Das wahrscheinlich hedonistischste Album im harten Rock feiert in diesem Jahr seinen 10. Geburtstag und sein Schöpfer schickt sich an, es aus diesem Grund mal wieder zur Aufführung zu bringen. Der Künstler nennt sich Andrew W.K., die Platte wurde seinerzeit “I Get Wet” getauft und im Rahmen nämlichen Jubiläums wird am Sonntagabend der Festsaal Kreuzberg in Berlin beehrt. Ich mochte Die Platte damals sehr und höre sie auch heute noch gern, also bin ich dabei.
Eröffnen darf eine dreiköpfige Kapelle aus hiesigen Landen namens Finalstair, die zumindest nicht nerven. Stilistisch wird Gitarrengeschrammel mit Emo-esquen Gesang geboten, womit man so gar nichts mit dem Hauptact zu tun hat. Immerhin haben Finalstair einen Drummer in Ihren Reihen, der ziemlich beeindruckt.
Danach Umbau: Amps bleiben mehrheitlich auf der ohnehin schon kleinen Bühne des Festsaal Kreuzberg, wodurch diese nochmal halbiert wird. Handtücher (und zwar jede Menge davon) werden an strategisch wichtigen Stellen plaziert. Mann ahnt also, dass es energetisch wird.
Dann die Überraschung: Meine Vermutung, die erwähnte klitzekleine Bühne würde ja ohnehin nur von 4 Leuten bevölkert werden, soll sich als Irrtum erweisen. Sage und Schreibe 7(!) Leute betreten die Bühne (Andrew Wilkes Krier, 3 Gitarristen, ein Bassist, ein Drummer, eine mittelmäßig leicht bekleidete (Background-)Sängerin). Der Meister selbst bedient das Klavier, gern auch singend und ich bin wirklich beeindruckt wie er in die Tasten haut. Man merkt, dass der Herr bereits im zarten Alter von 4 Jahren das Klavierspielen begonnen hat.
Beachtlich ist auch, dass sich Andrew W.K. optisch kein bisschen verändert hat. Über 10 Jahre Bühnenexzesse scheinen spurlos an dem Mann vorübergegangen zu sein.
Mit “I Want To Party” und “Party Hard” beginnt der Wahnsinn. Das Publikum ist mehr oder weniger textsicher, aber ohnehin eher mit Pogen, Tanzen und Stage-Diven (Ja, nochmehr Leute auf der Bühne) beschäftigt. “I Love NYC” wird kurzerhand in “I Love Berlin, Germany” umgetextet. Für das Intro zu “She Is Beautiful” hängt sich Andrew W.K. eine Gitarre um, die wie ein Stück Pizza (!) aussieht.
Viel wunderbarer Blödsinn, viel Action auf und vor der Bühne, viele Hits, ein Thema: in den Texten und im Festsaal Kreuzberg! “We Want Fun” beschließt den zweiten Zugabenblock und damit auch den Abend. I had Fun indeed!