das Vorgehen im Modern Warfare 2 allerdings folgendermaßen zu bewerten und in Frage zu stellen.

1. Der Zensur-Ansatz an sich ist richtig und schadet dem Spielgeschehen keineswegs. Fragwürdig ist eher, wieso das Angreifen von Zivilisten nicht von vornherein in ALLEN Versionen des Spiels zum Abbruch führt (Stichwort Genfer Konventionen).

2. Die zugegebenermaßen recht geschmacklose Mission hat laut Infinity Ward den Zweck, dem Spieler die Grausamkeit des „Feindes“ vor Augen zu führen, Ihn also in Stimmung zu bringen. Wieso hat man das Ganze nicht, wie im Vorgänger anhand einer Zwischensequenz getan?

3. Wieso ist man so wenig konsequent, nicht auch Wachleute oder Polizisten zu tabuisieren?

4. Wieso gibt es in der Mission im amerikanischen Vorort gar keine Zivilisten, in Russland und Brasilien schon? Seltsamer Beigeschmack in Anbetracht der Tatsache, dass Infinity Ward -wie bereits erwähnt- eine amerikanische Games-Klitsche ist!

Darüber hinaus stelle ich die Frage, warum irgendjemand sich die US/UK Version des Spiels kaufen muss, nur um auf Zivilisten schießen zu dürfen. Was stimmt mit diesen Leuten nicht? Infinity Ward hätte die komplette Mission aus dem Spiel streichen sollen.
Von diesem Wermutstropfen einmal abgesehen ist Modern Warfare 2 ein technisch brillantes und absolut fesselndes Spiel. Spiel des Jahres, wie sein Vorgänger in 2007? Wird sich zeigen, auf jeden Fall ein brandheißer Kandidat!

Nachtrag: Ein recht treffender Artikel zu besagter “Flughafenszene” von Etienne Garde findet sich hier! Wie gesagt: Von dieser Mission abgesehen ein großartiges Spiel! Ich empfehle die Mission zu überspringen!

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11 2009

Busdriver live in Dresden – 05.11.2009

Was war die Freude groß als ich las, dass Busdriver nach Dresden kommt. Endlich! Nach fast 5 Jahren sollte ich ihn wieder live erleben dürfen. Ich wollte die Erwartungen an Busdriver nicht zu hoch schrauben. Denn, wie das mit solchen nun einmal ist, sie können zu eben so großen Entäuschungen führen. Das ist fast schon eine Kausalität. Damals, vor fast 5 Jahren  im Downtown, war er den meisten Dresdnern noch nicht bekannt. Man hatte keine Erwartungen und musste am Ende seine Kinnlade in einer Schubkarre nach Hause schieben. Der pure Wahnsinn! Der reinste Gehörgangsflash. Seit diesem Abend kenne ich die Definition von einem schnellen Rapper. Klar, Busta ist schon schnell und Twista ist wiederum schneller als Busta. Aber beide zusammen sind nicht einmal annähernd so schnell wie Busdriver, eher Schnecke.

Und nun beehrte der Herr der schnellen Zunge Dresden zum zweiten Mal. Diesmal hieß die Lokalität Altes Wettbüro und war für einen Donnerstag erstaunlich gut gefüllt. Die Stimmung war sehr angenehm, irgendwie entspannt und relaxt. Der Support Spiritchild war gut unterwegs und hat musikalisch viel Spaß gemacht, war aber textlich doch zu sehr concious und politisch.Und dann rollte die Kakophonie-Lawine Busdriver über das Auditorium. Die Schnelligkeit war wie zu erwarten am Start und beeindruckte mit voller Wucht. Sowas live erleben zu dürfen unterscheidet sich dann doch nochmal zur heimischen Stereoanlage.
Das größte Manko an diesem Abend war die hundsmieserable Soundanlage im Wettbüro. Sie verunstaltete die markante Stimme Busdrivers zu einem furchtbaren Irgendwas, wenn man sie denn überhaupt zu hören bekam. Als dann ein Jemand aus dem Publikum ihn darauf hinwies das etwas nicht stimmt, wies Busdriver diesen Jenigen höflich darauf hin, das er kein Soundengineer sei und wenn er denn einer sei, würde er sich darüber freuen, wenn er das Problem beheben könnte. Konnte er aber nicht! In diesem Zusammenhang betitelte sich der Meister als “King of Nothing” und fuhr sehr zerstreut mit seinem Programm fort. Im weiteren Verlauf stellte der dann weniger motivierte Busdriver fest, dass man auf den Sound ja auch scheißen könne und fickte dann auch bald jeden Song und Sound. Vielleicht war auch das der Grund dafür, dass er dann alsbald anfing seinen Sound selber zu zerhacken und mit seltsamen Interferenzen und Störgeräuschen zu versehen, um dann unerwartet den Selbstzerstörungsprozess des Auftritts mit: “I’m out of here!” zu beschließen.
Dann konnte man sich der Englischkenntnisse des Publikums erfreuen, die anfingen: “Busfahrer!Busfahrer!Busfahrer!” zu grölen. Daraufhin antwortete, der direkt vor dem Publikum stehende, Busdriver: “I’m still here, why are you yellin’?” Dann machte er doch noch weiter, aber nicht wirklich lang und als dann seine Stimmung gänzlich am Boden zu sein schien verabschiedete er sich mit dem fröhlichen “Party Pooper” Song.
Es war einfach nicht sein Abend.

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11 2009

Marteria & The Band of Brothers live in Dresden

Am 29.10.2009 startete Marteria seine “Allein auf weiter Tour” im Dresdner Puschkin. Das Negativste will ich gleich vorweg nehmen: es war verdammt traurig, dass vielleicht gerade einmal zwischen 100 und 120 Leute bei dem Konzert waren! Wer weiß woran das gelegen hat, ich vermute hier einfach zu wenig Werbung und mit Donnerstag einen relativ schlecht gewählten Wochentag, andere Gründe fallen mir nicht ein. Denn so unbekannt und “Underground” ist er nun ja auch nicht mehr.
Auf jeden Fall haben sich Marteria und The Band of Brothers von der geringen Publikumszahl wenig negativ beeindruckt gezeigt. Es schien eher fast das Gegenteil bewirkt zu haben. Denn was die Jungs an Energie und Spiellust losgelassen haben war sehr sehr beeindruckend. Meine Fresse was haben die losgelegt. Marteria hatte so viel Spaß zu feiern, dass es einem gar nicht einfiel irgendetwas anderes zu machen als zu feiern.
Das Konzert war schön durchdacht und wurde mit Schlagzeug, Didgeridoo, nem Plattenkratzer und Keyboarder präsentiert. Im ersten Teil gab es 4 neue Songs vom kommenden Album vorgestellt: Neue Nikes, Moskau an der Spree, Du willst streiten und Marteria Girl. Davon ausgehend wird das eine Bombe. Nach ein zwei weiteren Titeln waren 45 Minuten um und der Schock groß als er sich und die Band of Brothers bedankten und verabschiedeten. Sowas kommt für gewöhnlich nicht so gut an. Als dann aber der Lichtmann seine spektakuläre Show startete – er schmiss die grünen Funzeln an und beließ es dann dabei für den Rest des Konzerts – kam Marterias Feature für die Tour auf die Bühne: Marsimoto. Und spätestens hier war einfach kein Halten mehr. Die Jungs auf der Bühne alle in grünen Zoo York Kapus gekleidet haben dann das Puschkin auseinander genommen, holla die Waldfee.
Marteria ist live ein ganz großes Muss.

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11 2009