Da mag jetzt der eine oder auch andere Leser denken, ‘Wasn mit dem Spinner los? Es ist August und der Typ schreibt was von ner Platte des Jahres?Idiot!’ Und dem entgegne ich: ‘Wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, dann hätte ich diese Platte schon im März, dem Erscheinungsmonat dieser CD, zur Platte des Jahres erkoren, ungeachtet dessen, was noch kommt!!’
Und ich bleib dabei. Die Platte des Jahres kommt von Mastodon und heißt “Crack the Skye“. Mir fehlen die gescheiten Worte, aber ich will es trotzdem versuchen. Hier liegt ein Konzeptalbum vor, dem schwierige Ereignisse aus dem Bandumfeld zu Grunde liegen: Brent Hinds (LeadGuitar, Vocals & Banjo) lag nach einer Schlägerei mit dem Basser von System of a Down (Shavo Odadjian) bei den MTV Music Awards 2007 im Koma. Die Verletzungen waren angeblich so gravierend, dass er auch hätte diesen erliegen können oder bleibende motorische Schäden davon tragen können. Hat er aber nicht und deswegen lest ihr euch das hier durch. Zusätzlich verarbeitet Schlagzeuger Brann Dailor den Selbstmord seiner Schwester Skye. Und diese beiden schweren Themen werden über die folgende Geschichte verarbeitet:
Es geht um einen verkrüppelten jungen Mann, der mit Astralreisen experimentiert. Er steigt auf bis in den Weltraum, gerät zu nahe an die Sonne, bekommt seine goldenen Nabelschnur abgebrannt, fliegt in ein Wurmloch, wird in die geistigen Ebenen gestoßen, hat Gespräche mit Geistern über die Tatsache, dass er nicht wirklich tot ist und sie beschließen, ihm zu helfen. Sie bringen ihn in eine Weissagung, die von einer russisch orthodoxen Sekte des frühen 20. Jahrhunderts, genannt Klisti, durchgeführt wird, der auch Rasputin angehört.
Im Wissen, dass Rasputin ermordet werden wird, tun sie den Geist des kleinen Jungens in den Körper Rasputins. Rasputin versucht den Thron des Zaren an sich zu reißen und wird von den Yusupovs ermordet, der Junge und Rasputin fliegen aus dem Körper Rasputins durch den Riss in den Himmel und kehren zurück. Rasputin bringt ihn sicher wieder in seinen Körper.

Alles Klar? Na dann, los! “Crack the Skye” kommt definitiv weniger brachial und brutal als die Vorgängeralben. Der Druck fehlt teilweise. Aber das ist gar nicht schlimm. Mastodon präsentieren sich eingängiger denn je. Sie haben sich in eine Richtung entwickelt, die positiver nicht sein kann. Das Album hält gerade mal 7 Titel parat, aber jeder ist ein epochales Meisterwerk. Dabei spielt es keine Rolle ob ein Song nur 3 min29 sek (”Divinations”) geht oder gleich mal 13 min (”The last Baron”). Das ist alles ganz ganz groß. Wenn man das Album durchgehört hat, ist man traumatisiert und weiß nicht was die letzten ca. 50 min geschehen ist. Das muss man erstmal verdauen. Diese Melodien, die Riffs – diese Riffs! – , der Gesang, das Schlagzeug und diese Tempiwechsel nagen sich peu à peu ins Gehör und nisten sich mit jedem weiteren Durchhören tiefer im Gehirn ein. Es ist fast so, als ob der Hypothalamus direkt stimuliert wird und permanent Dopamin ausgeschüttet wird. Ein Leben ohne diesem Album…NIEMALS!
Schört es euch an. Und immer schön die Kopfhörer angezogen. Euer Cazmo
Mastodon – “Crack the Skye” hier bestellen!