Archive for August, 2009

Scheiß Auto-Tune Scheiße

Ich hasse dieses Stimmenverzerren schon seit der Zeit, als die Zwillingsschwester von Frankenstein – Cher – mit diesem Dreck angefangen hat. Das war bereits 1998. Aber richtig gekotzt hab ich, als dann Akon mit “Smack That” auftauchte und Eminem gefeatured hat…WTF?! Da hät ich auch gerne “gesmackt”.  Und aus dem sehr wahrscheinlichen Grund des Charterfolges und ergo mehr Patte in der Tasche, ließen sich immer mehr Rapper auf dieses tunen ein. Die R’n'B Schleimer lasse ich mal außen vor, die sind sowieso total langweilig und keine weiteren Worte wert. Wer Auto-Tune sich anhört und das dann auch noch gut findet ist sehr wahrscheinlich ein Mensch ohne Geschmack und isst kleine Kinder! Widerlich.
Nun schreiben wir das Jahr 2009 und schau an…endlich kommt mal was aus der Zunft der Rapper zu diesem Thema. Zum einen ist das KRS-One zusammen mit Buckshot und dem Titel “Robot” und zum anderen Mr. Jay-Z mit “D.O.A. – Death of Autotune”. Was hat da nur so lange gedauert? Naja egal.
Das Teil von KRS ist in Ordnung, fetzt aber nicht wirklich. Das klingt mir zu gewöhnlich und die Hook geht einfach nicht klar. Das Video passt. Dafür kommt Jay-Z richtig fett daher. Da hab ich mich dann auch über mich gewundert, weil mir der Jay bisher egal war. Aber ich find, dass er hier eines seiner besten Stücke seit hervorgebracht hat. Urteilt am besten selbst.

YouTube Preview Image YouTube Preview Image
Tags:

26

08 2009

Who’s the King?

Ich hab zu meinem Geburtstag eine CD geschenkt bekommen mit der die Aufgabe verbunden wurde, etwas über “…diesen Trash…” auf hoerboten zu schreiben. Ich war schockiert und entsetzt! Nachdem ich mich für dieses wunderbare Geschenk bedankt hatte, verpasste ich dem Schenkenden sogleich eine verbale Ohrfeige, mit der ich kund tat, dass das sooo nicht geht: die All Boro Kings Dog eat Dog sind doch kein Trash! Wurden doch gleich wieder die Erinnerungen an das With Full Force III wach. Erinnerungen als das Saxophon die Hymne Who’s the King intonierte und grob geschätzt 1 Million Menschen – es können auch weniger gewesen sein – ausrasteten.
Natürlich habe ich mir die CD gleich wieder zu Gemüte geführt und mir wurde klar, warum Dog eat Dog kein Trash sind: es ist das verdammte Saxophon, dass sooo geil mit Punk, Rock und Rap korpuliert hat. Heraus kam verdammt smooth groovende Gute-Laune-Musik, die einen zugleich in den pogenden Mob zog und einen abgehen lies, als gäb es keinen Morgen.
Und auch heute noch bekomme ich gute Laune wenn ich die CD höre und mein CD-Player auch. Alles geil auf dem Teil! Nix da Trash! Von vorne bis hinten purer Spaß an der Musik. Nur reduziert sich das pogen heute bei “No Fronts” aufs Fusswippen und Kopfnicken…das Ding mit der Zeit ist halt so eine Sache.

Dog Eat Dog - All Boro Kings

Es sei nur noch so viel gesagt, das zweite Album “Play Games” ist genauso geil. Hat nur kaum jemand mitbekommen. Allerdings haben die Jungs danach nur noch abgebaut. Schade.

P.S.: Was das Thema Trash betrifft, sei nur soviel gesagt: H-Blockx und Guano Apes.

Dog Eat Dog – “All Boro Kings” hier bestellen!

Tags: ,

24

08 2009

Soundtrack zum Leben #1

Ein warmer Spätsommernachmittag. Im Auto unterwegs durch touristisch bevölkerte Idylle. Die Sonnenbrille taucht alles in ein warmes Licht. Man tritt nicht sinnentleert und überhastet auf’s Gas, man fährt eher gemütlich und entspannt, der Situatiation und der Umgebung angemessen. Menschen sind auf dem Rad oder zu Fuß unterwegs, genießen den freien Tag, das tolle Wetter, die Natur, das Leben. Totale Entspannung und innere Zufriedenheit.

Und im Ohr: Beastie Boys – Dr. Lee, Phd

17

08 2009

Warum Mary J. Blige scheiße ist…

…darum!

PS: gilt auch für Silbermond, Revolverheld, Rosenstolz, und und und …

Tags:

12

08 2009

Mastodon – Crack the Skye – Platte des Jahres 2009

Da mag jetzt der eine oder auch andere Leser denken, ‘Wasn mit dem Spinner los? Es ist August und der Typ schreibt was von ner Platte des Jahres?Idiot!’ Und dem entgegne ich: ‘Wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, dann hätte ich diese Platte schon im März, dem Erscheinungsmonat dieser CD, zur Platte des Jahres erkoren, ungeachtet dessen, was noch kommt!!’
Und ich bleib dabei. Die Platte des Jahres kommt von Mastodon und heißt “Crack the Skye“. Mir fehlen die gescheiten Worte, aber ich will es trotzdem versuchen. Hier liegt ein Konzeptalbum vor, dem schwierige Ereignisse aus dem Bandumfeld zu Grunde liegen: Brent Hinds (LeadGuitar, Vocals & Banjo) lag nach einer Schlägerei mit dem Basser von System of a Down  (Shavo Odadjian) bei den MTV Music Awards 2007  im Koma. Die Verletzungen waren angeblich so gravierend, dass er auch hätte diesen erliegen können oder bleibende motorische Schäden davon tragen können. Hat er aber nicht und deswegen lest ihr euch das hier durch. Zusätzlich verarbeitet Schlagzeuger Brann Dailor den Selbstmord seiner Schwester Skye. Und diese beiden schweren Themen werden über die folgende Geschichte verarbeitet:

Es geht um einen verkrüppelten jungen Mann, der mit Astralreisen experimentiert. Er steigt auf bis in den Weltraum, gerät zu nahe an die Sonne, bekommt seine goldenen Nabelschnur abgebrannt, fliegt in ein Wurmloch, wird in die geistigen Ebenen gestoßen, hat Gespräche mit Geistern über die Tatsache, dass er nicht wirklich tot ist und sie beschließen, ihm zu helfen. Sie bringen ihn in eine Weissagung, die von einer russisch orthodoxen Sekte des frühen 20. Jahrhunderts, genannt Klisti, durchgeführt wird, der auch Rasputin angehört.
Im Wissen, dass Rasputin ermordet werden wird, tun sie den Geist des kleinen Jungens in den Körper Rasputins. Rasputin versucht den Thron des Zaren an sich zu reißen und wird von den Yusupovs ermordet, der Junge und Rasputin fliegen aus dem Körper Rasputins durch den Riss in den Himmel und kehren zurück. Rasputin bringt ihn sicher wieder in seinen Körper.

Mastodon

Alles Klar? Na dann, los! “Crack the Skye” kommt definitiv weniger brachial und brutal als die Vorgängeralben. Der Druck fehlt teilweise. Aber das ist gar nicht schlimm. Mastodon präsentieren sich eingängiger denn je. Sie haben sich in eine Richtung entwickelt, die positiver nicht sein kann. Das Album hält gerade mal 7 Titel parat, aber jeder ist ein epochales Meisterwerk. Dabei spielt es keine Rolle ob ein Song nur 3 min29 sek (”Divinations”) geht oder gleich mal 13 min (”The last Baron”). Das ist alles ganz ganz groß. Wenn man das Album durchgehört hat, ist man traumatisiert und weiß nicht was die letzten ca. 50 min geschehen ist. Das muss man erstmal verdauen. Diese Melodien, die Riffs – diese Riffs! – , der Gesang, das Schlagzeug und diese Tempiwechsel nagen sich peu à peu ins Gehör und nisten sich mit jedem weiteren Durchhören tiefer im Gehirn ein. Es ist fast so, als ob der Hypothalamus direkt stimuliert wird und permanent Dopamin ausgeschüttet wird. Ein Leben ohne diesem Album…NIEMALS!

Schört es euch an. Und immer schön die Kopfhörer angezogen. Euer Cazmo

YouTube Preview Image

Mastodon – “Crack the Skye” hier bestellen!

12

08 2009

Elbow – The Seldom Seen Kid – Abbey Road Live Version: Kaufbefehl

So viele Ideen hatte ich – Ideen für Platten, die Gegenstand meines ersten Blogposts hier auf hörboten.de sein sollten. “…Doch es kam alles ganz anders…” (um mal ein Sample zu samplen). Kennt Ihr folgende Situation? Man hört eine Platte im Auto und merkt, dass die Gefahr besteht, das Ende der Fahrt vor dem Ende der Platte zu erreichen. So weit so gewöhnlich, nur ist die Platte so großartig, dass man bewusst vom Gas geht, längere Alternativstrecken wählt oder vor dem entgültigen Stop noch einige Male um den Häuserblock fährt. Selbiges passierte mir heute und sorgte dafür, dass meine erste zu beprechende Platte gleich ein absoluter Kaufbefehl (im diktatorischsten Sinne) ist. Aber von vorne. Seit Samstag morgen lag das Paket mit dem Corpus Delicti auf dem Tisch, nämliches Paket beinhaltete die Live-Version einer der Platten die ich nennen würde, sollte mich jemand Ende kommenden Jahres nach meinen Platten der Dekade befragen: The Seldom Seen Kid” von Elbow. In der Live Version heisst das ganze dann sehr bezeichend “The Seldom Seen Kid – Live at Abbey Road”, wo die Britische Band das Album am 17. Januar 2009 gemeinsam mit dem 52 köpfigen BBC Concert Orchestra und Chantage (Radio 3’s 20 köpfiger Chor des Jahres 2008) neu einspielten. Mit Live-Platten ist das ja immer so eine Sache. Auf Grund der fehlenden optischen Eindrücke und der tendenziell schlechteren Aufnahmen wird die Stimmung der entsprechenden Veranstaltung in den seltensten Fällen eingefangen. Elbow sind erfreulicherweise was Soundqualität und Interpretation der Songs angeht erstaunlich nah an den Studioaufnahmen. Wenn man die DVD zur Platte sieht weiss man auch sofort wieso. Da das Konzert in einem Aufnahmestudio – DEM Aufnahmestudio – stattfand waren die Voraussetzungen für eine adäquate Konservierung des Ganzen mehr als optimal. Alle Beteiligten, inklusive des kompletten Chors und eines Großteils des Orchesters, tragen Studiokopfhörer. Das Riesen Mischpult ist des Öfteren zu sehen. Kurzum, man wird den Eindruck nicht los, dass hier bewusst die Konservierung des Ereignisses im Vordergrund stand. Zu Recht denn das Ergebnis ist so ziemlich das Großartigste, was mir in diesem Jahr zu Ohren gekommen ist.
Elbow
So saß ich also am Abend eines wunderbar hochsommerigen Sonntags am Ende eines ereignisreichen und rundum gelungenen Wochenendes im Auto, fuhr dem Sonnengang endgegen in Richtung Hauptstadt und hörte Elbow’s “The Seldom Seen Kid – Live at Abbey Road”
, eine Platte, deren Studio-Version ich ob Ihrer Famosität fast in- und auswändig kenne und war trotzdem wie weggeblasen. Sonnenuntergang, Stimmung und Musik in absoluter Harmonie und obgleich der Live-Mitschnitt wie gesagt recht nah an der Studioaufnahme ist reiht sich ein aha-Moment an den nächsten. Wenn beispielsweise das Orchester, insbesondere der Mann an der Trompete, am Ende des sensationellen “The Bones of You” beginnt “Summertime” zu intonieren oder das komplette Orchester in vollem Bombast in der Mitte von “The Loneliness of a Tower Crane Driver” einsetzt dann ist das so perfekt, dass einem bewusst wird, dass hier etwas ganz Großes geschaffen wurde. “Grounds for Divorce”, “Weather to Fly”, “One Day like This”…einfach alle Songs des großartigen “Orginals” gewinnen durch die “Neuinterpretation”. Das ganze wird im schicken Pappkarton mit CD, DVD, Booklet und Fotos der Aufnahmesession sehr liebevoll und hochwertig präsentiert. Wer sich hier ausschließlich mit der reinen MP3-Version zufrieden gibt, hat absolut gar nichts begriffen. Platte des Jahres (Album des Jahres war’s ja letztes Jahr)! Punkt.

Tags: ,

09

08 2009

Lady Gaga

Was um Himmels Willen wurde da mal wieder auf die Menschheit losgelassen!? Unfassbar wie man aus Scheiße wieder und immer wieder Gold machen kann. Und das verdanken wir der Dummheit der Menschen, die so ein Phänomen – und das ist in keinster Weise positiv gemeint – für etwas neues Hippes und Cooles halten. Das ist es aber nicht. Nicht mal im Ansatz. Die sieht ja noch nicht einmal gut aus verdammt. Dann hätte ich das ja verstanden…teilweise. Da gibt es genug andere Beispiele wo das funktioniert: Chennifer Lopez, Shakira und so weiter. Kann man nett anschauen, aber das war es dann auch schon. Es ist schon lustig zu lesen, das Interscope , und jetzt Achtung, das Talent von ihr entdeckt haben…Schulterzuck und Kopfschüttel. Und es geht fröhlich weiter. Lady Gaga sei ein Dancepop-Girl, die “Shockart-Performances” vorführt, herrlich, oder? UND sie kann auch schneidern und Mode entwerfen, hm genau. Das sieht man nämlich anhand ihrer total stylischen Klamotten, die sie zur Schau trägt.
Anhand solcher Erscheinungen merkt man mal wieder zu deutlich, dass hier ein Produkt an den Menschen herangebracht wird, um Schmott und Patte zu machen. Hoffentlich liegt das Verfallsdatum in naher, sehr naher Zukunft. Meine Welt war nie bereit, ist nicht bereit und wird auch nie bereit dafür sein. Wenn es allerdings als Grundlage für Erheiterungen dienlich ist, dann immer her damit! Davon kann ich nicht genug bekommen!

Die zweite Meinung:

Dem ist nichts hinzuzufügen. Kein bisschen Kreativität, null Talent und trotzdem medial in aller Munde. Der Song zum Klingelton. aber da auch negative Berichterstattung PR ist hör ich jetzt auf…aber gut tat das jetzt trotzdem!

Tags: ,

09

08 2009

Doppelkopf – Cazmos liebster deutscher Sprechgesang Teil 1

Mal ganz subjektiv möchte ich euch eines der besten Alben vorstellen, das je in der deutschen Sprechgesangsszene erschienen ist. “Von Abseits” heißt es und die Band dahinter schimpfte sich Doppelkopf. Erschienen ist diese Perle 1999 über HongkongRecords / EMI.  Wie der aufmerksame Leser bereits festgestellt hat, gibt es Doppelkopf leider leider nicht mehr. “Falk-Hogan” aka “Falkadelic”, “DJ Strip-Teaze” und “Bubblez” haben sich bei den Aufnahmen zum zweiten Album getrennt.  Warum? Das bleibt ein Geheimnis. Jedenfalls haben sich Falk und Teaz mit Pat-Cash im Jahre 2004 zu “Kenny”
zusammengeschlossen. “Kenny” ist ein rappender Turnschuh…der Schock saß tief! Aber genug mit den harten Fakten.

doppelkopf_von_abseits
Die Grundstimmung auf dem Langspieler ist grundlegend in einer Art verträumten, entspannten Moll gehalten. Der eine oder andere sagt auch “chillig” dazu, was vollkommen in Ordnung ist. Trotzdem darf auch mit dem Kopf genickt werden, jaha. UND was ich absolut geil finde sind die eingebauten Scratches…uuuh ich liebe das. Überhaupt wird dieses wunderbare Stilelement der Rapmusik heutzutage viel zu selten verwendet. Was mich allerdings immer wieder vor Freude und Erstaunen den Kopf schütteln lässt sind diese genialen – halt den Mund – Texte. Das ist Storytelling vom Feinsten. Falk ist ein Wortmagier, will ich mal sagen. Solche Reime gibt es heute nicht und gab es damals auch nicht. So zum Beispiel “Supa Stah”

, die Geschichte von einem jungen Nachwuchsrapper…einem jungen Opfer der Musikerindustrie. Oder “MMM – Mördamonstamuschel” oder “Raps vom Mond” oder …hey Moment mal…oder wie jeder Track! Achtung Beispiel aus “3 D feat. Larusso uns Samy Deluxe”: Ich schreibe so bildlich, meine Sprache nimmt Gestalt vor dir an/und wenn du blind bist. Bilder in dein Ohr, wie zuvor nie gesehn/ und weit mehr davon als es Zahlen gibt, zum zählen…Ich schreibe von Scheiße und du kannst sie riechen/und dann kannst du die Fliegen hören, die in der Ecke über Scheiße fliegen… MEIN BLATT HAT 3-D FORMAT, MEIN STIFT IST ZAUBERSTAB.”
Doppelkopf
gehen in diesem Spiel aus Wort und Musik tief, ja sogar sehr tief.  Man lauscht gespannt und gefesselt und wird von den Geschichten, die Falk erzählt, in den Bann gezogen. Lediglich 10 Songs sind auf diesem Debutalbum zu finden. Aber jeder Einzelne ist eine Bombe für sich und ist gehaltvoller als so manches andere Rapalbum, heutiger Künstler, die sich Rapper oder gar MC schimpfen. Es ist diese Kombination aus den Beats / Arrangements und den Texten, die dieses Album zu einem Klassiker machen. Wer intelligente Wortspielerein mag und auch den ein wenig düsteren Beats etwas Fröhliches abgewinnen kann, soll und muss sich dieses Album kaufen!

Eins noch:”…Style lässt sich nicht loopen!”

Hier Musik von Doppelkopf kaufen!

03

08 2009